Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport Auf der Jagd nach dem Gummi-Wild
Sport Sport regional Lokalsport Auf der Jagd nach dem Gummi-Wild
13:42 17.02.2010
Celle Stadt

Einen verträumten Blick hat das Reh aufgesetzt. Es scheint, als blicke es gerade auf, als habe es jemanden in seiner unmittelbaren Umgebung wahrgenommen. Noch hat es Schonfrist, doch bereits am Wochenende werden Bogenschützen es jagen. Wieder und wieder wird es von Pfeilen durchbohrt werden, seinen verträumten Blick wird es dabei aber stoisch beibehalten.

„Wir haben auch Wildschweine, Hirsche, Luchse, Dachse, ja sogar Biber, Enten und Ratten“, sagt Dietmar Golder, der für die Bogensport-Sparte des VfL Westercelle die zweiten Winter-Games organisiert. Schützen werden am 20. und 21. Februar den Wald um Reiterhof Severloh durchstreifen und all diese Tiere zur Strecke bringen, doch keine Angst: „Es handelt sich selbstverständlich nur um Attrappen“, wie Golder versichert.

Die sogenannten 3D-Ziele sind aus Eta-Foam, einem groben, geschäumten Gummi, das auch viele Treffer problemlos verkraftet. Der Wettkampf wird nach den internationalen Regeln der FITA ausgetragen. „Das macht ihn zu einem deutschlandweit einzigartigen Erlebnis für die Teilnehmer“, so Golder. 40 Ziele müssen die Schützen in der Vorrunde am Sonnabend möglichst genau treffen. Sollte der erste Pfeil daneben gehen, so hat der Schütze eine Minute Zeit, einen zweiten Pfeil abzufeuern. „Mehr Versuche gibt es allerdings nicht“, sagt Golder. „Wir wollen eine echte Jagd schließlich möglichst genau nachempfinden, daher weiß auch keiner, wie weit entfernt die Ziele genau stehen. Bei der echten Jagd hätte man wahrscheinlich noch nicht einmal den zweiten Schuss.“

Je nach Treffgenauigkeit gibt es Punkte und die besten Schützen werden am Sonntag in der Reiterhalle ein Finale austragen. Zu den Wintergames gehören allerdings auch noch andere Disziplinen. Etwa die „Pömpelschlacht zu Severloh“. Dabei stehen sich jeweils drei Bogenschützen mit sehr schwachen Bögen und ungefährlichen Pfeilen gegenüber und müssen versuchen, das gegnerische Team wie bei Völkerball zu treffen. „Deckung gibt es keine, da kommt es auf die Wendigkeit der Teilnehmer an“ verrät Golder.

Zuschauer zu den Wintergames sind über das gesamte Wochenende auf dem Reiterhof willkommen. Die ersten Schützen starten um 10 Uhr. „Natürlich darf kein Besucher während des Wettkampfes aus Sicherheitsgründen allein in den Parcours, das geht nur mit Führung durch unsere Helfer“, sagt Golder. „Doch auch an der Reithalle gibt es an beiden Tagen viel zu sehen, beispielsweise Aufnahmen von Bogenschüssen unserer Starter, die wir mit einer Hochgeschwindigkeitskamera aufnehmen.“

Von Björn Schlüter