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Lokalsport Celler City Night bricht Starterrekord
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06:56 28.07.2014
Radsport: 12. Celler City Night "Thomas Deist - Pokal" Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Bereits bei der Pressekonferenz zur 12. Celler City Night hatte Chef-Organisator Thorsten Lübke prophezeit, dass Fabian Kruschewski bei den zwei Elite-Rennen in diesem Jahr ganz vorne mit dabei sein würde. „Diese Prognose hat sich nun als richtig erwiesen“, sagte das „Orakel“ vom TuS Celle 92. Der Sprintspezialist Kruschewski erkämpfte sich am Samstag den Sieg im Ausscheidungsrennen, bei dem nach jeder Runde der letzte Fahrer aus dem zehnköpfigen Feld ausschied.

„Endlich mal ein Celler Sieg“, rief Kurt Seffer, der die Rennen am Rande der Strecke in der Celler Innenstadt gemeinsam mit etwa gut 2000 weiteren Zuschauern verfolgte. „Geil, dass es vor dieser tollen heimischen Kulisse zum Sieg gereicht hat“, sagte der 24-jährige Kruschewski, nachdem er mit einigem Abstand als Erster über die Ziellinie gerast war.

Im Hauptrennen über 100 Runden musste Kruschewski dann einen Dämpfer einstecken. Dabei ging alles gut los: Der Fahrer in den blau-gelben Farben legte einen Start nach Maß hin und überrundete zusammen mit acht Kontrahenten das Verfolgerfeld. „In den ersten 20 Runden sind die Führenden nur so über den Kurs geflogen“, kommentierte Moderator Jürgen Kramer.

Die Zuschauer erlebten bei hereinbrechendr Dämmerung ein packendes Rennen mit ständigen Führungswechseln. Auch Kruschewski hatte zwischenzeitlich mal die Nase vorn, bis sich Vorjahressieger Jan-Niklas Droste rund 20 Runden vor Schluss mit einem Sprint absetzte. Dann zog plötzlich ein kurzes aber heftiges Gewitter auf: Umkippende Absperrungen, Platzregen und eine schmierige Fahrbahn waren die Folge.

Als die Rennleitung aus Sicherheitsgründen kurz darauf die letzte Runde des Rennens ausrufen musste, wurde es hektisch, spannend, unübersichtlich. Droste stürzte in der letzten Kurve, sodass sich Heinrich Berger vom Team Ked-Stevens auf der Zielgeraden den Sieg ergatterte. „Als es wie aus Eimern geschüttet hat, hieß es nur noch Augen zu und durch. Am Ende hat es mit etwas Glück gereicht“, sagte der durchnässte Berliner Radsport-Profi. Kruschewski dagegen ärgerte sich darüber, dass seine Taktik nicht aufgegangen ist, er das Treppchen knapp verpasste und auf Platz fünf landete: „Ich habe mich zwischendurch etwas geschont, um am Ende genug Pulver zu haben, aber der Regen und das schnelle Ende haben mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

Im sehr stark besetzten Seniorenrennen kam es quasi zu einer Neuauflage der Deutschen Meisterschaft, da der amtierende Meister Ralf Keller und die aktuell führenden der deutschen Rangliste Toralf Baumgarten und Rainer Becker beim Celler Radspektakel antraten und von Beginn an auf Sieg fuhren. „Das ist heute die Creme de la Creme“, tönte Kramer durchs Mikrofon. In einem schnellen und engen Rennen hatten schließlich auch die Favoriten Baumgarten in der Klasse Ü40 und Keller in der Klasse Ü50 die Nase vorn.

Beim Rennen der Frauen war hingegen schon früh klar, wer den Sieg einfährt. Melanie Hessling aus Laer, vierte der deutschen Rangliste, setzte sich früh vom Hauptfeld ab und trat dermaßen in die Pedalen, dass sie nach etwas mehr als der Hälfte des Rennens alle ihre Verfolger überrundet hatte und souverän gewann.

Mit der zwölften Auflage des Celler Radrennes rund um das Alte Rathaus war Lübke – bis auf den Regenguss am Schluss – rundum zufrieden. Mit etwas mehr als 200 Fahrern sind so viele Athleten an den Start gegangen wie nie zuvor, im Vorjahr waren es noch rund 130 Starter. „Der Bekanntheitsgrad des Rennens vor solch toller Kulisse spricht sich im Laufe der Jahre einfach herum“, bilanziert Lübke. „Langsam nähern wir uns dem Maximum, mehr gibt die enge Strecke einfach nicht her.“

Urs Müller gewinnt Rathaus-Pokal mit finalem Sprint

In den ersten drei Runden des beliebten Promi-Rennens um den Rathaus-Pokal sah es so aus, als ob Leichtathlet Stefan Bädermann den Sieg davontragen würde. Doch in der letzten Runde überschlugen sich die Ereignisse. Urs Müller von den „Unabhängigen“ setzte auf der Zielgeraden zum Sprint an und gewann das Rennen – bereits zum dritten Mal.

„Ein Sieg in einem solch schnellen Rennen vor tollem Publikum ist immer noch was Besonderes“, sagte Müller nach der Siegerehrung. Bis kurz vor Schluss sah es noch so aus, als ob Oberbürgermeister Dirk Ulrich Mende den Sprung auf den dritten Platz des Treppchens schaffen würde – doch Gerald Sommer von den Grünen machte ihm mit einem beherzten Endspurt einen Strich durch die Rechnung und ergatterte die Bronzemedaille.

Erstmals traten mit Turid Arndt, Natasha Ahrens und Jolanda Robben drei Handballerinnen des Bundesligisten SVG Celle bei dem Spaß-Rennen an. Obwohl oder gerade weil sich die Frauen mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison befanden, reichte es nicht für die vorderen Plätze. Ahrens setzte sich früh von ihren Mitspielerinnen ab, wartete am Ende aber auf die beiden, um gemeinsam mit ihnen die Ziellinie zu überqueren: „Die Beine haben schnell dicht gemacht, dass passiert uns in der Halle nicht so schnell“, sagte Arndt. Seine erste Teilnahme feierte das Trio anschließend auf dem Weinfest und nahm sich vor, 2015 wieder an den Start zu gehen.

City-Night-Splitter

Spenden für die DLRG: Die Helfer des TuS Celle 92 sind zwischen und während der Rennen mit einem Sektkühler durch die Zuschauer gegangen. Nach dem Motto „Sportler helfen Sportlern“ haben sie Spenden für die DLRG gesammelt, die durch den Brand im Hafen ein Großteil ihrer Ausrüstung verloren hat. Insgesamt sind rund 430 Euro an Spenden aus dem Publikum zusammengekommen, der TuS hat den Betrag auf 1000 Euro aufgerundet.

Stürze auf Asphalt: Egal ob in der Frauen-, Männer- oder Seniorenklasse: Bei allen Rennen sind Fahrer auf den Asphalt gestürzt. Doch daran sind laut Chef-Organisator Thorsten Lübke keine Behinderungen oder Zusammenstöße von Fahrern, sondern vielmehr Fahrfehler, Reifenplatzer und der Regen Schuld gewesen.

Bobby-Car-Rennen: Bei dem Rennen der kleinsten Teilnehmer setzte sich unter dem Jubel seiner Eltern und Geschwister Tom Dreyer mit seinem pinkfarbenen Wagen durch. Der junge Sieger ist einen Tag zuvor fünf Jahre alt geworden und hat am Tag seines Gewinns mit seinen Freunden gefeiert. Der erste Platz war zweifelsfrei sein bestes Geburtstagsgeschenk.

Von Kai Knoche