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Lokalsport Ausgleich in Schlusssekunde: SVG Celle nur 29:29 gegen SV Allensbach
Sport Sport regional Lokalsport Ausgleich in Schlusssekunde: SVG Celle nur 29:29 gegen SV Allensbach
18:46 16.02.2014
Von Christoph Zimmer
Nicht nur Celles Evelyn Schulz (am Boden) hatte gegen Allensbachs starke Defensive ihre Probleme. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Ein Blick in das Gesicht von Katharina Loest genügte. Mit leeren Augen saß die Rückraumspielerin des SVG Celle auf der eigenen Ersatzbank und beobachtete, wie die Spielerinnen aus Allensbach ausgelassen im Mittelkreis den späten Punktgewinn gegen den Tabellenführer feierten und freudig erregt durch die Halle tanzten. „Wir waren in den entscheidenden Situationen einfach nicht clever genug“, sagte Loest kurz nach dem Ausgleich zum 29:29 (12:14) in der Schlusssekunde.

Dabei grenzte es an ein kleines Wunder, dass die Cellerinnen am Ende eines gebrauchten Samstagabends überhaupt noch an einen Heimerfolg glauben durften. In der ersten Halbzeit spielte nur eine Mannschaft. Die andere kam aus Celle. „Wir befinden uns im Moment in einer Phase, in der es nicht so gut läuft“, befand Trainer Christian Hungerecker. Erklären konnte er sich das nicht so kurz nach dem Spiel. Immer wieder leistete sich seine Mannschaft in der Vorwärtsbewegung gravierende Ballverluste. In der Verteidigung fand sie keinen Zugriff gegen die agilen Gäste. Dass es mit einem 12:14 in die Pause ging, überraschte niemanden. „Wir waren in der Abwehr nicht aggressiv genug“, sagte Loest.

Nach der Pause änderte sich zunächst wenig. Allensbach nutzte die Unkonzentriertheiten im Spiel des Tabellenführers unaufgeregt aus. Erst in der dramatischen Schlussphase kämpften sich die Cellerinnen noch einmal heran. Bogna Dybul brachte den Spitzenreiter erstmals mit 27:26 in Führung (56.). Aber es passte ins Bild dieses Spiels, dass sie trotz Überzahl in der Schlusssekunde noch den alles andere als unverdienten Ausgleich kassierten. „Der eine Punkt ist besser als keiner“, sagte Bogna Dybul zurecht.

Es war der erste Punktverlust nach zuvor sechs Siegen. Von einem Rückschlag zu sprechen, wäre sicher vermessen. „Wir wissen, wo wir herkommen und wie wir dieses Spiel einordnen müssen“, sagte Hungerecker hinterher. Gegen die allenfalls durchschnittliche Mannschaft haben sie aber die Möglichkeit verpasst, eine weitere Kampfansage an die Konkurrenz im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga zu schicken. Deshalb fühlte sich der späte Ausgleich wie eine Niederlage an.

Größer als die Enttäuschung über den Punktverlust war am Ende aber die Erleichterung darüber, dass Nadine Smit sich offenbar nicht so schwer verletzt hat wie zunächst vermutet. In der ersten Halbzeit war die Rückraumspielerin mit dem rechten Fuß umgeknickt und mehrere Minuten behandelt worden. Sie weinte vor Schmerzen und schlug mit den Fäusten immer wieder auf den Hallenboden. Als die Sanitäter mit der Trage kamen, gab sie allerdings Entwarnung. Nach der Pause konnte sie weiterspielen.

Den späten Ausgleich konnte aber auch sie nicht verhindern. Wenn man Mannschaft und Trainer hinterher darauf ansprach, könnte der Punktverlust in der Schlusssekunde durchaus positiv sein. „In den letzten Spielen waren wir auch nicht gut und sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte Loest, „vielleicht ist das der richtige Weckruf für uns.“ Das sah auch Hungerecker so. „Vielleicht war das das Alarmsignal, das wir brauchten.“ Das klang nach einer Kampfansage an die Konkurrenz. Am nächsten Sonnabend spielt der Spitzenreiter zu Hause gegen Kirchhof.