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Lokalsport Aus für Drittliga-Handball in Celle
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18:41 23.04.2018
Von Heiko Hartung
Handball als Leistungssport, wie zu Zeiten als Tina Wagenlader (am Ball) mit dem SVG in der Bundesliga gegen Buxtehude antrat, wird es in Celle so schnell nicht wieder geben. Quelle: Alex Sorokin (Archiv)
Celle Stadt

Die formellen Voraussetzungen hatten Kaplick, Chef des Handballklubs HBV 91 Celle und Vorsitzender der Handball-Region, und eine Handvoll Mitstreiter mit der Gründung eines Nachfolge-Konstrukts des insolventen Ex-Bundesligisten SVG Celle geschaffen: Mit dem Celler Handball-Verein (CHV) wurde ein Dachverein gegründet. Eine Spielgemeinschaft mit dem Lizenz-Erben SV Garßen wurde beim Verband ebenso beantragt, wie das Startrecht in Liga 3. Doch drei Gründe führten zum Scheitern des Projekts.

Die Geldgeber: Obwohl das Thema öffentlich diskutiert wurde, hätte sich nur ein potenzieller Sponsor bei ihm gemeldet, so Kaplick. „Der konnte aber wegen anderer Verpflichtungen nicht mit ins Boot geholt werden.“ Auch das „Klinken putzen“ brachte nicht viel außer warmer Worte: Ein Konzept mit einer Vielzahl von Kleinsponsoren, wie es der SV Garßen zuletzt verfolgt hatte, schied aus Zeitgründen aus. „Auch die Summen, die von einigen finanzstarken Unternehmen grundsätzlich gezahlt worden wären, waren für ein Engagement im Leistungshandball unangemessen“, drückt es der 66-Jährige diplomatisch aus.

Die Celler Handballklubs: Nach den guten Erfahrungen der Zusammenarbeit unter den Celler Handballvereinen beim Kampf gegen das „Backeverbot“ der Stadt hatte Kaplick versucht, das neue konstruktive Klima zur Rettung der 3. Liga für Celle zu nutzen. „Die beiden rein sportlich am ehesten geeigneten Handballabteilungen vom SV Garßen und vom SV Altencelle sahen sich auf Anfrage aber nicht in der Lage ein solches Projekt anzugehen“, so Kaplick. Der SV Garßen stellte dem Projekt die ihm zugefallene Lizenz und den Namen zur Verfügung – lehnte aber jegliches finanzielle Risiko ab. Kein anderer Verein aus dem Kreis Celle habe in irgendeiner Weise seine Unterstützung angeboten, so Kaplick. Das habe er insgeheim anders erwartet, mache aber niemandem einen Vorwurf. „Vielleicht ist das Celler Wir-Gefühl nicht so stark, wie ich geglaubt habe und es schaut doch nur jeder auf seine eigenen Angelegenheiten und nicht auf das große Ganze.“ Vergangenen Samstag seien ihm von einem Abteilungsleiter zwei ambitionierte Spielerinnen angeboten worden. „Das war aber ein Verein von außerhalb des Landkreises.“

Die Mannschaft: Seriöse Gespräche mit Spielerinnen seien ohne gesicherte Finanzierung nicht möglich gewesen, so Kaplick. Außerdem hätten neben bundesligaerfahrenen Spielerinnen auch mindestens acht Talente aus der näheren Umgebung zum Kader gehört, die ohne sichere Finanzierung auch nicht angesprochen wurden. „Alle Mannschaften befinden sich mit größtenteils ungewissem Ausgang noch im Spielbetrieb und da wollten wir auch nicht unnötige Unruhe erzeugen.“ Profis kamen sowieso nur bei entsprechendem Haushalt in Frage. „Und die Spielerinnen der ehemaligen SVG-Bundesligamannschaft haben sich wohl auch emotional aus Celle verabschiedet“, vermutet Kaplick. „Gerade hier hatte ich mehr erwartet, weil mich das Team im Abstiegskampf und unter den widrigen äußeren Bedingungen sehr begeistert hat.“ Er könne aber verstehen, dass nach allem, was beim SVG zuletzt schief gelaufen sei, den Spielerinnen auch das Vertrauen fehle.

Vor diesem Hintergrund wurde am Freitagabend beschlossen, das Projekt aufzugeben. Warum nur fünf Tage nach Einreichung des Meldebogens? „Der Deutsche Handball-Bund wollte die Entscheidung, weil am Wochenende die Relegationsspiele der 2. und 3. Liga beginnen. Ein Rückzug zu einem späteren Zeitpunkt hätte Kosten verursacht“, erklärt Kaplick. Die beantragte Spielgemeinschaft werde beim HVN nicht weiter bearbeitet. Demnächst wolle man beschließen, ob der neu gegründete Celler Handball-Verein bestehen bleibt.

Kaplick bereut es nicht, den Vorstoß gewagt zu haben. „Es wurden im Umfeld gute und anregende Gespräche geführt“, sagt er und fügt hinzu. „Ich kann mich jetzt wieder uneingeschränkt meinen Aufgaben beim HBV und der Handballregion widmen.“

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