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Lokalsport Anzeigewürfel in Insolvenzmasse des SVG Celle
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18:57 24.11.2017
Von Uwe Meier
Celle

Das bestätigte Insolvenzverwalter Jens Hamdorf aus Hamburg. Zwar seien Werte vorhanden, „sonst wäre das Verfahren erst gar nicht eingeleitet worden“, sagt Hamdorf. Allerdings – viel ist das nicht. „Die Recherche ist noch nicht ganz abgeschlossen. Insofern kann ich auch noch keinen genauen Betrag nennen. Aber es geht wohl um nicht viel mehr als um ein paar Bälle und einen Anzeigewürfel. Viel kommt dabei für die Gläubiger nicht rum“, erklärte der Insolvenzverwalter.

In Sachen Anzeigewürfel, der derzeit noch in der HBG-Halle unter dem Hallendach hängt, scheiden sich jedoch die Geister. Marco Stradtmann, Vorsitzender der SV Garßen, bestätigt zwar das Ansinnen des Insolvenzverwalters, den Würfel in die Insolvenzmasse aufzunehmen. Allerdings sieht er die Eigentumsverhältnisse anders. Die rund 160 Kilogramm schwere und vierseitige Anzeigetafel wurde vor knapp zweieinhalb Jahren zum Preis von 15.000 Euro angeschafft. „Die Zuschüsse dafür sind an den SV Garßen e.V geflossen, der auch die Rechnung beglichen hat“, so Stradtmann. „Die Anzeigetafel gehört aus meiner Sicht also dem Verein und nicht der GmbH.“ Entsprechende Unterlagen würden an den Insolvenzverwalter gehen.

Der SV Garßen war Mehrheitsgesellschafter der vor 13 Jahren ins Leben gerufenen GmbH. Zusammen mit einer handvoll Privatpersonen hatte der Verein das Stammkapital in Höhe von insgesamt 25.000 Euro aufgebracht. Von ihren Einlagen werden sich die Gesellschafter wohl oder übel verabschieden müssen. Die GmbH ist inzwischen aufgelöst worden. Die erste Gläubigerversammlung ist auf den 26. Januar 2018 terminiert.

Das würde allerdings nicht automatisch bedeuten, dass in der kommenden Saison kein Team an den Start geschickt werden könnte. Nach der Beantragung der Insolvenz stand der SVG zwar automatisch als Absteiger aus der zweiten Liga fest. Allerdings besteht die Möglichkeit, in der Spielzeit 2018/2019 wieder ein Team in der dritten Liga auflaufen zu lassen. „Ich halte es allerdings für ausgeschlossen, dass das noch mal etwas wird“, erklärt Stradtmann. „Abgesehen davon, dass es dafür keine Spielerinnen gibt. Bei mir hat sich auch niemand gemeldet, der Geschäftsführung oder sportliche Leitung für ein solches Unternehmen übernehmen würde.“ Insofern bestünde in Garßen kein Interesse, das Startrecht wahrzunehmen. Diese Auffassung hatte kürzlich auch Holger Neumann als Abteilungsleiter der Handballer des Celler Stadtteilklubs unterstützt. „Wir haben gar nicht das sportliche Potenzial, um eine Mannschaft in der dritten Liga spielen zu lassen.“ Somit wird das derzeit noch unter SV Garßen-Celle II in der Landesliga antretende Team ab der kommenden Saison 2018/2019 zur ersten Mannschaft werden.

Und das zu einem Zeitpunkt, an dem das letzte Kapitel „Bundesliga-Handball“ in Celle schon lange gelesen und das Buch zugeschlagen sein wurde.