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Lokalsport Altenceller Detlef Gakenholz meistert 543 Kilometer langes Radrennen in Norwegen
Sport Sport regional Lokalsport Altenceller Detlef Gakenholz meistert 543 Kilometer langes Radrennen in Norwegen
19:00 29.06.2017
Detlef Gakenholz kämpfte sich durch Kälte, Wind und Regen. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Celle

Wenn man die Anforderungen, die dieses Rennen an seine Teilnehmer stellt, betrachtet, kann einem auch als hartgesottenen Rennradfahrer ganz anders werden. „Das war unfassbar hart und eine echte Grenzerfahrung“, sagt der mehrfache Altenceller Ironman, der sich zurück in Deutschland von diesen Strapazen allerdings schon wieder erstaunlich gut erholte. Dabei wollte Triathlet Gakenholz eigentlich am norwegischen Extrem-Triathlon "Norseman" teilnehmen, konnte aber keinen der knappen Startplätze ergattern. Ein Vereinskamerad wies den 49-Jährigen auf das nicht minder extreme Radrennen von Trondheim nach Oslo hin. Und so blieb es für Gakenholz bei Norwegen, nur eben ohne Schwimmen und Laufen.

Mit ihm wagten sich etwa 1600 Fahrer, die zeitversetzt in Blocks nach und nach auf die Strecke geschickt wurden, an diese Mammutaufgabe. Der Start des Altencellers war nachts um 23.10 Uhr. Los ging es in Trondheim bei Regen, der den Altenceller auch gleich 200 Kilometer begleiten sollte. Die ersten 170 Kilometer sind bereits die härtesten, denn es geht ständig aufwärts bis auf das 1100 Meter hohe Dovrefjell-Plateau. Hier liegt Schnee und die Temperatur beträgt nur ein Grad über dem Gefrierpunkt. „Der eiskalte, starke Wind dort oben hat mir schon sehr zugesetzt, zumal ich als Einzelfahrer keine Chance auf Windschatten hatte. Ein zweites Mal würde ich dieses Rennen nur im Team mit mindestens vier Fahrern angehen“, erzählt Gakenholz.

Erst nach der Abfahrt aus dem Plateau konnte Gakenholz nach 260 Kilometern die Regenkombi gegen normale Radbekleidung eintauschen. Jetzt herrschten endlich angenehme Temperaturen von um die 25 Grad Celsius. Noch waren einige hundert Höhenmeter zu überwinden, die sich auf kurze, schwierige Anstiege verteilten. Nach 370 Kilometern war die Stadt Lillehammer erreicht und Gakenholz hatte sogar noch ein Auge für die wunderschöne Landschaft. So passierte der Extremsportler schneebedeckte Berge, reißende Gebirgsbäche und sattgrüne Wiesen.

An den neun Verpflegungsstationen stärkte sich der Altenceller mit Getränken, Sandwiches oder einer ordentlichen Kraftbrühe. Doch da Gakenholz als Einzelkämpfer unterwegs war und manchmal meinte, ganz alleine unterwegs zu sein, wurde es zwischendrin für ihn besonders schwer die Motivation hochzuhalten. „Es ist nicht so, dass Körper und Beine bei einer solchen Belastung am stärksten beansprucht werden – es ist der Kopf. Ganz abgesehen von der stark nachlassenden Konzentration, muss dieser dir immer wieder sagen, dass du es bis ins Ziel schaffst“, sagt der Extremsportler. Aber bei Gakenholz spielten sowohl Kopf als auch Körper mit. Nach 23 Stunden und 22 Minuten überfuhr Gakenholz erschöpft, aber überglücklich die Ziellinie in Oslo.

Von Jochen Strehlau