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Lokalsport Bergen gibt fertig geschnürtes Weihnachtspäckchen aus der Hand
Sport Sport regional Lokalsport Bergen gibt fertig geschnürtes Weihnachtspäckchen aus der Hand
17:17 17.12.2017
Von Heiko Hartung
Nicht nur vom Siebenmeterpunkt treffsicher: Jennifer Kautz erzielte insgesamt fünf Tore für Bergen. Für einen Sieg reichte es aber nicht. Quelle: Oliver Knoblich
Bergen Stadt

„Wir stecken mitten im Überlebenskampf. Das ist offenbar noch nicht bei allen angekommen. Ein Sieg wäre für die Moral ganz wertvoll gewesen“, war Bergens Trainer Dominik Blancbois enttäuscht. „Mit einem Sieg klettern wir auf Rang neun. So stehen wir zu Beginn der Rückrunde beim Tabellenletzten Rosdorf mega unter Druck.“

Acht Minuten vor Ende der Partie in der Berger Heisterkamphalle führte der Drittletzte der Tabelle noch mit 21:20 gegen Tostedt. Doch dann traf Bergen bis zum Schlusspfiff kein einziges Mal mehr ins gegnerische Tor, während der Aufsteiger richtig aufdrehte und sechs Treffer in Folge erzielte. Vier davon gingen auf das Konto von Dorothee Kröger, die mit zwölf Toren erfolgreichste Schützin der Gäste. „Das ist keine Spielerin, von der ich sagen würde, sie könnte auch zwei Ligen höher spielen. Aber wir haben einfach keinen Zugriff bekommen und sind auf einfachste Tricks reingefallen“, sagte Blancbois.

Von Anfang an sahen die Zuschauer zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Bergen erwischte den besseren Start, lag nach zehn Minuten mit 4:1 vorn. Dabei zeigte sich Bergens Jennifer Kautz sicher vom Punkt und verwandelte jeden ihrer drei Siebenmeterwürfe. Auch Svenja Glasewald fügte sich nach ihrer einjährigen Babypause gut ins Berger Spiel ein und erzielte bei ihrem Comeback vier Treffer. „Sie hat von Beginn an Verantwortung übernommen, auch wenn im Zusammenspiel noch nicht alles geklappt hat“, lobte Blancbois.

Erst in der 23. Minute ging Tostedt erstmals in Führung und brachte den knappen Vorsprung von 11:12 aus Berger Sicht in die Pause. Nach dem Wechsel schaffte es zunächst keines der beiden Teams, sich entscheidend abzusetzen. In einer spannenden Partie wechselte die Führung schneller als das Blinken der Lichterkette am Weihnachtsbaum. Als die Tostedter Schwestern Dorothee und Friederike Kröger zehn Minuten vor Ende beim Stand von 20:20 kurz hintereinander eine Zeitstrafe kassierten, schien alles für Bergen zu sprechen. Doch in Überzahl gelang TuS nur noch ein Tor. „Wenn man nicht aufs Tor wirft, kann man auch nicht treffen“, meinte Blancbois süffisant. Dann kam Tostedts Dorothee Kröger von der Strafbank zurück – und stahl Bergen das fast fertig verschnürte Weihnachtspäckchen vom Gabentisch.