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Lokalsport 34:24 - Zweitligist SVG Celle siegt zum Auftakt
Sport Sport regional Lokalsport 34:24 - Zweitligist SVG Celle siegt zum Auftakt
11:46 16.09.2013
Von Uwe Meier
Celles Evelyn Schulz (Mitte) bekommt die Abwehrarbeit von Ober Eschbachs Stefanie Schriever (links) und Jana Heßler zu spüren. Quelle: Jens Demarczyk
Celle Stadt

OBER ESCHBACH. „Erst brannte der Bus – dann die Halle“, so fasste SVG-Physiotherapeut Dieter Lynch die Geschehnisse rund um das erste Saisonspiel des Handball-Zweitligisten SVG Celle schmunzelnd zusammen. Was er damit meinte? Die Vorbereitung auf die Partie des SVG Celle beim TSG Ober Eschbach war alles andere als optimal verlaufen.

Doch von einer Anfahrt mit Hindernissen ließ sich die Celler Mannschaft nur kurzzeitig stoppen. Als der SVG dann Fahrt aufgenommen hatte, war er nicht mehr zu stoppen. Ende gut – alles gut. Mit einem 34:24 (17:11)-Erfolg verbuchte Celle die beiden ersten Pluspunkte der Saison. „Diesen Sieg wollten wir heute unbedingt“, sagte Evelyn Schulz erleichtert. Die Aufregung vor dem Spiel sei extrem hoch gewesen. „Wir wollten den Sieg für den Verein, für die Fans und auch für uns.“

Nach einem Motorschaden, der Tubolader im SVG-Bus hatte seinen Dienst verweigert, saßen die Celler auf der Anreise knapp 90 Minuten auf dem Standstreifen auf der A7 fest. Dann rollte der Ersatzbus an, mit dem die Reise weiterging. Doch rechtzeitig zum angesetzten Spieltermin konnte die Celler Mannschaft nicht in Ober Eschbach sein. Die Telefone glühten. Dann stand fest, dass die Anwurfzeit verschoben wurde. Viel Zeit hatte das Team dennoch nicht. So wurde der Bus kurzerhand in eine Umkleidekabine verwandelt. Die Mannschaftsbesprechung wurde ebenfalls dort abgehalten. An der Halle angekommen, ging es sofort zum Warmlaufen aufs Feld. Kurze Zeit später erfolgte der Anpfiff.

Und in den Anfangsminuten hatte es nicht den Anschein, als könne das SVG-Team die Aufregung ablegen, die durch die Anreise mit Hindernissen entstanden war. Zwar führte Celle nach zwei Minuten 2:1, doch insgesamt waren die Aktionen von Hektik und Fehlern geprägt. Die Abwehr bekam keinen Zugriff auf den Gegner und in der Offensive gab es durch Ungenauigkeiten leichte Ballverluste. Ober Eschbach war in dieser Phase hellwach und bestrafte jeden Celler Fehler sofort. Die Folge war ein 2:6 nach gerade einmal sechs Minuten.

Celles Trainer Christian Hungerecker nahm eine Auszeit und sprach eindringlich auf die Spielerinnen ein. „Ich habe ihnen nur gesagt, dass sie ruhiger spielen sollen“, so Hungerecker, der die Spielerinnen aber auch noch einmal an ihre Aufgaben erinnerte.

Ganz offenbar hatte er den richtigen Ton aber auch die richtigen Worte gefunden. Denn anschließend nahm das Spiel des SVG deutlich an Fahrt auf. Die Deckung stand deutlich sicherer und packte richtig zu. Das erleichterte auch die Arbeit von Torhüterin Mami Tanaka. Sie steigert sich deutlich und ließ in den folgenden 14 Minuten nur einen Gegentreffer zu. Auf der anderen Seite schlug Celle in dieser Phase gleich neun Mal zu. Der SVG hatte der Partie eine Wendung gegeben und führte nach 20 Minuten mit 11:7. Und das Team legte nach. Während bei Ober Eschbach nicht mehr allzu viel klappen wollte, überzeugte Celle, das in der Defensive weiterhin sicher stand, auch mit einem variantenreichen Angriffsspiel. Zwar kamen die Gastgeberinnen noch einmal auf 10:12 (24.) heran, doch wirklich in Schwierigkeiten brachte Ober Eschbach den SVG nicht mehr. Der sorgte bis zur Pause für klare Verhältnisse.

An der Celler Überlegenheit änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts mehr. Das SVG-Team war Chef im Ring. Ober Eschbach steckte zwar nicht auf, doch dichter als bis auf fünf Tore kam die TSG nicht mehr heran. Als Celler zwischen der 48. und 52. Minute zu einem kurzen Zwischenspurt ansetzte und aus einem 26:19 ein 30:20 machte, war die Partie endgültig entschieden. „Nach dem schlechten Beginn haben einfach die Sachen gespielt, die wir machen sollten und die wir können“, meinte Silvia Szücs. „Dann ging es eben.“

Uwe Meier