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Lokalsport Celler Sitzvolleyballer Torben Schiewe legt Pause ein
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16:14 04.01.2017
Von Uwe Meier
Bei den Paralympics in Brasilien im vergangenen Jahr hatten es Torben Schiewe (am Ball) und seine Teamkollegen der deutschen Sitzvolleyball-Nationalmannschaft auf Edelmetall abgesehen – und mussten letztlich ohne Medaillen abreisen. Quelle: Uli Gasper
Celle Stadt

Doch seitdem hat es der 31-Jährige etwas ruhiger angehen lassen. Zumindest in dem Bereich, die seine sportlichen Ambitionen betreffen. „Ich habe mir ganz bewusst eine Auszeit genommen“, bekennt Schiewe. Seit der Rückkehr aus Brasilien hat er keinen Wettkampf mehr bestritten. Auch der VfL Uetze, für den er in der Mannschaft der Nichtbehinderten in den vergangenen Jahren in der Volleyball-Oberliga gespielt hatte, musste auf ihn verzichten. Andere Dinge rutschten für ihn in den Fokus: Familie und Beruf gehörten ganz klar dazu. Und natürlich das Eigenheim in Nienhagen, das er im vergangenen Jahr zusammen mit seiner Freundin bezogen hat.

„Ich glaube, alle waren zumindest ein bisschen froh, dass ich die Prioritäten anders gesetzt haben“, sagt Schiewe. „Es war einfach an der Zeit, all denen Zeit zu geben und Dankbarkeit zu zeigen, die mich auf meinem Weg immer unterstützt haben.“ Immerhin hatte Schiewe für den Weg nach Rio nahezu seinen kompletten Jahresurlaub geopfert und war an den Wochenenden zum Training nach Leverkusen gefahren. „Das war alles schon ziemlich verrückt“, erinnert Schiewe. „Manchmal habe ich auch sieben Stunden im Auto gesessen, um zwei Stunden zu trainieren.“ Freundin und auch Arbeitergeber hätten ihn dabei zwar immer unterstützt, aber auch viel zu oft auf ihn verzichten müssen. „Das sind Dinge, die so nicht mehr drin sind“, sagt er heute. Und so war er zuletzt deutlich häufiger anstatt auf dem Trainingsfeld, in seinem Garten zu finden. Der musste neu angelegt werden. „Es hat auch Spaß gemacht zusehen, wie die Dinge dort entstanden sind“, meint er.

Zudem hat er sich auch beruflich – zumindest etwas – verändert. Ohnehin schon seit Jahren beim MTV Eintracht Celle beschäftigt, hat er kürzlich von Rolf-Peter Nieber die Funktion des Geschäftsführers des Vereins übernommen. „Das steht ganz oben auf der Liste. Das ist eine tolle Aufgabe für mich“, sagt Schiewe. Auch dort galt es sich zu engagieren, um einen vernünftigen Übergang zu schaffen. Dazu gehörte auch, noch einmal die Schulbank zu drücken, um einen Ausbilderschein zu erhalten, damit der Verein weiterhin ausbilden kann.

Doch geht es wirklich ganz ohne Volleyball? Schiewe schüttelt den Kopf. Natürlich hat er sich in der ganzen Zeit fit gehalten – so „drei bis vier Mal in der Woche“, wie er sagt. Zumeist mit Kraft- und Fitnesstraining. Und manchmal hat er auch mit seinen alten Volleyball-Kumpels in Nienhagen den Ball fliegen lassen. Die Sache mit der Volleyball-Nationalmannschaft schlummert doch noch immer im Hinterkopf. „Da würde ich schon gern noch weitermachen“, gibt er zu. In Kürze wird ein neuer Bundestrainer vorgestellt, der das Team auf die Europameisterschaft im November in Kroatien vorbereiten wird. „Einen Freifahrtsschein habe ich dafür gewiss nicht. Man muss sich immer wieder neu anbieten“, so Schiewe, der es trotzdem noch einmal wissen will. „Aber solch verrückte Sachen wie vorher, sind nicht mehr drin“, sagt er und meint damit den Aufwand, den er noch für die Paralympics betrieben hat. Bei den ganzen Dingen im Leben, die es neben dem Sport auch für den 31-Jährigen noch gibt, eigentlich kein Wunder.