Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport 29:26 - SVG Celle stolpert zum Sieg gegen Tabellenletzten
Sport Sport regional Lokalsport 29:26 - SVG Celle stolpert zum Sieg gegen Tabellenletzten
16:12 04.02.2014
Von Uwe Meier
Evelyn Schulz vor einem ihrer sechs Tore. - Ober-Eschbachs Petronella Kovacikova (links) und - Jana Heßler können das nicht mehr verhindern. Quelle: Benjamin Westhoff (2)
Celle Stadt

„Ich würde vorschlagen, dass am Ausgang Kümmerling oder Aquavit ausgeschenkt wird“, sagte Celles Trainer Christian Hungerecker angesichts „der schweren Kost“, die sein Team vor heimischem Publikum angeboten habe. Als klarer Favorit in die Partie gegangen, hatte sich der Spitzenreiter gegen den Tabellenletzten TSG Ober-Eschbach überaus schwer getan. „Das war eine der schlechtesten Saisonleistungen von uns“, redete Anna-Katharina Loest auch nicht lange um den heißen Brei herum. „Da passte bei uns einiges nicht zusammen. Das Spiel war bestimmt nicht schön anzusehen“, fügte die mit nunmehr 98 Saisontreffern erfolgreichste Celler Torschützin an. „Zum Glück haben wir das Ding nicht auch noch verloren.“ Tatsächlich war eine Portion Glück nötig gewesen, um in der Schlussphase eine sich zuvor andeutende faustdicke Sensation abzuwenden. Letztlich hat Celle trotz einer schwachen Vorstellung seine Position im Rennen um den Aufstieg sogar noch festigen können. Denn nahezu zeitgleich musste Topfavorit Füchse Berlin beim 24:25 bei der HSG Bad Wildungen eine weitere Niederlage einstecken.

Der wurde im SVG-Team allerdings weniger Beachtung beigemessen. Vielmehr beschäftigte man sich mit der eigenen Leistung. „In der Abwehr hat die Konzentration gefehlt und im Angriff war das auch nicht so toll“, meinte Bogna Dybul. „Das war ein schlechtes Spiel von uns.“ Dem konnte Torhüterin Mami Tanaka eigentlich nur zustimmen. Sie hatte zwar in der 45. Minute mit drei Glanzparaden innerhalb von zehn Sekunden mehr oder weniger die Wende eingeleitet, zufrieden war sie aber dennoch nicht. „Jede Spielerin hat Fehler gemacht. Und jede von uns hat davon einige zuviel gemacht. Ich auch“, sagte die 36-Jährige. Die eindringliche Warnung von Trainer Christian Hungerecker, den Gegner nicht zu unterschätzen, war bei den Celler Spielerinnen offenbar nicht ganz verstanden worden. Nur gut, dass sich das Team in der Schlussphase auf seine kämpferischen Eigenschaften und seine gute physische Verfassung verlassen konnte. So war es möglich, einen zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand noch in einen Sieg verwandeln zu können.

Am kommenden Spieltag geht es zum FSV Mainz 05 – einem Team also, das im unteren Bereichen der Tabelle zu finden ist. Die Warnung, auch diesen Gegner nicht zu unterschätzen, dürfte beim Celler Team dieses Mal ankommen. Immerhin hatte der SVG im Hinspiel beim 20:25 eine seiner beiden bisherigen Niederlagen einstecken müssen.

Unkonzentriertes SVG-Team lässt Zügel schleifen

CELLE. So richtig freuen konnten sich die SVG-Spielerinnen nach dem mühsamen 29:26 (14:14)-Erfolg über die TSG Ober-Eschbach nicht. Vielmehr war erst mal ganz tiefes Durchatmen angesagt. Der Tabellenführer hatte sich gegen den krassen Außenseiter überaus schwer getan.

Die Partie hatte so begonnen, wie es von Vielen erwartet worden war. 2:15 Minuten waren gespielt, da führten die Gastgeberinnen bereits mit 3:0. Doch damit hatte es sich vorerst für lange Zeit. Die schnelle Führung ließ offenbar alle Warnungen, den Gegner nicht zu unterschätzen, in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Vielmehr gab das SVG-Team einen Anschauungsunterricht dafür, wie man einen eigentlich unterlegenen Gegner stark macht. Die Celler Spielerinnen ließen die Zügel ordentlich schleifen. Ihr Auftritt wirkte ein wenig pomadig, auf jeden Fall aber unkonzentriert. Die Gäste nahmen die Einladung dankend an. Während Celle in der Abwehr ohne Biss agierte, den Gegner einfach machen ließ und im Angriff auf allen Positionen unzählige technische Fehler produzierte, kam Ober-Eschbach immer besser ins Spiel. So war die SVG-Führung schnell dahin. Vielmehr bekamen die Gäste sogar leicht Oberwasser.

Das 14:14 zur Halbzeit war aus Celler Sicht unbefriedigend – auch für Trainer Christian Hungerecker. Viele Worte hatte er in der Pause offenbar nicht zu sagen gehabt. Denn er kam lange Zeit vor der Mannschaft in die Halle zurück.

Was er zu sagen gehabt hatte, blieb offenbar in der Kabine. Denn vorerst war die zweitbeste Abwehr der Liga gegen die angriffsschwächste Offensive mehrfach nicht auf der Höhe. Nach 38 Minuten führte der Außenseiter 18:15 und fing spätestens zu diesem Zeitpunkt an, an eine Überraschung zu glauben. Ober-Eschbach kämpfte verbissen, während der SVG nicht schaffte, die Hebel umzulegen, um das Spiel in den Griff zu bekommen.

Drei Glanzparaden von Mami Tanaka in der 45. Minute wirkten wie der lang erhoffte Weckruf bei der Celler Mannschaft. Angefeuert von der nun auch lautstarken Fangemeinde schaffte der SVG das 21:21 (48.), lag dann noch einmal 21:23 (49.) zurück, um dann endgültig durchzustarten. Ausschlaggebend dafür, dass die Partie noch gedreht wurde, war eine deutlich verbesserte Abwehrarbeit, das dafür sorgte, dass Celle in sein Gegenstoßspiel kam und aus dem Rückstand innerhalb von sechs Minuten eine 27:24-Führung machte. Wenig später hatte es dann also doch noch zum Sieg gereicht.