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Lokalsport Celler Kanute paddelt zu Team-Silber bei Kontinentalmeisterschaft
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22:07 22.07.2014
Von Heiko Hartung
Im Classic-Einzelrennen kam Jan Ole von Hartz auf den guten fünften Platz. Für eine Überraschung sorgte der Celler Nachwuchs-Kanute aber im Team-Wettbewerb. Dort holte er Silber. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Der eigens hinterhergereiste Trainer und Vater Olaf von Hartz war dennoch zufrieden: „Die direkte Qualifikation war schon eine Sensation; mit der Silbermedaille im ersten Jahr bei den Junioren sind alle Saisonziele deutlich übertroffen worden. Die Sprintstrecke ist tückisch und wegen der ständigen Veränderungen leider auch nicht fair, da hat Jan leider das Glück gefehlt.“

Die Startplätze bei den Herren Junioren im KI waren auch in diesem Jahr hart umkämpft und so hatte bei der KGC niemand ernsthaft damit gerechnet, dass es Jan Ole von Hartz gleich in seinem ersten Jahr bei den Junioren gelingen würde, sich für die EM zu qualifizieren. Nach dem Überraschungssieg bei der Deutschen Meisterschaft, der mit der direkten Qualifikation verbunden war, mussten daher erst einmal schnellstens neue Trainingspläne aufgestellt werden, um die unverhoffte Saisonverlängerung erfolgreich meistern zu können.

Das ist offensichtlich gut gelungen, denn von Hartz zeigte vor allem im Classic eine ausgezeichnete Leistung. Souverän steuerte er mit gewohnt kräftigen und langen Schlägen sein Boot durch die wuchtigen Schwälle mit ihrem tückischen Schiebewasser, Pilzen und Strudeln. Als zweitbester Deutscher erpaddelte er mit einer hervorragenden Zeit den 5. Platz. Nur rund sechs Sekunden trennten ihn am Ende von einer Einzelmedaille. Mit dieser Leistung war ihm ein Startplatz in der KI-Mannschaft sicher und damit verbunden eine gute Chance auf einen Medaillenrang.

Das Team des deutschen Kanuverbands mit von Hartz als Führungsfahrer wurde den hohen Erwartungen gerecht, lag sogar einige Zeit in Führung, bis ein fatales Missgeschick des Bonners Koch beinahe die Medaillenhoffnungen in den Fluten des Vrbas versinken ließ. Der zeigte jedoch Kampfgeist, brachte sein Boot nach einer Kollision mit einem Felsen schnell wieder auf Kurs und die drei starteten eine unglaubliche Aufholjagd. Zwar konnten sie den Sieg der Franzosen nicht mehr verhindern, Silber wurde jedoch von den Tschechen zurückerobert.

Weniger Glück hatte von Hartz im Sprint-Rennen. Im ersten Versuch gelang ihm zunächst ein hervorragender Lauf, bevor ein tückischer Strudel kurz vor dem Ziel das Boot aus der Spur warf und das Paddel förmlich nach unten zog. Die Kenterung war unausweichlich und damit lag nun alle Hoffnung auf dem zweiten Versuch, der zwar sicher ins Ziel gebracht wurde, aber insgesamt von der Linienführung her nicht optimal gelang. Damit war mehr als der 21. Rang im Sprint nicht zu erreichen.

Vater und Sohn von Hartz haben jetzt jedenfalls schon das nächste Ziel vor Augen: „2015 ist Junioren-Weltmeisterschaft in Amerika, da wollen wir auf jeden Fall hin“, waren sich die beiden einig.