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Lokalsport Celler Olaf von Hartz paddelt mit Wellen und Wirbeln zum WM-Silber
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19:47 07.06.2016
Von Carsten Richter
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BANJA LUKA. Der Altmeister musste gleich als zweiter Starter seines Feldes auf die Strecke und konnte daher von den Zwischenzeitposten nur mit wenigen Informationen über den Rennverlauf versorgt werden. Immerhin fuhr mit Peter Lüthi aus der Schweiz einer der Favoriten vor ihm, zudem bekam von Hartz dann jeweils den Abstand zugerufen. Am ersten Zwischenzeitposten noch um zwei Sekunden zurückliegend, drehte von Hartz dann im schwierigen Mittelstück mächtig auf. Bereits am zweiten Posten kurz vor der Schlüsselstelle war der Rückstand ausgeglichen. In der schwierigsten Passage machte von Hartz dann weitere drei Sekunden gut und ging zur dritten Zwischenzeit nach etwa zwei Dritteln der Strecke in Führung. Diese baute von Hartz im Endspurt weiter aus, am Ende kam er mit gut acht Sekunden Vorsprung vor Lüthi mit vorläufiger Bestzeit ins Ziel.

Der Vergleich zu den Trainingszeiten zeigte deutlich, dass von Hartz sehr schnell unterwegs war. „Dennoch begann nun das bange Warten auf die weiteren Zieleinläufe“, sagt er rückblickend. Die waren dann überwiegend deutlich langsamer. Allein der weitaus jüngere Pavel Sindelar aus Tschechien war dann noch einmal rund fünf Sekunden schneller. Mit der Silbermedaille zeigte sich der KGC-Altmeister aber sehr zufrieden: „Ich bin mittlerweile einer der Ältesten in meiner Klasse, da war eine Medaille ein ehrgeiziges Ziel und das habe ich erreicht“, so die Bilanz des 53-Jährigen.

Die Strecke auf dem Vrbas war sehr abwechslungsreich: Nach leichtem Wildwasser im oberen Teil pressen sich die rund 70 Kubikliter Wasser pro Sekunde im Mittelstück durch eine enge Schlucht, was zu hohen Wellen, starken Presswassern und tückischen Wirbeln führt. Die wären auch von Hartz fast zum Verhängnis geworden, als sein Boot von einem überraschend auftauchenden Wirbel aus dem Kurs gedrückt wurde.

„Es hat mich erstaunt, dass ich dennoch ausgerechnet gegenüber dem Schweizer in dieser Passage noch Zeit gutmachen konnte.“ Auf dem letzten Kilometer vorm Ziel forderte dann eine endlos erscheinende Gerade mit ruhigem Wasser die Willenskraft der Sportler.