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Lokalsport Celler Bing Tang zweifacher Tischtennis-Weltmeister der Senioren
Sport Sport regional Lokalsport Celler Bing Tang zweifacher Tischtennis-Weltmeister der Senioren
21:32 21.05.2014
Von Uwe Meier
Bing Tang präsentierte sich bei den Weltmeisterschaften der Senioren in Topform. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle

Mit mehr als 1600 Spielern aus 58 Nationen endeten die 17. Weltmeisterschaften der Senioren in Auckland (Neuseeland). Aus deutscher Sicht konnte eine erfolgreiche Bilanz gezogen werden: Achtmal Bronze, sechsmal Silber und viermal Gold lautet die sehenswerte Edelmetall-Ausbeute.Mit dabei war auch der Landestrainer und Coach des Regionalligisten TuS Celle 92. Frank Schönemeier betreute seinen Kollegen im Bundesstützpunkt Hannover, den TTVN-Honorartrainer Jaroslav Kunz. Der gebürtige Tscheche wurde an der Seite von Jens-Erik Linde (Dänemark) Weltmeister im Herren-Doppel in der Altersklasse der 65 bis 69-JährigenNeben diesem Erfolg freute sich Schönemeier über ein Wiedersehen mit der Nummer 1 des TuS Celle 92 Bing Tang. Bing lebt jetzt in Shanghai und hat seinen Lebensmittelpunkt wieder nach China verlagert. Er hat es geschafft, in der jüngsten Altersklasse (40 bis 49 Jahre) für China im Einzel und Doppel starten zu dürfen.Vor dem Beginn des Turniers sagte Bing selbstbewusst: „Ich starte hier nicht, um das mit einer Urlaubsreise nach Neuseeland zu verbinden, sondern ich möchte im Einzel oder Doppel mindestens eine Medaille gewinnen. Ich habe mich auf meine erste Senioren-WM intensiv vorbereitet.“Frank Schönemeier sah dann schon in den Gruppenspielen im Einzel, dass Bing nicht zu viel versprochen hatte. Er wurde kaum gefordert und gewann die Gruppe überlegen und ohne Satzverlust.Da Bing nicht gesetzt war, hoffte er in der Hauptrunde möglichst nicht mit dem ehemaligen Europameister im Einzel, dem Weltmeister im Doppel und mehrfachen Mannschaftsweltmeister Peter Karlsson aus Schweden in eine Gruppe gelost zu werden. Karlsson wurde im Jahre 2000 letztmalig Weltmeister mit der schwedischen Nationalmannschaft und gehörte in Neuseeland zum engen Favoritenkreis.Nach zwei klaren Siegen in der K.o.-Runde spielte Bing im Achtelfinale gegen Karsten Willhöft. Er gehört zum Kader des Celler Ligakonkurrenten Hamburger SV, der Meister der Regionalliga Nord wurde. Bing verlor den ersten Satz, konnte dann aber durch zwei knapp gewonnene Sätze in Führung gehen und gewann den vierten und letzten Satz überlegen. Jetzt musste Bing nur noch ein Spiel gegen den Russen Sergei Savelev gewinnen, um die Bronzemedaille sicher zu haben. Frank Schönemeier analysierte das Spiel: „Bing benötigte den kompletten ersten Satz, um sich auf das Spiel des Russen einzustellen. Aber ab Satz zwei war zu sehen, dass er in diesem Spiel nicht gefährdet war.“Im Halbfinale war der Däne Mogens Sonnichen Bings Gegner, den er im Punktspiel für den TuS Celle nur denkbar knapp nach Abwehr mehrerer Matchbälle hatte bezwingen können. Dieses Mal konnte Sonnichen Bing nicht aus dem Konzept bringen und musste sich nach drei Sätzen deutlich geschlagen geben. Er hatte kein Mittel gegen Bings hartes Penholderspiel. Im Finale traf Bing auf seinen Doppelpartner, den Chinesen Li Zheng.Wer im Endspiel einen offenen Ausgang erwartet hatte, sah sich getäuscht. Die beiden Doppelpartner kannten sich zu gut. Zheng hatte dem druckvolleren Spiel von Bing nichts entgegenzusetzen und verlor in drei recht deutlichen Sätzen.Bing freute sich über seine erste Weltmeisterschaft: „Ich habe meinen Lebensmittelpunkt wieder nach China verlegt. Dieser Weltmeistertitel macht mich in China noch bekannter, da ja bei uns Tischtennis der Volkssport ist. Ich freue mich, dass ich hier Frank Schönemeier getroffen habe, mit dem ich lange in Niedersachsen zusammen gearbeitet habe“, so der Weltmeister. „Schöne Grüße an meine Mannschaftskameraden in Celle.“ Mit Falko Turner, der derzeit für ein Jahr in Peking ist, hat Bing häufiger Kontakt. „Ich bin mir sicher, dass ich ihm helfen kann, damit er in Celle wieder voll angreifen kann.“Da im Doppel die beiden Endspielteilnehmer des Einzels zusammen für China spielten, war hier Bing mit seinem Partner klarer Favorit. Dieser Rolle wurde das Duo letztlich auch gerecht. Im Endspiel kam es zum Aufeinandertreffer mit der gesetzten und gut eingespielten Doppelpaarung Andrzey (Deutschland) und Krzysztof Piotrowski (Polen). Es entwickelte sich ein spannendes Spiel, in dem die deutsch-polnische Paarung schon mit 2:1 führte. Dann wurde besonders Bing immer sicherer: Mit harten Vorhandschüssen gewann er auch den WM-Titel im Doppel und wurde so zum erfolgreichsten Teilnehmer der Weltmeisterschaft.