Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport Auf der Zielgeraden zur Golf-Platzreife mit 26 Punkten
Sport Sport regional Lokalsport Auf der Zielgeraden zur Golf-Platzreife mit 26 Punkten
12:21 23.06.2017
Von Uwe Meier
Celle

Celle. Das Ziel meines Golf-Platzreifekurses ist in Sichtweite. Eigentlich ist ein Fuß sogar schon über der Linie. Aber dazu gleich mehr. Erstmal noch etwas anderes. Ich hatte ja in der vergangenen Woche angeregt, die Sandbunker auf Golfplätzen abzuschaffen. Ganz offenbar gibt es für manche Spieler noch ganz andere Problemzonen. So teilte mir der neue Präsident des Golfclubs Herzogstadt Celle, Jürgen Gärtner, mit, dass, wenn ich schon die Einebnung der Bunker beantrage, ich auch gleich dafür sorgen könnte, dass sich der Durchmesser der Löcher auf den Grüns verdoppelt. „Außerdem“, so Gärtner weiter, „bin ich für die Abschaffung der Strafen beim Golf. Es reicht doch, wenn der Ball verloren geht.“ Ich bin allerdings inzwischen davon überzeugt, dass keiner dieser Anträge Chancen auf Erfolg hätte. Vielleicht sollten wir einfach versuchen, unsere Schwächen mit ein paar Übungseinheiten in den Griff zu bekommen.

Immerhin bin ich ja inzwischen ein gutes Stück vorangekommen. Vor dem praktischen Prüfungsteil, den Günther Harms, der Betreuer der Schul-AG im Celler Golfclub, abnimmt, geht mir ein Gedanke durch den Kopf: „Mehr als durchfallen kann ich ja nicht.“ Die Befürchtungen zu scheitern, schienen sich zu bewahrheiten. Schlag eins auf Bahn eins – und schon war der kleine weiße Ball irgendwo im Wirrwarr der Bäume verschwunden. Das fängt ja gut an. „Mach gleich noch einen provisorischen Schlag“, höre ich Günther Harms sagen. „Den ersten Ball werden wir wahrscheinlich nicht wiederfinden und dann kannst du mit dem zweiten Ball weiterspielen.“ Genauso passiert es. Immerhin kommt der Ball nach Schlag Nummer zwei nach etwa 200 Metern auf dem Fairway zum Liegen. Aber so richtig will es nicht funktionieren. Neun Schläge für ein Par-4-Loch sind nicht unbedingt gut.

Auch auf Bahn zwei verschwindet der Ball nach Schlag eins auf Nimmerwiedersehen. Dieses Mal kullert der Ball jedoch nach insgesamt sieben Schlägen ins Loch. Es wird besser. Auf Bahn drei brauche ich nur noch sechs Schläge, auf Bahn vier nur fünf. Meine Schläge sind sicherer geworden. Auf jeden Fall haben die Bälle auf einmal nicht mehr die Unart, irgendwelche Kurven ins Niemandsland zu fliegen. Auf Bahn fünf folgt mein persönliches Sahnestück auf der Runde. Nach zwei Schlägen liegt der Ball auf dem Grün der insgesamt 311 Meter langen Bahn. Der erste Putt bleibt zehn Zentimeter vor dem Loch liegen – der nächste verschwindet im Loch. Harms nickt wohlwollend: „Ganz stark“, sagt er. Ich fühle mich wie ein Golf-Gott, wie ein zweiter Bernhard Langer – werde aber am nächsten Par-3-Loch gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ich brauche sieben Schläge.

Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Mit den bisher erspielten Punkten – insgesamt brauchte ich zwölf – hatte ich die praktische Prüfung bereits erfolgreich bestanden. Nach Ende der Neun-Loch-Runde sind es 26 Punkte. Wie die zusammengekommen sind? Ich habe hinsichtlich der Zählweise keine Ahnung. Ich finde, ein paar mehr Punkte hätten es schon sein können. Aber es reicht ja auch so. Gänzlich geschafft ist die Prüfung aber noch nicht: der theoretische Teil, in dem es um Regelfragen geht, muss auch noch bestanden werden. Normalerweise müsste auch das zu schaffen sein – dann hätte ich endlich meinen „Golf-Führerschein“ in der Tasche.