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Lokalsport Celler Silber-Helden auf Rollen
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16:58 04.10.2017
Von Carsten Richter
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Maloja. Die sechste und letzte Etappe der Tour diente gleichzeitig als Austragungsplattform für die Europameisterschaft der Masters im Inline-Marathon. Mit Temperaturen um den Gefrierpunkt verlangte das Wetter den Cellern alles ab. Doch Kälte und Nässe änderten nichts an ihrem Durchhaltevermögen, für das sich Rudolph und Posadowski am Ende mit Silber und Smutek mit einem starken fünften Platz belohnten.

Mit seiner alpinen Streckenführung durch das Schweizer Engadin ist dieser Marathon als einer der schönsten der Welt bekannt. Doch unerwarteterweise stellte sich in diesem Jahr das Alpental alles andere als gastfreundlich dar. Mit über 400 Sportlern startete der Marathon in mehreren gestaffelten Blöcken von Maloja über St. Moritz in das 150 Meter tiefer gelegene S-chanf. Smutek kam trotz nasser Straßen vom Start gut weg und reihte sich bei hohem Tempo in der Damengruppe zunächst gut ein. Doch die Witterung und das unerwartet hohe Anfangstempo forderten ihren Tribut und so musste sie nach einigen Kilometern das starke Feld ziehen lassen. Mit angepasstem Tempo schloss sie sich nach einigen Solo-Kilometern einer neuen Gruppe an. Dann aber wurden die Sportler mit eisigem Gegenwind weiter ausgekühlt. Mit schmerzenden Armen und Schultern war Smuteks Bewegungsradius stark eingeschränkt. Von diesem Moment an dominierte nur noch der Gedanke, das Rennen gesund und mit Anstand zu Ende zu bringen. Ihr Biss verhalf ihr am Ende zu einem fünften Rang in der Alterklasse 30. „Das Rennen war eine absolute Grenzerfahrung“, sagte Smutek.

Rudolph musste in einem außergewöhnlich großen und gleichfalls starken Starterfeld der Altersklasse 70 antreten. Er startete in einem Block mit der AK 40, 60 und 70. Mit gebotener Vorsicht kam er im letzten Drittel des Startblocks auf die Strecke und ging das Rennen zunächst couragiert an, konnte aber mit schweren Beinen dem Feld nicht folgen. Wetterbedingte Sichtprobleme ließen ihn vom Starterfeld abreißen. Auch er fand erst in der zweiten Rennhälfte wieder Anschluss an eine Gruppe, mit der er gemeinsam den Wettkampf fortsetzen konnte. Mit zunehmder Auskühlung, schmerzenden Händen und Füßen fiel auch Rudolph ein technisch sauberes Speedskaten immer schwerer. Mit letzter Kraft rollte er ins Ziel. Obwohl Rudolph kurz nach dem Start schon keine Hoffnung mehr hatte, einen Podiumsplatz zu erreichen, wurden sein mutiges Durchhalten mit EM-Silber belohnt. „Ein zweites Mal würde ich bei solchen Bedingungen aber nicht mehr starten.“