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Lokalsport Celler Ruderverein gewinnt Xental-Achtercup
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13:03 04.10.2016
Celle Stadt

„Das ist gutes Wetter fürs Rudern“, freute sich Roger Philpott. Der Brite war mit 14 Teamkollegen vom Bristol Ariel Rowing Club extra aus England angereist, um gemeinsam mit Freunden ihres Partnerclubs RV Linden Hannover im Masters-Achter um den Ehrenpreis des Landkreises Celle zu rudern. Einen Vorteil durch das britisch anmutende Wetter stritt Philpott ab.

Im Rennen der Masters-Achter (Männer, Mindestdurchschnittsalter 55 Jahre) traf das internationale Team auf eine Renngemeinschaft aus Celler Vereinen sowie dem ehemaligen Celler Dirk Freytag, der im Trikot des Ruderklubs am Wannsee in Berlin ins Boot stieg. Nach dem Start auf Höhe von Thaers Garten lieferten sich beide Achter ein Duell auf Augenhöhe. Erst kurz vor dem Ziel an der Ziegeninsel zogen die Lokalmatadoren am gegnerischen Achter vorbei. Während die Zuschauer am Ufer den knappen Sieg des Celler Achters bejubelten, nahm Roger Philpott die Niederlage gelassen und sah das Positive: „Es ist toll, in Celle auch gegen Celler zu rudern.“

Insgesamt waren am Samstag knapp 300 Boote auf der Aller dabei – deutlich weniger als in den vergangenen Jahren. „Aus Rückmeldungen wissen wir, dass dies vor allem auf die Herbstferien sowie das lange Wochenende zurückzuführen ist“, so Regattaleiter Ralf Leineweber. Mit Blick zurück auf die Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“, bei der die Celler Vereine im August zum zweiten Mal in Folge die bundesweit größte Teilnehmerzahl bewältigt hatten, gewann er dem aber auch etwas Positives ab: „So kommen die vielen Helfer, die hier immer wieder im Einsatz sind, auch mal in den Genuss eines etwas entspannteren Tages.“

Bei den Aktiven auf dem Wasser war von Entspannung nichts zu spüren. Verbissen wurde um die Siege gekämpft und nicht selten fielen die Entscheidungen sehr knapp aus. In 40 der insgesamt 120 Rennen lagen Celler Boote vorn – 20-mal jene des Celler Rudervereins (CRV), 15-mal die des RC Ernestinum-Hölty (RCEH) und 5-mal Hermann Billung. In der Vereinswertung der Jungen und Mädchen teilte sich der RCEH-Nachwuchs den Sieg mit den gleichauf liegenden Gästen vom RV Bismarckschule Hannover und vom Wilhelmshavener RC.

Im Hauptrennen des Tages, dem Xental-Achtercup, kämpften CRV, Hermann Billung sowie der Ruderverein Leer mit dem jüngsten Team im Feld um ein Preisgeld von insgesamt 600 Euro. Im Modus „Best of three“ fuhr der CRV als amtierender Landesmeister, besetzt unter anderem mit fünf Aktiven aus der „Ruderfamilie“ Leineweber, gleich in den ersten beiden Läufen deutlich vorneweg. Billung und Leer machten es dagegen spannend: Beide lagen je einmal auf Platz zwei, im Entscheidungslauf aber war Leer stärker und sicherte sich den mit 250 Euro dotierten zweiten Platz. Am Ende des Regattatages nahmen die Billunger dann Revanche und erreichten im Stadtachter vor den Ostfriesen das Ziel. Vor beiden aber lag auch diesmal das Boot des Celler Rudervereins.

Mit verantwortlich für die CRV-Überlegenheit im Achter war Patrick Leinweber. Der Studenten-Europameister hatte in diesem Jahr nur knapp eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro verpasst und freute sich, bei der heimischen Regatta dabei zu sein, während der andere Celler Rio-Kandidat Peter Kluge schon wieder zu ersten Vorbereitungen auf die neue Saison in Dortmund weilte und deshalb am Samstag nicht dabei sein konnte. „Es ist schön, wieder mit so vielen Vereinskameraden zusammenzukommen“, so Leineweber. Er saß erstmals in diesem Jahr im CRV-Achter und war nach eigenen Angaben zunächst etwas unsicher, ob mit der Mannschaft alles glatt laufen würde – eine unbegründete Sorge, wie die deutlichen Siege zeigten.

Von Amelie Thiemann