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Lokalsport Celler Leichtathleten räumen bei Landesmeisterschaften neun Medaillen ab
Sport Sport regional Lokalsport Celler Leichtathleten räumen bei Landesmeisterschaften neun Medaillen ab
15:33 06.09.2017
Elegant über die Latte: Lotte Haubert vom LAZ Celle sprangbei den Landesmeisterschaften 1,48 Meter hoch. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Verden

Hinter jedem Wettkampfereignis stehen aber nicht nur die reinen Erfolgszahlen, sondern immer auch Hintergrundgeschichten. Da ist das Geschwisterpaar, das sich synchron und sehr erfolgreich in den Speerwurf verliebt hat. Ein Läufer über 300 Meter Hürden, der erstmalig diese Disziplin in einem Wettkampf ausprobiert und mal eben Landesmeister wird. Oder der Sprinter über 100 Meter, der mit der schlechtesten Zeit aller gemeldeten Teilnehmer antritt und es in den Finallauf schafft.

Überragend war wieder einmal Marie Dehning (W14) von der LG Celle-Land. Im Speerwurf warf sie gleich im ersten Versuch das Wurfgerät auf 47,52 Meter und holte sich einen ihrer drei Landesmeistertitel. Auch den Weitsprung dominierte sie souverän. Im letzten Versuch steigerte sich Dehning mit neuer persönlicher Bestleistung auf 5,42 Meter und holte sich damit den zweiten Titelgewinn. Den Hattrick schaffte sie dann über die 800 Meter. Mit einem starken Endspurt setzte sie sich auf den letzten 100 Metern noch an die Spitze und kam in 2:25,19 Minuten als Erste über die Ziellinie – die dritte Goldmedaille war im Sack. Aber es kam noch eine in Bronze dazu. Im Sprint über 100 Meter verbesserte Dehning im Vorlauf (12,87 Sekunden), im Zwischenlauf (12,81) und im Finale (12,79) dreimal ihre Bestzeit und landete auf dem dritten Platz.

Bruder Max Dehning (M13) startete im Speerwurf eine Klasse höher bei den M14 und musste seinen üblichen Wettkampfspeer von 400 Gramm gegen den noch ungewohnten 600 Gramm schweren Speer tauschen. Was ihn aber nicht an einem tollen Wurf hinderte. Mit 45,75 Meter und einer Verbesserung um 8 Meter holte auch er sich souverän seinen ersten Landesmeistertitel.

Die Athleten der LG UFO trugen mit vier Medaillen zum Erfolg der Celler Sportler bei. Allroundtalent Samuel Malte Thömmes (M15) durfte über 300 Meter Hürden nur mit Ausnahmegenehmigung bei den Landesmeisterschaften antreten, da er noch keine Wettkampfzeit vorwies und damit nicht die Norm erfüllte. So ging er völlig unbefangen an den Start. Mit einer halben Sekunde Vorsprung lief er in 42,92 Sekunden über die Ziellinie und wurde vollkommen überraschend Landesmeister. Die letzte Geschichte dreht sich um Maximilian Schiller (M14). Im 16 Teilnehmer umfassenden Starterfeld über 100 Meter hatte er die schlechteste gemeldete Laufzeit. Sein Vater versprach ihm vor dem Start ein T-Shirt mit Aufdruck, wenn er unter 13,00 Sekunden laufen sollte. Das war ganz schön leichtsinnig. In seinem Vorlauf verbesserte er sich auf 12,83 Sekunden und erreichte damit die neuntschnellste Zeit. Durch den Verzicht eines anderen Läufers war er sogar für das Finale qualifiziert, trat aber nicht mehr an.

Henriette Kramer ist Landesmeisterin: Die Nienhäger U20-Sprinterin Henriette Kramer lief in Verden mit 58,80 Sekunden persönliche Bestzeit und holte den Titel über 400 Meter. Zum Saisonhöhepunkt präsentierte sich die Nachwuchsathletin, die seit Januar für den VfL Eintracht Hannover startet, in bester Wettkampflaune.

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt