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Lokalsport 30:20 - Klarer SVG-Sieg zur Herbstmeisterschaft
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19:54 21.11.2010
Von Uwe Meier
2. Handball-Bundesliga Frauen: SVG Celle vs(schwarz)- MTV 1860 Altlandsberg. SVG-Abwehr mit Kathrin Schulz, Wencke Meomartino und Desiree Comans Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Es scheint so, als könne kein Team der 2. Handball-Bundesliga Nord dem SVG Celle das Wasser reichen. Auch nicht der MTV 1860 Altlandsberg. Der war mit dem vor dem neunten Spieltag zweitstärksten Angriff der Liga nach Celle gereist und wurde mit einer deutlichen Niederlage auf die Heimreise geschickt. „Es ist genau der Grund, weshalb wir in die Zweite Liga wollten. Eben um uns mit solchen Spitzenteams wie Celle messen zu können“, hatte sich MTV-Coach Matthias Kornes zuvor noch auf die Partie gefreut. Sicherlich hatte sich der Aufsteiger wenige Chancen auf einen Erfolg in Celle ausgerechnet. Doch ob die Freude auch nach dem Spiel noch immer vorhanden gewesen war, scheint zumindest fraglich. Zu deutlich war der Unterschied der beiden Mannschaft gewesen. Altlandsberg war chancenlos in eine 20:30 (9:13)-Niederlage geschlittert. Eine keineswegs fehlerlos auftretende SVG-Mannschaft hatte den Gästen klar und deutlich die Grenzen aufgezeigt. „Wir haben besonders in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass wir besser als Altlandsberg sind“, sagte Renee Verschuren wenige Stunden vor ihrem 25. Geburtstag.

Die Erfolgsserie wurde fortgesetzt. 18:0 Punkte hat der unangefochtene Tabellenführer nunmehr auf dem Konto. Eine Ausbeute, die es so in der Vereinsgeschichte noch nie gegeben hat. „Ich hab mal in meinen Unterlagen nachgeschaut. Aber ich habe seit Bestehen der Handball-Abteilung des SV Garßen keine Saison gefunden, in der wir besser gestartet sind“, zeigte sich auch SVG-Manager Joachim H. Niederlüke von der makellosen Bilanz beeindruckt. Er hätte allerdings nichts dagegen, wenn sie noch etwas weiter gehen würde.

Einen, wenn auch relativ unbedeutenden, Erfolg hat der SVG Celle in dieser Saison bereits verbucht. Zwei Spieltage vor Abschluss der Hinrunde hat das Team die Herbstmeisterschaft sicher in der Tasche. Und so wird der SVG als Tabellenführer in die Rückrunde im neuen Jahr starten.

Bis dahin stehen allerdings noch zwei keineswegs zu unterschätzende Aufgaben an. Am nächsten Sonnabend geht es zum heimstarken BVB Füchse Berlin. Ein Team, dass trotz eines relativ schwachen Saisonstarts in den Kreis der Playoff-Favoriten zu rechnen ist. Am Sonnabend, 4. Dezember steht mit dem Heimspiel gegen den derzeit ärgsten. allerdings auch schon mit fünf Minuspunkten belasteten Verfolger TSG Wismar die letzte Partie des Jahres auf dem Programm. Das Ziel dürfte klar sein. Celle will die weiße Weste behalten.

Ideenreiches SVG-Team lässt viele Torchancen ungenutzt

Verschuren und Antonewitch mit jeweils sieben Treffern

CELLE. Mit einem Schnitt von über 30 Treffern ist der SVG Celle das torhungrigste Team der 2. Handball-Bundesliga. Eine gute Quote, die allerdings gegen den MTV 1860 Altlandsberg durchaus noch gesteigert hätte werden können. Denn wenn es beim Celler Auftritt gegen den Aufsteiger etwas zu bemängeln gab, so war es die Chancenverwertung. Eine Reihe klarster Einwurfmöglichkeiten waren trotz eines letztlich klaren 30:20 (13:9)-Heimsieges ungenutzt geblieben.

Das war allerdings schon das einzige größere Manko des SVG-Teams. Nach einem vorsichtigen Beginn übernahmen die Gastgeberinnen schnell die Initiative. Zwar lag man nach fünf Minuten mit 1:2 zurück und auch nach neun Minuten stand es erst 4:4, doch dann gewann das weitaus ideenreichere Celler Spiel die Oberhand. Während Altlandsberg deutliche Probleme mit der starken und nahezu fehlerlos agierenden Abwehr hatte, setzte sich SVG über 7:4 (11.) auf 10:5 (15.) ab. Dabei überraschte Celle den Gegner immer wieder mit einem variablen Angriffsspiel. Schon in dieser Phase hätte SVG sich deutlich absetzen können. Doch nach dem 10:5 geriet die Tormaschine der Gastgeberinnen richtig ins Stocken. Bis zur Pause gelangen nur noch drei Treffer. In den letzten acht Minuten der ersten Halbzeit blieb man sogar gänzlich ohne Treffer. „Wir haben in der ersten Halbzeit nur neun Gegentore zugelassen. Das war gut“, so Celles siebenfache Torschützin Renee Verschuren, die allerdings auch die schwache Chancenverwertung bemängelte. „Wir hätten schon zur Pause deutlicher führen müssen.“

Für Altlandsberg war diese Celler Schwäche die einzige Chance gewesen, die Partie einigermaßen offen zu gestalten. Doch als SVG nach dem Wechsel die schwache Trefferquote nach oben korrigierte, war auch diese Möglichkeit dahin. Denn in der Defensive ließ der Tabellenführer weiterhin kaum etwas zu. Immer wieder rannte sich der MTV in der aufmerksam zu Werke gehenden Celler Abwehr fest und scheiterte an einer erneut gut aufgelegten Torhüterin Antje Lenz. „Wir haben das Spiel in der Abwehr gewonnen“, erkannte Wencke Meomartino. Zudem kam SVG zu Konterchancen, die im Vergleich zu den ersten dreißig Minuten nunmehr genutzt wurden. Der Vorsprung der Celler Mannschaft, in der Trainer Martin Kahle vermehrt Umstellungen vornahm, vergrößerte sich kontinuierlich. In der 40. Minute betrug er beim 20:13 bereits sieben Tore.

Dann ließ es der Tabellenführer kurzzeitig etwas ruhiger angehen. Das eröffnete Altlandsberg die Chance, die Partie etwas ausgeglichener gestalten zu können. Allerdings nur bis zur Celler Schlussoffensive, die nach dem 24:18-Zwischenstand eingeläutet wurde und die die vollbesetzte HBG-Halle richtig zum Kochen brachte. Die Gäste versuchten mit einere Pressdeckung für Nastja Antonewitch der schwierigen Situation Herr zu werden. Doch der Schuss ging nach hinten los. Mit einem Fünferpack baute der SVG den Vorsprung auf 29:18 (58.) aus – die Zuschauer hatten zu diesem Zeitpunkt längst mit dem Feiern begonnen.

Trainerstimmen

Matthias Kornes (MTV 1860 Altlandsberg): Ich gratuliere Celle, dass die Serie gehalten hat. Wir waren ganz, ganz weit weg davon, daran etwas ändern zu können. Ich bin mit der zweiten Halbzeit überhaupt nicht zufrieden. Nicht zufrieden deshalb, weil wir gegen Celles B-Mannschaft so viele Tore fressen. Es war klar, dass wir mit Celle nicht auf einer Stufe spielen können. Aber ein bisschen mehr hätte ich mir schon gewünscht. Darüber werden wir reden müssen.

Martin Kahle (SVG Celle): Unsere Abwehrleistung war der Schlüssel zum Erfolg. Da haben wir wenig Fehler gemacht. Da haben die Absprachen gestimmt – ein gutes Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele Bälle liegen lassen. Dennoch haben wir das Spiel ständig in der Hand gehabt. Wir haben klar gewonnen – da muss man doch zufrieden sein.

SVG Celle – Altlandsberg 30:20 (13:9)

SVG Celle: Lenz, Körner – Comans (5), Geier, Verschuren (7/4), Antonewitch (7), Robben (4), Ahrens (1), Loest (2), Schulz (2), Büttner (1), Szymzcyk (1).

MTV 1860 Altlandsberg: Neumann, Wiehle – Berger (1), Schossig, Hamann (1), Grade, Lütke (3), Schöner (1), Kalina (3), Schwarz (3/2), Lorenz, Wittkopf (5), Erdmann (3), Chmurski.

Schiedsrichter: Maik Bolus/Sven Foitzik; Siebenmeter: 6/4 – 4/2; Strafminuten: 8 – 6. Zuschauer: 850

Torfolge: 1:0 (2.), 1:2 (5.), 3:2 (6.), 4:4 (9.), 7:4 (11.), 7:5 (12.), 10:5 (15.), 10:6 (17.), 11:7 (19.), 13:8 (22.), 13:9 (24.) – 14:9 (32.), 14:11 (33.), 17:12 (37.), 20:13 (40.), 22:14 (44.), 22:16 (45.), 24:18 (52.), 29:18 (58.), 29:20 (60.), 30:20 (60.).