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Lokalsport Betriebsfrieden gefährdet
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22:00 24.04.2013
Von Christoph Zimmer
Hier jubeln sie noch gemeinsam: - Marvin Stieler (Dritter von links) und Manuel Brunne (rechts) feiern - den Treffer von Engin Kiy (links) im Spiel gegen Ottersberg. - Die drei stehen beim TuS Celle FC vor dem Abschied. Quelle: Gert Neumann
Celle Stadt

Seine Versuche, die Spieler zu überzeugen, auch über das Saisonende hinaus zu bleiben, waren durchaus erfolgreich. „Was die sportliche Seite angeht, bin ich mir mit fast allen Spielern schnell einig geworden“, sagt Uwe Hicksch. Aber der Trainer des TuS Celle FC weiß als Bankangestellter nur zu gut, dass bei einer Vertragsverlängerung die finanzielle Seite eine genauso große Rolle spielt. Mindestens. Weil sich die Vertragsgespräche wegen dieser Frage in einigen Fällen hinziehen, gefährdet das nicht nur den Betriebsfrieden des Vereins, sondern auch die Planungen für die nächste Saison. Und das ausgerechnet vor dem Abstiegsgipfel an diesem Freitag in Bückeburg (19.30 Uhr). Das Spiel hat für den Aufsteiger eine richtungsweisende Bedeutung im Kampf um den Klassenerhalt in der Oberliga.

Seine Wunschliste, auf der die Spieler stehen, die er gerne behalten möchte und die, die den Kader im Sommer verstärken sollen, hat Hicksch dem Vorstand bereits Anfang April vorgelegt. Entscheidungen, wer kommt und wer geht, gibt es trotz intensiver Gespräche bislang keine. Die nicht enden wollende Debatte, wie das Gesicht der Mannschaft in der nächsten Saison aussieht, wird zunehmend zur Belastung. Auf die Frage, wie er diese Diskussionen sieht, ist Hicksch unschlüssig. Er gehe das eigentlich entspannt an, sagt er. „Wer weg will, kann gerne gehen.“ Einerseits. „Andererseits ist das ein Thema, das wir im Abstiegskampf am allerwenigsten gebrauchen können.“ Langsam gehe es ihm „auf den Geist, dass die Spieler am Saisonende immer verhandeln“. Schließlich würden alle Spieler wissen, „was im Verein los ist und dass es bei uns nicht das ganz große Geld gibt“.

Nach den Abgängen von Kais Manai und Marco Kirsch im letzten Sommer, deren Erfahrung der jungen Mannschaft vor allem in der Hinrunde fehlte, als sich Niederlage an Niederlage reihte und der Aufsteiger auf den letzten Tabellenplatz abrutschte, droht in diesem Sommer erneut ein großer personeller Umbruch. Die größten Fragezeichen stehen hinter dem Verbleib von Kapitän Marvin Stieler und Angreifer Engin Kiy. Stieler wird immer wieder mit Ligakonkurrent Germania Egestorf in Verbindung gebracht und vermied wie Kiy, der „erst nach der Saison“ erklären will, wohin ihn sein Weg führt, ein klares Bekenntnis zum Verein. Hinzu kommt, dass Ballfänger Eike Mach seine Karriere mit 44 Jahren nach der Saison diesmal endgültig beenden will und Manuel Brunne im Verein keine Zukunft besitzt. Gespräche mit dem Stürmer gab es bislang jedenfalls nicht. Damit droht dem Verein der Verlust von sechs Stammspielern innerhalb eines Jahres.

Wie das aufgefangen werden soll, steht noch nicht fest. Gespräche mit möglichen Neuzugängen laufen bereits. Fest steht aber, dass Hicksch nicht ewig warten wird, bis sich seine Spieler entschieden haben. „Wir bemühen uns um Ersatz und werden damit sicher nicht bis Ende Juni warten.“ Es gibt aber auch gute Nachrichten. So hat Angreifer Benjamin Zeising, der als frisch gebackener Vater einer Tochter eigentlich kürzer treten wollte, angekündigt, „noch ein Jahr dranhängen“ zu wollen. „Wenn man so lange in einem Verein ist, kann man nicht einfach gehen“, sagt Zeising. Der TuS Celle FC sei „eine Herzensangelegenheit“ für ihn.

In Bückeburg wird er wohl wieder in der Startelf stehen. Seine Tore sollen dabei helfen, endlich den ersten Auswärtssieg in dieser Saison einzufahren. Und so dem Klassenerhalt einen großen Schritt näherzukommen.