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Lokalsport Beim ESV Fortuna Celle ist der Wurm drin
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22:39 03.04.2016
Celle Stadt

„Diese unnötige Niederlage ärgert mich maßlos, heute habe ich überhaupt nichts Positives von meiner Mannschaft gesehen“, sparte Fortuna-Trainer Klaus Much nach der Partie nicht mit Kritik an seinem Team und spricht Fehler unumwunden an: „Wenn keine meiner Spielerinnen Normalform erreicht, kann man so ein Spiel gegen eine Truppe, die über den Kampf kommt, nicht gewinnen.“

Die Fortuna fand von Beginn an nicht richtig in die Partie, in der vor allem in der Anfangsphase wenig zusammenging. Durch viele Ungenauigkeiten im Passspiel und technische Ballverluste haben die Cellerinnen den Gegner, der meist mit zehn Feld-Spielerinnen in der eigenen Hälfte verteidigt hat, zu ersten kleinen Chancen eingeladen. Vor allem bei langen Bällen von Gäste-Keeperin Sabrina Martin wirkte die Fortuna-Abwehr oft sehr nervös und konnte kaum erste Bälle behaupten.

„Ich kann mir nicht erklären, woran es gelegen hat. Heute war komplett der Wurm drin, gegen solche Gegner tun wir uns komischerweise immer schwer“, sagt Kapitänin Maike Dralle, die noch zu den stärksten Spielerinnen zählte. Die Fortuna erarbeitete sich in der Folge vor allem durch Fernschüsse einige Chancen, die aber nicht wirklich gefährlich wurden.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann die Möglichkeit zur Führung: Flügelspielerin Jana Völker setzte sich nach einem Stockfehler in der gegnerischen Abwehr halblinks mit einer schönen Körpertäuschung durch und servierte den Ball butterweich für Stürmerin Anna-Lena Füllkrug, die mit einem wuchtigen Kopfball an der sensationell parierenden Martin scheiterte.

Gleiches Bild in der zweiten Halbzeit: Die Cellerinnen bewegten sich zu wenig, boten zu wenig Anspielstationen und suchten allzu oft den sicheren Ball über die Abwehr. Und dann plötzlich aus dem Nichts die Führung für die Gäste. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Paulina Kreye lief die Gästespielerin Daniela Leitmann auf das Fortuna-Tor zu, ließ die heraneilende Isabel Waßmann aussteigen und schob eiskalt in den spitzen Winkel ein (60. Minute). Aushilfstorhüterin Celina Klebe, die für die angeschlagene Sina Schlößer im Tor stand, hatte keine Chance, den ersten gefährlichen Ball auf ihr Gehäuse zu parieren.

Die Fortuna versuchte noch den Ausgleich zu erzielen, fand aber nie das richtige Mittel. Much: „Wir tun uns schwer, das Spiel machen zu müssen, heute haben wir das überhaupt nicht auf die Reihe bekommen.“

Während die Mannschaft von Burg Gretesch durch die Siege gegen den Tabellenletzten SV Heidekraut Andervenne und gegen Celle die Abstiegsränge wieder verlassen hat, hat es die Fortuna-Elf verpasst, sich endgültig aus dem Abstiegskampf zu verabschieden und in ruhigeres Fahrwasser der Tabelle zu geraten.

Von Kai Knoche