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Lokalsport 32:30 - Erfolgreiche Fuchsjagd des SVG Celle (mit Video und Bildergalerie)
Sport Sport regional Lokalsport 32:30 - Erfolgreiche Fuchsjagd des SVG Celle (mit Video und Bildergalerie)
18:19 16.11.2014
Von Uwe Meier
Celles vierfache Torschützin Adriana Cardoso de Castro (oben links) hat sich gegen Natalie Augsburg durchgesetzt und setzt zum Torwurf an. Auf der Celler Bank mit Frauke Kemmer, Trainer Martin Kahle und Nadine Smit (von links) herrscht derweil gute Stimmung. Quelle: Alex Sorokin (4)
Celle Stadt

Es hatte Kraft gekostet – sehr viel Kraft sogar. „Viel länger hätte das Spiel nicht dauern dürfen“, meinte Celles Trainer Martin Kahle angesichts der Tatsache, dass seinem Team in der Schlussphase mehr und mehr die Luft ausgegangen war. Doch die Strapazen und Schmerzen waren mit dem Schlusspfiff ganz schnell vergessen. Vielmehr hüpften die Celler Spielerinnen ausgelassen über das Spielfeld. Freudestrahlend umnahmen sie sich in die Arme und ließen sich von ihren Fans feiernrmten sie sich, während ihr Trainer etwas abseits des Geschehens stand.

Handball-Bundesligist SVG Celle hat erfolgreiche Revanche genommen. Eine Woche nach dem unglücklichen Pokal-Aus in Berlin hatte das Celler Team im Kampf um Punkte das bessere Ende für sich. Vor 620 Zuschauern siegten die - Gastgeberinnen in einem begeisternden und intensiven Spiel verdient mit 32:30 (19:14).

Martin Kahle war deutlich anzusehen, dass auch ihn das Spiel viel Energie gekostet hatte. Dennoch genoss er den Moment. Zufrieden und leicht schmunzelnd blickte er zu seinen jubelnden Spielerinnen: „Lass sie doch. Das haben sie sich wirklich redlich verdient“, sagt er leise. Viel besser hätte es für den zurückgekehrten Trainer und seinem Team bei Kahles Punktspiel-Comeback nicht laufen können. Vor heimischem Publikum hatte es gegen das mit Nationalspielerinnen gespickte Team aus Berlin einen verdienten 32:30 (19:14)-Erfolg gegeben.

Der bringt dem SVG-Team zwei „Big Points“, die im Kampf um den Klassenerhalt Gold wert sein könnten. „Das sind zwei dicke fette Punkte, die wir nicht unbedingt auf unserer Rechnung hatten“, gab Celles zehnfache Torschützin Kathrin Schulz zu. „Heute hat eben alles gepasst. Es waren alle mit Spaß und Freude dabei.“ Und auch Evelyn Schulz zeigte sich „einfach glücklich über die zwei Punkte“. Die Niederlage gegen Berlin im Pokal habe man gut analysiert. „Wir waren taktisch super eingestellt.“

Und Celle hatte im letzten Heimspiel des Jahres 2014 in einer überragenden Turid Arndt den nötigen Rückhalt. Sie selbst war einfach nur froh über den Sieg. „Wir wollen den Klassenerhalt unbedingt schaffen. Dafür brauchen wir diese Punkte. Die anderen Mannschaften, die unten stehen, gewinnen auch“, so Celles Torhüterin, die lachend anfügt. „Heute war die Stimmung geil, die Kulisse geil und die Mannschaft war geil. Es hat einfach nur Spaß gemacht.“

Mit dem Sieg ist der SVG Celle allerdings noch lange nicht am Ziel seiner Träume angekommen. Am nächsten Samstag steht eine ganz wichtige Partie beim Tabellenletzten Trier an. „Auch da werden wir an unsere Leistungsgrenze gehen müssen“, warnt Trainer Kahle vor einem schweren Spiel. „Das wird nicht so einfach. Trier hat Erfahrung im Abstiegskampf.“ Dessen ist sich auch Evelyn Schulz bewusst. „Leicht wird das nicht“, sagt sie mit Blick auf die Partie in Trier. „Aber durch den Sieg heute haben wir mehr Selbstbewusstsein bekommen. Das kann uns helfen.“

Anschließend geht die Bundesliga Frauen in die EM-Pause. Das nächste Heimspiel bestreitet Celle somit erst am 17. Januar 2015 gegen Bayer Leverkusen.

Nach schwachem Beginn startet SVG durch

Martin Kahle war sich seiner Sache lange nicht sicher. Erst als in der 59. Minute die kurz zuvor eingewechselte Susanne Büttner den Ball zum 32:28 in die Maschen des Berliner Tores setzte, zeigte die „Becker-Faust“ des Trainers, dass er sich jetzt sicher war, dass der SVG Celle das Spiel gewinnen würde. Dass Berlin anschließend noch zwei Treffer markierte, war längst egal.

Handball-Bundesligist hat im Kampf um den Klassenerhalt zwei wichtige Punkte in der Celler HBG-Halle behalten. Danach sah es allerdings zu Beginn des Spieles überhaupt nicht aus. Vielmehr bestimmten die Berlinerinnen in der Anfangsphase den Takt. Sieben Minuten waren gerade erst gespielt, da führten die Füchse 4:1. Kahle nahm eine Auszeit, in der es einige Dinge zu besprechen galt. Zum einen gab es in der Abwehrarbeit Verbesserungsbedarf, zum anderen ging in der Offensive aus dem Positionsangriff gegen die Berliner 6:0-Deckung nur wenig zusammen. Und es wurde besser. Dennoch lief Celle dem Rückstand bis zur 16. Minute (8:11) vergeblich hinterher.

Dann allerdings wendete sich das Blatt. Die Celler Abwehr sehr sicher und zwang den Gegner immer wieder zu Fehlern. Auf der anderen Seite wurde den Offensivaktionen des SVG-Teams Leben eingehaucht worden. Die Gastgeberinnen bekamen Oberwasser. Beim 10:11 (17.) nahm Füchse-Coach Lars Melzer eine Auszeit. Doch es half nichts. Die Berliner Führung war wenig später Geschichte. Celle gelang in dieser Phase alles – den Gästen nur wenig. Aus dem Rückstand wurde bis zur 23. Minute eine 14:11-Führung. Berlin wechselte die Torhüterin, nahm noch eine weitere Auszeit. Doch Celle war nicht mehr zu bremsen. Die Fünf-Tore-Führung zur Pause war hochverdient.

Und der SVG legte nach der Pause nach. Nach 38 Minuten stand es 23:18, als die Phase begann, in der eine Vorentscheidung fiel. Mit einem Viererpack setzten sich die Gastgeberinnen auf 27:18 (46.) ab.

Im Gefühl der sicheren Führung und wohl auch aufgrund der Tatsache, dass die intensive Partie dem Celler Team viel Kraft gekostet hatte, ließ die Konzentration beim SVG nach.

Es wurde noch mal spannend. Berlin kam bis zur 52. Minute auf 24:28 heran. Auch weil bei Celle nun im Angriff nicht mehr allzu viel zusammenging. Die Qualität der Torwürfe wurde ebenfalls schwächer. Nur gut, dass der Vorsprung hoch genug war und Torhüterin Turid Arndt einige Glanzparaden zeigte, sonst wäre der Sieg doch noch in Gefahr geraten. Dazu kam, dass in der Schlussphase die Abwehrarbeit wieder sicherer wurde. Als dann erst Evelyn Schulz in der 58. Minute und 30 Sekunden später Susanne Büttner trafen, war der Sieg endgültig perfekt. Die HBG-Halle hatte ich bereits zuvor in ein Tollhaus verwandelt.