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Lokalsport Celler Speedskater Rainer Rudolph erhält höchste Auszeichnung
Sport Sport regional Lokalsport Celler Speedskater Rainer Rudolph erhält höchste Auszeichnung
18:25 28.06.2017
Rainer Rudolph (vorne) vom Skate-Team Celle liebt Speedskaten. Für seine Erfolge wurde er mit der Leistungsnadel in Gold geehrt. Quelle: Sonja Rumpf
Celle Stadt

Die Präsidentin des Niedersächsischen Rollsport- und Inline-Verbands, Cornelia Greb-Bork, ehrte Rudolph „für seine herausragende, sportliche Leistung“ mit der höchsten Auszeichnung, die der Landesverband zu vergeben hat, und die seit Bestehen erst zum zweiten Mal überhaupt verliehen wurde. „Ich habe mich unheimlich über diese Auszeichnung gefreut und bin sehr stolz, diese Ehrennadel tragen zu dürfen“, sagte Rudolph. Die Leistungsnadel wurde ihm beim Inline-Race in Beedenbostel verliehen. „Während der Siegerehrung wurde ich dann geehrt. Es war so schön, dass auch andere Sportler da waren. Ich war wirklich gerührt“, sagt Rudolph.

Doch der 71-Jährige ist bescheiden. Ihm geht es vor allem darum, seinen Sport zu fördern. Bereits seit der Gründung des Skate-Teams Celle im Jahr 2000 engagiert er sich ehrenamtlich auf Vereins- und Verbandsebene. Rudolph gehört zu den Gründungsmitgliedern des Skate-Teams Celle. „Ich bin quasi ein Spätzünder. Andere fangen ja bereits im Kindesalter mit dem Skaten an, ich habe erst als Erwachsener begonnen, aber anscheinend hat es trotzdem gut geklappt“, sagt der Celler. Vereinskollegen haben ihm schon damals attestiert, er sei ein Naturtalent. Rudolphs Erfolge bestätigen dies, aber für die Leistungen habe er auch viel trainieren müssen, verrät er.

„Ich trainiere etwa fünf Mal die Woche und versuche, auch mit den Jüngeren mitzuhalten. Das Alter ist ja eigentlich nur eine Zahl. Ich fühle mich zehn Jahre jünger“, sagt der 71-Jährige. Doch auch an ihm geht das Alter nicht spurlos vorüber: „Beim Halbmarathon in Hamburg musste ich schon härter arbeiten, als noch mit 50 oder 60 Jahren. Man wird halt älter. Das merkt man auch beim Skaten. Ich sehe das ganz realistisch und mache das beste draus.“

Bereits im Kindesalter ist Rudolph Rollschuh gelaufen, doch hat er damals noch nicht daran gedacht, dass er später einmal Europameister im Speedskaten werden würde. „Ich habe geturnt, bin geschwommen und Rad gefahren, aber erst als eine Freundin mir 1999 mal ihre Inlineskates ausgeliehen hat, bin ich auf den Geschmack gekommen. Der Sport hat mir gefallen und mich seitdem nicht mehr losgelassen“, erzählt der Speedskater. Rainer Ertel und Thomas Rumpf bestärkten Rudolph darin, mit dem Sport weiter zu machen, nachdem dieser gleich einen Halbmarathon in Berlin in seiner Altersklasse gewonnen hatte. Seitdem ist Speedskaten Rudolphs Leidenschaft. Auch seine Frau, die selbst zwar nicht auf Rollen unterwegs ist, sondern zu Fuß gerne Halbmarathons beschreitet, unterstützt ihren Mann beim Speedskaten.

Rudolphs sportlicher Ehrgeiz ist nach wie vor da. In diesem Jahr möchte er erneut bei der Europameisterschaft antreten und wagt sich auf die Strecke in St. Moritz, wo er seinen EM-Titel verteidigen möchte. Auf dem weiteren Programm stehen im August der Doppelmarathon in München und der einfache Marathon in Bennigsen – beides im Rahmen der Deutschen Meisterschaft. „Da möchte ich auch wieder gewinnen“, sagt Rudolph.

Von Jessica Poszwa