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Lokalsport Beinahe-Weltrekord reicht nicht: 399 Ring für Wieckenberger Luftgewehrschützin zu wenig
Sport Sport regional Lokalsport Beinahe-Weltrekord reicht nicht: 399 Ring für Wieckenberger Luftgewehrschützin zu wenig
07:24 13.10.2015
Von Uwe Meier
Stine Nielsen schoss gegen Gölzau das Weltklasse-Ergebnis von 399 Ring und durfte sich anschließend doch nicht über den Sieg freuen. Quelle: Anne Friesenborg
Wieckenberg

Spaß, Spannung, Erfolg, Niedergeschlagenheit und Zufriedenheit sowie ausgelassene Stimmung bei den Fans: alles Dinge, die den Sport ausmachen und die die Luftgewehrschützen des SV Wieckenberg während ihrer Bundesliga-Premiere hautnah und live miterlebten. Ein 3:2-Sieg gegen BSV Buer-Bülse sowie eine etwas unglückliche 2:3-Niederlage gegen den SV Gölzau standen am Ende des ersten Wettkampf-Wochenendes für den Aufsteiger aus dem Kreis Celle zu Buche.

„Das war schon ein unglaublich hohes Niveau und eine sehr besondere Stimmung“, berichtet SCW-Teammanager Horst-Dieter Ruschel über die Wettkämpfe in Osterode. Er freut sich nun umso mehr auf die Heimwettkämpfe am 24. und 25. Oktober in der Wietzer Sporthalle, für die er das Team gut gerüstet sieht, in Sachen Fan-Equipment allerdings noch aufrüsten will. Trommeln und Ratschen – alles, was für die Fans erlaubt ist - sollen noch besorgt werden.

Doch im Vordergrund steht natürlich der sportliche Wettstreit. Und da brachten die Wieckenberger Schützen selbst ihren Trainer zum Staunen. „Die Bundesliga ist für einen Großteil Neuland. Die Mannschaft hat sich herausragend geschlagen“, lobte Enrico Friedemann, der seine Schützlinge offenbar bestens auf die schwierigen und ungewohnten Situationen vorbereitet hatte. „Es ist immer wichtig, trotz der ganzen Begleiterscheinungen und Neuerungen während der Bundesliga-Wettkämpfe, den Fokus auf sich selbst zu lenken.“ Für den Rest der Saison sei es deshalb „sehr motivierend, was da passiert ist. Mit den erzielten Ergebnissen haben wir gesehen, dass wir gegen jeden mithalten können.“ Das mache für das angestrebte Saisonziel „Klassenerhalt“ Mut.

Und dass die Wieckenberger für die Bundesliga eine echte Bereicherung sind, zeigten die Duelle vor den Zielscheiben, bei denen Spannung pur herrscht. Bereits im ersten Wettkampf gegen BSV Buer-Bülse aus Gelsenkirchen machte es der Erstliga-Neuling spannend. Stine Nielsen (398 Ring) und Tina Lehrich (393) siegten in ihren Duellen. Jana Eckhardt musste hingegen eine Niederlage einstecken. Für Spannung sorgten Constanze Rotzsch (390) und Desiree Degenhardt (387), bei denen jeweils ein Stechen über Sieg und Niederlage entscheiden musste. Degenhard unterlag zwar, doch eine 10 von Rotzsch bescherte den Wieckenbergern den ersten Bundesliga-Sieg.

Ähnlich spannend ging es im zweiten Duell gegen SV Gölzau zu. Constanze Rotzsch (387) und Claire-Luisa Ruschel mit ganz starken 395 Ring holten für ihr Team Siege – Jana Eckhardt und Jan Lehrich mussten hingegen Niederlagen einstecken. Die Entscheidung fiel im Duell der beiden Topschützen beider Vereine. Dabei reichte die Weltklasseleistung von 399 von 400 möglichen Ring für Stine Nielsen nicht zum Sieg. Weil der für Gölzau startende Weißrusse Illia Charheika ebenfalls auf 399 Ring kam, entschied das Stechen. In diesem holte sich Charheika mit dem vierten Schuss den Sieg. „Viel besser ging es leider nicht. So ist eben Sport“, musste die Dänin leicht enttäuscht eingestehen. Somit ging der Gesamtsieg an den Gegner.

Nach Sieg und Niederlage sehen die Wieckenberger nun dem Heimwettkampf entgegen. Und da will man es noch besser machen. „Ich muss ein paar Extraschichten im Training einlegen“, sagte Constanze Rotzsch, die trotz ihrer beiden Siege mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden war.