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Lokalsport Auf Schusters Rappen nach Shanghai
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19:40 18.01.2017
Von Uwe Meier
Celle Stadt

Seit einigen Monaten laufen mit Unterstützung von vielen Freunden die Vorbereitungen auf die Tour, die nach knapp acht Monaten im November enden soll. Mehr oder weniger als Test ist Xiong derzeit von Hamburg nach Nürnberg unterwegs. Beim 15-tägigen Probelauf machte der 44-Jährige eine Nacht lang Station in Celle. Die jetzige Tour will er auch zu Promotionszwecken nutzen, er will letztlich allen Zweiflern zeigen: „Ich mache das wirklich.“ Die Rast in der Herzogstadt nutzte der im normalen Leben als Finanzberater tätige Xiong, um gleich noch einen Kurzbesuch bei seinem Arbeitskollegen und guten Freund Selam Hagos zu machen.

„Natürlich ist das ziemlich verrückt. Das muss man auch schon ein bisschen sein, wenn man so etwas machen will“, sagt der in Nürnberg als Kai Markus Zahn geborene Extremsportler. „Aber das war schon immer ein Lebenstraum von mir“, erzählt der seit einigen Jahren mit einer Chinesin verheiratete Familienvater. Sein kleiner Sohn Xavier-Xushu Xiong ist gerade einmal zehn Monate alt. Seine Frau habe erst gar nicht versucht, ihn von dem Vorhaben abzubringen. „Sie hat gesagt, wenn ich mir so etwas vornehme, würde ich es sowieso machen“, so Xiong.

Ab März soll es durch Polen, Weißrussland, Russland, Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan und über das Pamirgebirge nach China gehen. Dort geht es durch die Taklamakan-Wüste über den einen oder anderen „kleineren“ Umweg, unter anderem will Xiong einen Stopp in Yichang, der Heimatstadt seiner Frau, einlegen, nach Schanghai. Jeden Tag so um die 80 Kilometer – jeden Tag. Nur hin und wieder wird ein etwas längerer Stopp eingelegt, um etwas über Land und Leute in Erfahrung zu bringen, um dann die Geschichten in die Welt zu verbreiten.

Und das ist das, was er mit der riesigen Abenteuerreise erreichen will. Er möchte helfen, Vorurteile abzubauen, will mit seinen dann im Netz zeitnah veröffentlichten Geschichten erzählen, dass die Menschen auf der ganzen Welt zwar anders leben, aber doch irgendwie alle gleich sind. „Alle haben ihre Wünsche und Träume. Die Welt ist mehr als Schwarz und Weiß.“

Ganz billig ist die Tour nicht. Planung, Ausrüstung, Unterkünfte, Begleitpersonen und -fahrzeug sowie diverse andere Dinge verschlingen eine hohe sechsstellige Summe. Ganz ungefährlich ist die Marathonreise so ganz nebenbei ja auch nicht.

Gestern machte er sich erst mal auf die Strecke von Celle nach Peine. „Das ist ja nicht so weit“, sagte er und machte sich mit einem 20 Kilogramm schweren Rucksack auf den Weg: „Eine Kurzetappe“, wie er meint.

Mehr über die Tour von Kai Markus Xiong unter runmysilkroad.com und youshoutrunher.com.