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Lokalsport Auf historischen Maschinen über Stock und Stein
Sport Sport regional Lokalsport Auf historischen Maschinen über Stock und Stein
17:50 17.09.2013
Auf dem großen Scheuener Trial-Gelände wurden klassische Trial-Maschinen in die Parcours geschickt. 73 Fahrer aus ganz Deutschland waren dabei. Quelle: Gert Neumann
Scheuen

Nicht auf die Geschwindigkeit, sondern auf fahrerisches Können kommt es beim Trial-Geländesport an. Da geht es durch Sand, bergauf und bergab, zwischen Bäumen hindurch oder über dicke Steine, wobei der Ausrichter in jeder der zehn Sektionen fünf farblich markierte Strecken verschiedener Schwierigkeitsgrade für die Fahrer anlegt. Jede Strecke muss dreimal durchfahren werden.

Trial-Sport ist längst kein alleiniges Vergnügen harter Männer mehr. Immer mehr Frauen drängen in diese männliche Domäne. Am Sonnabend waren fünf Frauen dabei. In der Klasse der fortgeschrittenen Twinshocker (erkennbar an der roten Startnummer) erreichte Lena Schubert als Dritte unter elf Startern beachtliche 17 Punkte und am Tag darauf sogar die Top-Punktzahl von 20.

Der Trailsport kann von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter betrieben werden. Dafür stehen der zehnjährige Milan Schmüser aus Pensfeld in Schleswig-Holstein, dessen Eltern ebenfalls im Wettbewerb fuhren, sowie der 83-jährige Manfred Westermann aus Lüneburg, ein wahrhaft harter Kerl.

Twinshocker sind Maschinen des Baujahrs 1965, die am Hinterrad über zwei Federbeine verfügen. Sie sind jünger als die sogenannten „Pre 65“-Maschinen, die nach dem Krieg gebaut wurden. Sie haben ein Federbein und unterscheiden sich von „Pre-unit“-Motorrädern mit getrenntem Motor und Getriebe sowie den „Unit“-Rädern, meist Viertakter in einem geschlossenen Gehäuse. Zur Erhöhung der Klassen gibt es zudem „Two stroke“-Maschinen, Zweitakter in einem geschlossenen Gehäuse.

Als sei dies nicht genug, gibt es noch eine sogenannte „LuMo“-Klasse, im eigentlichen Sinne Youngtimer, die aber schon beim Deutschland-Cup starten dürfen. „LuMo“ steht für luftgekühlte Motoren. „Alles verlief ohne jeden Zwischenfall“, versicherte Ulrich Schöps, der Vorsitzende der Celler Trial-Fahrer, der mit seinem Team auch für die Auslegung der Sektionen verantwortlich zeichnete und einen Dank an den Schützenverein Groß Hehlen richtete: „Die Sportfreunde haben uns bei der Ausrichtung tatkräftig unterstützt und auch ihr Gelände am Sportplatz als Stellplatz für die in Wohnwagen angereisten Sportfreunde zur Verfügung gestellt."

Und das Spektakel geht noch weiter: Am Sonntag, 29. September, wird es auf dem Trial-Gelände noch einmal hoch hergehen. Dann steht ab 10 Uhr der „Nord-Cup“ ins Haus, an dem auch wieder Celler Aktive starten werden. In diesem Wettbewerb sind die modernsten Maschinen des Trial-Sports am Start.

Von Gert Neumann