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Lokalsport Celler Speedskater auf der Überholspur
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16:59 23.06.2016
Von Carsten Richter
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Über 350 Sportler aus neun Bundesländern hatten sich zu den Norddeutschen Meisterschaften in der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle in Erfurt eingefunden. Dort wo im Winter die Eisschnellläufer auf ihren Kufen über das Eis jagen, sorgten nun die Speed-skater auf der abgetauten Bahn für sportliche Höhepunkte.

Mit 16 Konkurrentinnen hatte es Friederike Dobberkau bei den 13-jährigen Schülerinnen-A zu tun. Beim Einzelsprint über 200 Meter verpasste sie als Fünfte nur um weniger als eine Zehntelsekunde die Bronzemedaille. Im anschließenden 2000-Meter-Punkterennen behauptete sie sich während der ersten Hälfte des Rennens in der Spitzengruppe, wurde dann aber behindert und musste dem hohen Tempo Tribut zollen und sich am Ende mit Rang elf zufrieden geben.

Am zweiten Wettkampftag wurde der Rollgewandtheitslauf ausgetragen. Hier glänzte die junge Sportlerin und legte einen absolut fehlerfreien und schnellen Lauf auf dem schwierigen Parcours hin. Nur zwei Sportlerinnen aus Meißen waren noch schneller als sie. Damit gewann Friederike Dobberkau zum ersten Mal für den MTV Beedenbostel eine Medaille bei diesen Meisterschaften.

Martin Rumpf vom Skate-Team Celle eröffnete die Rennen der Junioren-B mit einem neunten Rang im 300-Meter-Einzelsprint. Über 1000 Meter gelang ihm nicht nur der Einzug ins Finale, sondern er steigerte sich auch auf Platz sieben. Das Augenmerk des 15-Jährigen lag aber auf den langen Distanzen.

Im 5000-Meter-Ausscheidungsrennen, bei dem nach jeder Runde der letztplatzierte Läufer das Rennen beenden muss, bis am Ende nur noch fünf Sportler übrig sind, zeigte er eine große kämpferische Leistung. Immer wieder fand er nach den Zwischensprints seiner Gegner den Anschluss an die Spitzengruppe und setzte sich auch von den Nationalmannschaftsmitgliedern ab. So kam er unter die letzten fünf Skater, die das Rennen beenden durften, und im Zielsprint reichte es für ihn zu einem starken vierten Platz.

Thomas Rumpf ging bei den Masters der Altersklasse 50 an den Start. Nach Silber im 300-Meter-Einzelsprint musste er sich auch im Zielsprint über 1000 Meter um vier Hundertstel knapp geschlagen geben. Beim abschließenden 3000-Meter-Punkterennen ging es darum, sich bei möglichst vielen Zwischensprints zu platzieren. Der erste Skater erhält zwei, der zweitplatzierte einen Punkt.

Alle Konkurrenten belauerten den Titelverteidiger aus Celle. Thomas Rumpf setzte sich trotzdem bei jedem Sprint in Szene und sammelte dadurch Punkt für Punkt, während sich die anderen Sportler in dem spannenden Rennen die übrigen Punkte gegenseitig abnahmen. So entschied am Ende Thomas Rumpf mit fünf Punkten Vorsprung das Rennen deutlich für sich.

Als der erfolgreichste Teilnehmer aus der Residenzstadt zollte er seinen jungen Mitstreitern jedoch großen Respekt: „Die gezeigten Leistungen der beiden Jugendlichen sind sportlich in jedem Fall viel höher zu bewerten als meine eigenen.“