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Lokalsport 703 Sportler ebnen Bergens Wege beim Sparkassenlauf
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16:28 15.04.2013
Auch die Kleinsten gaben beim - Sparkassenlauf alles. Vorn: Dean Feijt - von der Eugen-Naumann-Schule und Felix Eichstaedt von der Hinrich-Wolff-Schule, beide acht Jahre alt. - Kleines Foto: Endspurt für Alina Wagner (9) von der Hinrich-Wolff-Schule - und die zehnjährige Anna Lange. Quelle: Alex Sorokin
Bergen Stadt

Achtung... fertig... los! Carolin Liedke schickt die Zehn-Kilometer-Läufer auf die Strecke. Sie treten beim 26. Berger Sparkassenlauf an; es ist Sonntag und es nieselt. Das ist den Läufern egal, sie stürmen auf die Strecke. Irgendwo unterwegs muss ihnen das gute Wetter begegnet sein: Als sie wiederkommen, ist es merklich wärmer.

34 Minuten und 37 Sekunden nach dem Startschuss läuft Kilian Grünhagen ins Ziel, eine halbe Minute später folgt ihm Jan Kempfert. Und dann kommt erst einmal eine ganze Weile niemand mehr. Drei Minuten später laufen Frederik Störner und Maik Matys um die Ecke. Endspurt, das wird knapp. Erst wenige Meter vor dem Ziel kann Störner sich absetzen. Schnellste Frau ist auch in diesem Jahr die Lokalheldin Natalia Quednau, nach exakt 41 Minuten läuft sie ins Ziel.

Mit auf dem Kurs sind Simon und sein Sohn Alfie Tidman. Simon schiebt einen Kinderwagen – Alfie, 21 Monate alt, sitzt drin. „Meine Beine sind okay“, wird der Vater 48 Minuten und eine Sekunde später schnaufen. Nur die Brustmuskeln, die sind etwas mitgenommen. Und beim Schieben fiel zuletzt das Atmen schwer. Aber die Leistung reicht für den 35-Jährigen immerhin noch zum vierten Platz seiner Altersklasse.

Sportlich zeigen sich auch die Schulen: 161 und damit die meisten jungen Läufer kommen von der Hinrich-Wolff-Schule; 109 laufen für die Eugen-Naumann-Schule. Insgesamt gab es mit 456 Teilnehmern bei Kindern und Jugendlichen sogar einen Rekord, berichtete Organisator Horst Liedke stolz. 703 Sportler sind es insgesamt. Er kennt viele der kleinen Läufer beim Namen und feuert sie sie beim Zieleinlauf kräftig an. Marie Dehning ist die Schnellste. Die Leichtathletin vom TuS Bergen braucht über einen Kilometer nur 4,15 Minuten.

„Es geht um den Sieg“, hält Liedke fest. Auch der Stadtlauf wird ernst genommen. Für viele der erwachsenen Läufer ist er der letzte Trainingswettkampf, bevor die großen Marathons des Sommers losgehen.

Hinter den Kulissen beteiligt sich Liedkes ganze Familie an der Organisation. Der TuS Bergen richtet den Lauf seit 26 Jahren aus. Liedkes Sohn Marcel läuft zwischen dem Computer und der Strecke hin und her, nimmt Zeiten oder notiert die Reihenfolge, in der die Starter ins Ziel laufen. Horst Liedkes Frau Ellen verbringt den Tag im Wettkampfbüro und führt Zeiten mit Startnummern zusammen. Die älteste Tochter Carolin hatte die Läufer auf die Strecke geschickt; Stefanie, die Jüngste, nimmt sie im Ziel in Empfang. Die Töchter treten später am Tag über fünf Kilometer an, Stefanie benötigt dafür 21,27 Minuten, Carolin mit 22,32.

„Very happy glücklich heute“ war Ricky Newman. Der Radfahrer vom TuS Bergen kommt mit seinen Teamkollegen John Mead und Mike Lewellyn in eigener Rekordzeit ins Ziel; 1:01,52 brauchen die drei, um 39 Kilometer über den Truppenübungsplatz zurückzulegen. Schneller sind nur Gerhard Henne und Thorsten Lübke, die den Kurs in unter einer Stunde schaffen. Unerwartet kalt ist es auf der Strecke. Mit 20 Grad hatte Newman gerechnet – um neun Uhr am Morgen muss er deshalb ganz schön frieren.

Von Isabell Prophet