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Lokalsport Acht Triathleten des SV Altencelle in Finnland unterwegs
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13:51 16.06.2017
Celle

Tampere. „Natürlich ist es völlig irre und dazu ein großer Aufwand eine insgesamt sechstägige Reise nur für die Teilnahme an einem Sportereignis zu unternehmen“, erzählt Organisator Rüdiger Heinrich. Dabei spukte die Idee zur Teilnahme an diesem mit 4500 Teilnehmern drittgrößten Radsportevent Skandinaviens schon seit Jahren in Heinrichs Kopf herum. „Die großen Radmarathons ,Vätternsee-Rundfahrt‘ über 301 Kilometer in Schweden und die dänische ,Seeland-Runde‘ über 292 Kilometer sind wir schon gefahren. Finnland fehlte uns noch in der Sammlung“, erklärt Heinrich mit einem Lachen. Und so standen er und seine sieben Mitstreiter Jürgen Thuss, Uli Clasing, Christoph Welker, Martin Engelhardt, Heinz Siekmann, Uwe Kramer und Hans-Joachim Strehlau um 7.30 Uhr an der Startlinie, um die 218 Kilometer lange Strecke in Angriff zu nehmen, für die etwa 1000 Teilnehmer gemeldet hatten.

Dabei entpuppte sich der abwechselungsreiche Kurs durch die finnische Wald-, Wiesen- und Seenlandschaft als schwierig. Die Strecke war gespickt mit endlosen Wellen und zahlreichen kurzen, aber steilen Anstiegen, sodass am Ende stattliche 1700 Höhenmeter zustande kamen. „Finnland ist nicht nur das Land der 1000 Seen, sondern offensichtlich auch das Land der 1000 Hügel“, meint Heinrich. So wurde den Fahrern einiges abverlangt, zumal sich aufgrund des Streckenprofils ein gleichmäßiger Fahrrhythmus nur selten einstellte. Doch die Altenceller waren in schnellen Gruppen zügig unterwegs und das Feld fiel schnell weit auseinander.

Nach 180 Kilometern Fahrt wurde es witterungsbedingt ungemütlich und dazu gefährlich, weil der Kurs jetzt über eine dicht befahrene Schnellstraße führte. Doch alle Altenceller Fahrer kamen, erschöpft aber glücklich, wohlbehalten ins Ziel. Sie waren sowohl von Stürzen als auch Pannen verschont geblieben. „Wir waren mit Sicherheit die Teilnehmer mit der längsten Anreise und wurden als Deutsche schon als so etwas wie Exoten betrachtet“, erzählt Heinrich. So war es nicht verwunderlich, dass der Veranstalter die Altenceller zum Interview lud, um mehr über die weitgereisten Gäste zu erfahren. „So eine Aktion macht man nur einmal im Leben. Es war alles in allem anstrengend, aber es hat sich gelohnt“, resümiert Heinrich. Und so ging dann die abenteuerliche Reise am Dienstagabend nach einer 28-stündigen Schiffsfahrt von Helsinki nach Travemünde zu Ende.

Von Jochen Strehlau