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Lokalsport Celler Siegesserie endet mit Debakel
Sport Sport regional Lokalsport Celler Siegesserie endet mit Debakel
20:52 14.02.2010
Von Uwe Meier
Handball-Oberliga Männer, MTV Post Eintracht Celle rot – SV Aue Liebenau. Ein Bild mit Symbolcharakter. Die Celler, hier in der Abwehr mit Nikolas Baris, Wilken Rodehorst und Robin Kothe (von links), hatten Liebenau bereits am Boden, ließen den Gegner aber wieder aufstehen. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Abwehrleistung indiskutabel – Angriffsleistung ungenügend. Handball-Oberligist MTV Post Eintracht Celle hat die guten Vorstellungen der vergangenen Wochen nahezu mit einem Schlag ausgelöscht. Trotz einer 24:18-Führung in der 40. Minute verließ das Team nach zuvor acht Siegen in Folge erstmals wieder als Verlierer das Feld. Gäste-Coach Ingmar Steins nahm es mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Zum zweiten Mal hatte er mit dem Aufsteiger SV Aue Liebenau seinem Ex-Verein mit dem letztlich verdienten 36:30-Erfolg eine Niederlage beigebracht.

Sein Nachfolger auf der MPE-Bank, Alexander Grah, war nach der Partie restlos bedient. „Ich bin sehr, sehr enttäuscht“, sagt er. Enttäuscht war er nicht darüber, dass das Heimspiel mit einer Niederlage geendet hatte, sondern darüber, wie „wir uns verhalten und präsentiert haben. Die Art und Weise, wie wir verloren haben, darf uns nie und nimmer passieren. Wir haben uns selbst in die Niederlage geführt.“

Dabei hatte doch alles so vielversprechend begonnen. Während sich Aue Liebenau in der Anfangsphase damit begnügte, den Torpfosten rund zu schießen – nach 2:40 Minuten hatte sie bereits drei mal die Torumrandung getroffen – zielte MPE etwas genauer und lag 4:0 (8.) in Führung. Ein Vorsprung, der in der Folgezeit leicht und locker noch deutlicher hätte ausfallen können. Doch auch die Gastgeber zeigten vor dem gegnerischen Tor Schwächen. Eine Vielzahl bester Möglichkeiten blieben ungenutzt. „Eigentlich mussten wir das Ding schon in den ersten dreißig Minuten klar machen“, befand auch Grah.

Doch es kam anders – ganz anders sogar. Celle verpasste es aus mehrmaligem Überzahlspiel genügend Kapital zu schlagen. Liebenau kam bis auf 10:9 (19.). Erst als beim Gegner gleich zwei Spieler mit Zeitstrafen belegt wurden, setzte sich MPE wieder auf 15:10 (25.) und wechselte mit einer letztlich verdienten Führung die Seiten.

Nach der Pause schafften die Gastgeber bis zur 40. Minute gerade einmal zwei Feldtore. Das man zu diesem Zeitpunkt dennoch mit 24:18 führte, lag in der Tatsache begründet, dass sich Sascha Dehning vom Siebenmeterpunkt bis dahin sicher zeigte.

Eigentlich musste die Sechs-Tore-Führung für die Entscheidung über Sieg und Niederlage reichen. Aber nur eigentlich – gestern Abend zumindest nicht. Denn während sich die komplette Celler Mannschaft ein Duell mit Liebenaus Sascha Nehr lieferte, aus dem der Gäste-Keeper als ganz klarer Punktesieger hervorging, schlug es im Gehäuse des Tabellendritten gleich reihenweise ein. Vornehmlich nach Würfen von Liebenaus zwölffachen Torschützen Waldemar Buchmüller

Der Aufsteiger nutzte jede Nachlässigkeit der Celler – und davon gab es einige – postwendend aus. Zudem zeigte sich die junge Liebenauer Mannschaft auch im Überzahlspiel weitaus konsequenter. Ein Punkt der letztlich ausschlaggebend war. Zwischen der 41. und 44. Minute hatte MPE einen Spieler weniger auf dem Feld, was die Gäste zu vier Toren in Folge nutzen. Celle verlor nun gänzlich die Linie und kassierte zwischen der 40. und 52. ein 2:11. Liebenau hatte die Partie gedreht. Alle Bemühungen der Gastgeber, der Entwicklung noch eine and er Richtung zu geben, verpufften auf Grund der eigenen Unzulänglichkeiten. Während auf der Liebenauer Bank langsam Feierstimmung aufkam, produzierte Celle Fehler auf Fehler. Die Abwehr war löchrig und das Angriffsspiel viel zu harmlos und ideenlos, um die Gäste noch vor ernsthafte Probleme zu stellen. „Wir sind nicht von einem Gegner geschlagen worden, der besser ist als wir“, meinte Grah. „Allerdings haben wir uns desolat präsentiert.“

MTV Post Eintracht Celle: Oehus, Schöne – Baris (3), Rodehorst (3), Kahler (3), Niebuhr (3), Müller (3), Dehning (6/5), Löbens (4), Weinmann (1), Kothe (4/2).