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Lokalsport 30:22 zu Sambaklängen und La Ola
Sport Sport regional Lokalsport 30:22 zu Sambaklängen und La Ola
17:58 14.11.2010
Von Uwe Meier
So sehen Sieger aus. Das SVG-Team feiert ausgelassen einen 30:22-Erfolg beim TSV Travemünde Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

TRAVEMÜNDE. Rundum zufrieden waren sie mit sich und tanzten nach dem 30:22 (17:13)-Erfolg im Spitzenspiel ausgelassen über die Spielfläche der vollbesetzten kleinen Travemünder Sporthalle. Während die Spielerinnen des Handball-Zweitligisten SVG Celle mit ihren rund 50 mitgereisten Fans bei Samaklängen und La Ola den achten Sieg im achten Spiel feierten, ging es beim Gegner TSV Travemünde deutlich ruhiger zu. Erstmals seit zehn Spielen und seit fast einem Jahr hatte der TSV eine Heimniederlage einstecken müssen. Da war es ein schwacher Trost, dass man die gegen den Zweitliga-Spitzenreiter hatte hinnehmen müssen. Ein bisschen mehr hatte sich das junge ambitionierte Team gegen den SVG Celle schon ausgerechnet. Doch das war gegen einen willensstark aufspielenden Gegner einfach nicht möglich gewesen. „Das eine Jahr erste Liga hat Celle deutlich nach vorn gebracht“, meinte TSV-Coach Andreas Juhra anerkennend. Die Enttäuschung über die deutliche Niederlage musste er dennoch erst einmal sacken lassen. Letztlich fand er dann doch noch etwas positives: „Aus solchen Spielen kann meine junge Mannschaft noch lernen.“

Tatsächlich hatte die Celler Mannschaft dem bisherigen Ligadritten eine kleine Lehrstunde erteilt. Auf jeden Travemünder Versuch, dem Spiel ein Wende zu geben, hatten die Spielerinnen des Spitzenreiters eine passende Antwort parat und zeigte so ein fast perfekte Partie. „Es hat heute einfach Spaß gemacht“, sagte Desiree Comans. Eine Aussage, die angesichts ihrer zwölf Tore, mit denen sie das Duell der Torjäger klar für sich entschied, nur allzu verständlich ist. Franziska Haupt und Anja Krönert, die zuvor die Torjägerliste der 2. Liga Nord zuvor gemeinsam angeführt hatten, brachten es zusammen auf nur zehn Treffer.

Ganz so einfach so einfach, wie es der Endstand aussagen mag war es dann aber doch nicht. Das erkannte auch Celles Torhüterin Antje Lenz: „Die haben schon ordentlich dagegen gehalten“, sagte sie nach der Partie. „Aber irgendwie hatte sich das Gefühl, dass denen irgendwann die Puste ausgegangen ist.“

Die Puste geht offenbar auch der Konkurrenz aus – zumindest bei der Jagd auf den Spitzenreiter. Während sich ein Großteil der Teams in einem breit gefächerten Tabellenmittelfeld tummelt, thront der SVG Celle einsam an der Tabellenspitze. Bereits fünf Punkte Vorsprung besitzt das Team auf den Rest. Eine Situation, die selbst Trainer Martin Kahle etwas sprachlos werden lässt. „Das ist schon ein bisschen unheimlich“, sagte er. „Damit hätte ich vor der Saison niemals gerechnet.“

Spitzenreiter mit Blitzstart

gegen nervöse Gastgeberinnen

Zwölf Treffer: Comans siegt im Duell der Torjägerinnen

TRAVEMÜNDE. SVG Celle marschiert von Sieg und Sieg. Auch im Spitzenspiel ließ das Team nichts anbrennen und baute mit einer der stärksten Saisonleistung sein Punktekonto nach dem 8. Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga Frauen auf eindrucksvolle 16:0 Zähler aus.

Beim TSV Travemünde präsentierte sich das Team insbesondere in der Anfangsphase hellwach. Gegen ein nervös wirkenden Tabellendritten stand die Celler Abwehr überaus sicher und auf der anderen Seite wurden die Chancen konsequent genutzt. Nach nur viereinhalb Minuten lag SVG mit 5:1 in Front. Eine Führung, die gegen einen mit einigen Fehlern agierenden Gegner bis auf 10:4 (11.) ausgebaut wurde.

Doch mit der sicheren und schnellen Führung im Rücken kehrte ins SVG-Spiel etwas der Schlendrian ein. Die Aktionen wirkten nicht mehr so zwingend, wie noch in der Anfangsphase. Auch ein doppeltes Überzahlspiel wurde nicht genutzt, um aus einem 12:7 (14.) eine noch deutlichere Führung zu machen. Vielmehr kam Travemünde besser ins Spiel und Tor um Tor heran. Auch ein zwischenzeitlich Auszeit durch Trainer Martin Kahle brachte vorerst keine Veränderung. Neben einigen technischen Fehlern ließ SVG gute Einwurfmöglichkeiten ungenutzt. „Wir haben insgesamt fünf Gegenstöße ausgelassen. Das darf natürlich nicht passieren“, meinte Desiree Comans. Nur gut, dass sich in dieser Phase Torhüterin Antje Lenz auf dem Posten zeigte und einige gute Travemünder Chancen zunichte machte. Auf 11:13 (23.) und 12:14 (24.) kam Travemünde heran. Gerade noch rechtzeitig legte Celle den Hebel wieder um. Drei Tore, eines davon sogar in Unterzahl, sorgten bis zur Pause beim 17:13 für relativ klare Verhältnisse.

Nach dem Wechsel blieb der Vorsprung vorerst konstant bei vier Toren, was zu einem gewissen Teil auch einer weiterhin schwacheren Chancenverwertung zuzuschreiben war. „Wir wussten aber, dass wir es über es über die Kondition schaffen können“, so Comans und Nastja Antonewitch fügte an. „Und dafür hat sich jede Spielerin voll reingehängt.“ Tatsächlich hielt SVG das Tempo hoch und als dann zwischen der 38. und 39. Minute innerhalb von 100 Sekunden ein Dreierpack zum 23:16 gelang, war die Vorentscheidung gefallen.

Travemünde steckte zwar nicht auf und kämpfte unverdrossen, doch eine Chance hat der TSV nicht mehr. Zwar war der Celler Vorsprung in der 50. Minute etwas geschrumpft. Er betrug aber beim 25:19 immer noch fünf Tore. Die Gastgeberinnen rannten sich immer wieder in der konsequent und aufmerksam agierenden Celler Abwehr fest, die den Gegner mehrfach in ein Zeitspiel zwang. Auf der anderen Seite versuchte der TSV mit einer doppelten Pressdeckung die aus seiner Sicht schwierige Situation zu lösen. Doch der Schuss ging nach hinten los. Ein weiterer Celler Dreierpack zwischen der 50. und 52. Minute machten alle Bemühungen zu nichte. Die 28:17-Führung (52.) war einfach zu deutlich als dass es noch Fragen über den Sieger hätte geben können. Den sicheren Vorsprung brachte das SVG-Team über die Ziellinie und durfte anschließend feiern.

Trainerstimmen:

Martin Kahle (SVG Celle): Das war ein überzeugender Auftritt. Wir haben das Spiel die ganze Zeit in der Hand gehabt und über weite Strecken gut verteidigt. Ende der ersten und Anfang der zweiten Halbzeit hat uns Antje Lenz den Rücken gestärkt. Über längere Phasen haben wir auch ein variables Angriffsspiel gezeigt und hatten auch auf die doppelte Manndeckung eine passende Antwort. Sicher haben wir noch die eine oder andere gute Torchance ausgelassen aber insgesamt war das eine gute Leistung.

Andreas Juhra (TSV Travemünde): Die Niederlage geht für uns auch in der Höhe absolut in Ordnung. Celle hat eine starke Abwehrleistung gezeigt, gegen die unsere jungen Spielerinnen Schwierigkeiten hatten, ensprechende Lösungen zu finden. Natürlich war bei den Spielerinnen ziemlich viel Nervosität vorhanden und vielleicht waren sie dadurch auch bisschen übermotiviert. Dennoch hat die Mannschaft versucht dagegen zuhalten.

Travemünde – SVG Celle 22:30 (13:17)

TSV Travemünde: Reimann, Junk – Haupt (5/1), Bielfeldt, Markmann (1), Volkening (1), Weh, Klauing (3/1), Hollerbuhl (4), Krönert (5), Prior (2), Liepner (1). Schilk, Langanke.

SVG Celle: Lenz, Körner – Comans (12), Geier, Verschuren (5/2), Antonewitch (3), Robben (2), Ahrens (1), Meomartino (1), Loest, Schulz (1), Büttner (5), Szymzcyk.

Schiedsrichter: Daniel Porebska / Tobias Schween (Lychen); Siebenmeter: 3/2 – 2/2; Strafminuten: 8 – 12. Zuschauer. 300.

Torfolge: 0:1 (1.), 1:1 (1.), 1:2 (1.), 1:5 (5.), 2:7 88.), 4:8 (9.), 4:10 (11.), 7:12 (14.), 9:12 (20.), 9:13 (21.), 11:13 (23.), 11:14 (23.), 12:14 (24.), 12:17 (28.), 13:17 (30.) – 13:19 (32.), 15:19 (35.), 16:20 (37.), 16:24 (43.), 18:24 (49.), 19:25 (50.), 19:28 (52.), 20:29 (54.), 22:30 (59.).