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Lokalsport Celler Oilers vor dem Aus?
Sport Sport regional Lokalsport Celler Oilers vor dem Aus?
17:51 24.08.2017
Celle

„Nach 18 Jahren werden wir zum ersten Mal kein Team für den Spielbetrieb anmelden“, sagt Eishockey-Urgestein und Spielertrainer Bernd Bombis, dem man die Enttäuschung darüber anhört. Der Grund: Die Oilers bekommen nicht genügend Spieler zusammen, um einen geregelten Saisonablauf gewährleisten zu können. „Wir haben an die zehn Spieler. Eigentlich bräuchten wir 20 oder wenigstens 15, die aber sehr zuverlässig sein müssten. Denn Ausfälle hat man immer“, erklärt Bombis. Schließlich seien die Oilers keine Profimannschaft. „Da muss ein Spieler vielleicht auch mal an einem Spieltag arbeiten oder kann nicht zum Training kommen.“

Deshalb wollte man in der kommenden Saison den Kader eigentlich vergrößern. Doch stattdessen haben viele Spieler bereits angekündigt, dass sie nicht mehr für die Oilers aufs Eis gehen. „Das sind berufliche Entscheidungen gewesen. Einige Spieler haben ihr Studium in Hamburg und anderen Städten begonnen und können deshalb nicht mehr mitmachen“, so Bombis. Hinzu kam der Weggang von Top-Scorer Michael Kopke und dem Abwehr-Experten Tobias Maeter. Beide Leistungsträger sind zum Verein TAG Salzgitter Icefighters gewechselt.

Neben den Abgängen kommt auf die Oilers ein weiteres Problem zu. Denn die Zukunft der Eishalle Langenhagen, die dem Team als Trainings- und Spielstätte diente, ist ungewiss. So hat die Stadt Langenhagen den Pachtvertrag mit den aktuellen Betreibern gekündigt. Damit zog sie die Konsequenzen aus einem monatelangen andauernden Streit um ausstehende Zahlungen. Für die Gesellschafter der Betreibergesellschaft, Kay Uplegger und Marco Stichnoth, kam die Kündigung überraschend. Vor allem, da sie ohnehin bereits angekündigt hatten, sich aus dem Geschäft mit der Eishalle zurückzuziehen und anderen Interessenten Platz zu machen.

Wie es nun mit der Eishalle weitergeht, wird frühestens am 24. September entschieden. Bis dahin wolle die Verwaltung der Stadt Langenhagen der Politik einen Vorschlag zum weiteren Verfahren machen. Für die Oilers, wie für viele andere Sportmannschaften, die die Halle nutzen, eine Hiobsbotschaft. „Wir sind davon total betroffen und müssen versuchen, in andere Hallen auszuweichen“, sagt Bombis. Die einzige Halle, die dafür infrage käme, sei das Eisstadion Mellendorf. „Ob wir da Eiszeiten kriegen, ist fraglich, weil da jetzt natürlich alle hingehen. Ersten Prognosen nach werden wir dort ab 23 Uhr trainieren können.“ Dennoch zeigt sich Bombis für die Zukunft kämpferisch. „Für diese Saison heißt es jetzt erst einmal Leute zusammenkriegen und so gut es geht trainieren.“ Wenn dann noch das Problem mit der Eishalle gelöst sei, wolle er in der übernächsten Saison wieder mit seinen Oilers aufs Eis.