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Lokalsport Celler Bodybuilder Hasselmeyer: "Ich esse auch mal Currywurst"
Sport Sport regional Lokalsport Celler Bodybuilder Hasselmeyer: "Ich esse auch mal Currywurst"
19:43 21.12.2017
Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

„Ich hatte da alles gewonnen, wollte aber weiter dranbleiben und gucken, was noch so geht“, erklärt Hasselmeyer den Wechsel zum NAC, einem der größten Amateurverbände für Bodybuilder in Europa.

Deshalb tritt der 50-Jährige nun auch nicht mehr in der Gewichtsklasse bis 77 Kilo an. Stattdessen misst er sich nun in der offenen über 50 Klasse, in der es keine Beschränkungen mehr zum Gewicht und der Größe der Athleten gibt. Und auch in seinem neuen Umfeld ist er erfolgreich. Auf Anhieb erreichte er bei den Norddeutschen Meisterschaften den dritten und bei den Deutschen Meisterschaften den fünften Platz. Damit hat sich Hasselmeyer auch für eine Teilnahme an der Wahl zum Mr. Universum qualifiziert. „Das ist schon eine tolle Nummer“, freut er sich über seine Erfolge.

Als Nächstes peilt der gelernte Lagerlogistiker den Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft sowie eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft an. Und dafür trainiert er etwa dreimal die Woche für jeweils eine Stunde. Hinzu kommt eine Diät, die es in sich hat: Täglich nimmt er etwa zehn Eier ohne Eigelb, 250 Gramm Reis, 200 Gramm Nudeln, 500 Gramm weißes Fleisch sowie Brokkoli, Bohnen und Blumenkohl zu sich. „Vor einem Wettkampf wird es dann die Hölle“, sagt Hasselmeyer. Dann stehen ein bis anderthalb Kilo weißes Fleisch, 20 Eier ohne Eigelb, 100 Gramm Reis sowie 300 bis 500 Gramm Brokkoli auf seinem Ernährungsplan. Außerdem erhöht er sein Trainingspensum etwa vier Monate vor einem Wettkampf auf vier Trainingseinheiten die Woche, die jeweils 45 Minuten lang sind. „Man konzentriert sich dann stärker auf die einzelnen Muskeln“, sagt Hasselmeyer. „Wobei die Ernährung 70 bis 80 Prozent des Erfolgs ausmacht.“

Die härteste Phase beginnt dann etwa drei Tage, bevor Hasselmeyer auf der Bühne steht, um der Wettkampfjury seinen gestählten Körper zu präsentieren. Rund 20 Liter Wasser nimmt er in dieser Zeit zu sich. Dazu ein bis anderthalb Kilo weißes Fleisch und Gemüse. „Keine Kohlenhydrate mehr. Und mit dem Wasser muss man vorsichtig sein, ansonsten kann man auch viel kaputt machen“, sagt Hasselmeyer. Wenn man alles richtig gemacht habe, treten die Muskeln besonders hervor. Und das sei ein tolles Gefühl. „Wenn man auf der Bühne steht und die Leute bewundern einen“, so Hasselmeyer. „Das macht Spaß, zu sehen, was man erschaffen hat. Es ist aber auch ein großer Willens- und Disziplinakt.“

Wobei auch sein eiserner Wille schon einmal Risse zeigt. „Ich esse auch mal eine Pizza oder eine Currywurst. Einmal ungesund Essen macht einen ja auch nicht gleich fett. Es muss sich halt alles die Waage halten.“

Außerdem weiß Hasselmeyer, dass nicht jeder so aussehen will, wie der muskelbepackte Athlet. Dennoch will der 50-Jährige ein Vorbild sein. „Es muss ja nicht jeder so in die Extreme gehen. Aber ich will den Leuten einfach zeigen, was auch in fortgeschrittenem Alter noch alles möglich ist.“