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Lokalsport Celler Ruderin fährt zur Weltmeisterschaft
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19:46 02.08.2017
Quelle: Detlev Sey
Celle

Vor allem, nach ihrem „holprigen“ Saisonverlauf. So musste sie es verletzungsbedingt mit dem Training ruhig angehen lassen. Überraschend kam dann für die 30-Jährige ihre Nominierung vom Deutschen Ruderverband für den Frauen-Zweier ohne Steuerfrau.

Mit ihrer Partnerin Lea Kühne vom Mainzer Ruderverein gelang es ihr anschließend in Luzern beim Finale des Weltruderverbandes FISA auf den achten Platz zu kommen. Damit hatte sie die formellen Anforderungen für eine WM-Teilnahme erfüllt. In den Tagen darauf kam dann noch die offizielle Bestätigung vom Deutschen Ruderverband.

„Ich finde es toll, dass sie zur WM fährt“, freut sich ihr Celler Trainer Klaus Scheerschmidt. „Das zeigt, was für einen gut funktionierenden Zweier wir in Deutschland haben.“ Lobende Worte, die zur Unterstützung gehören, die die Wahlhannoveranerin zum Celler Ruderverein brachte. „Als ich vor etwa einem Jahr nach Celle kam, kannte ich Klaus schon und ich wusste, dass ich mit ihm und dem Verein ein tolles Team hinter mir habe.“

Unter anderem dieser Unterstützung sei es zu verdanken, dass Hansen nun zur WM fährt. Und dabei sah es eine zeitlang so aus, als würde sie ganz mit dem professionellen Rudern aufhören. Denn nach einer Verletzung im Jahr 2008 fuhr sie nur noch bei kleineren Wettkämpfen mit. Im Jahr 2010 legte sie die Riemen dann ganz zur Seite, um sich voll ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau zu widmen. Nebenbei arbeitete sie auf einem Clubschiff des Reiseanbieters Aida als Animateurin und ging anderen Hobbys, wie dem Laufen nach. „Ich habe eigentlich immer etwas gemacht, um mich fit zu halten“, sagt Hansen. Im Jahr 2013 wollte sie es dann nochmal wissen. „Ich hatte irgendwie Lust ein Ergo-Test zu fahren, weil ich sehen wollte, was beim Rudern bei mir noch so geht“. Die Ergebnisse konnten sich trotz ihrer Pause sehen lassen und so entschied sie sich, wieder mit dem Rudern anzufangen. Ab 2014 nahm sie wieder regelmäßig bei Regatten teil. „Das alles neben der Arbeit als Bankkauffrau. Das war nicht einfach, aber der Wille war da, es wieder zu schaffen“, erzählt Hansen.

Dennoch kam das Rudern zu dieser Zeit nicht an erster Stelle. „Ich wollte eigentlich ein Fernstudium machen und hatte auch vor, wieder zu Aida zu gehen.“ Doch ihr Erfolg im Frauen-Zweier machte ihr einen Strich durch die Rechnung, erzählt sie mit einem Lächeln. Jetzt konzentriert sich Hansen voll auf ihre Vorbereitung zur Weltmeisterschaft. „Es geht von Trainingslager zu Trainingslager. Jetzt waren wir in Berlin. Als nächstes geht es nach Weissensee in Österreich.“ Dort wird sie 30 Stunden in der Woche „zu Wasser und Land“ trainieren, bevor es zum Abschluss vor der Weltmeisterschaft in die Ruderakademie nach Ratzeburg geht.

Ihren Beruf hat sie trotz allem nicht aufgegeben. Zurzeit nimmt sie sich jedoch unbezahlten Urlaub und lebt von Rücklagen. „Mit Rudern wird man nicht reich“, so Hansen. Doch ihr Wille und ihr Ehrgeiz lassen sie weitermachen. Allerdings bleibt Hansen, was die kommende Weltmeisterschaft angeht, realistisch. „Klar möchten wir gewinnen, aber das ist in dem kleinen Boot ein hartes Geschäft und in Luzern haben wir gesehen, dass die Weltspitze noch etwas schneller ist als wir. Wenn wir es also in das B-Finale schaffen, wäre das schon sehr gut.“