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Lokalsport Celler Sportausschuss berät Haushalt 2018: "Kürzungen im Sport werden zum Eigentor"
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18:41 08.11.2017
Von Heiko Hartung
Celle Stadt

„Sie werden feststellen, dass wir uns bemüht haben, die Kürzungen im Sportbereich auf das Nötigste zu beschränken.“ Mit diesen Worten hat die zuständige Dezernentin Susanne McDowell am Dienstag in die Sportausschusssitzung der Stadt Celle eingeführt, in der der Haushalt 2018 beraten wurde. Es habe kaum gravierende Änderungen im entsprechenden Teilhaushalt im Vergleich zum Vorjahr gegeben.

Einige Fragen hatten die Vertreter der Ratsfraktionen aber doch zu dem vorliegenden Zahlenwerk. So fielen vor allem Kürzungen beim städtischen Personal in Höhe von etwa 100.000 Euro ins Auge. Die Erklärung der Verwaltung: Reinigungskräfte, ein Platzwart sowie ein Mitarbeiter aus dem städtischen Sportdepot in der Nienburger Straße seien ausgeschieden. Torsten Schoeps von der Wählergemeinschaft hakte nach: „Wie soll es laufen, wenn Personal wegfällt?“McDowell verwies auf den allgemeinen Abbau im Rathaus. „Das ist die Kunst. Wir müssen mit weniger Personal die gleiche Arbeit schaffen. Wir werden versuchen, die verbliebenen Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen und gleichzeitig die Qualität aufrecht zu erhalten“, so die Dezernentin, die versicherte: „Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben.“

Weniger auf diesen Einzelposten bezogen als vielmehr auf die Sparsignale die seit einigen Monaten aus dem Rathaus kommen, fragte der stellvertretende Vorsitzende des Kreissportbunds (KSB) Celle, Gerald Sommer, an die Adresse der Verwaltung gewandt: „Wie soll es langfristig weitergehen mit dem Sport in Celle, wann ist die Fahnenstange bei den Einsparungen im Sport erreicht? Die Entwicklung im Leistungssportbereich treibt einem schon jetzt Tränen in die Augen.“ Und Ute Rodenwaldt-Blank, sportpolitische Sprecherin der SPD, mahnte: „Die Stadt darf den Sport nicht so stark beschneiden. Wir haben eine soziale Verantwortung und der Sport ist ein wichtiges Standbein unserer Gesellschaft. Weitere Kürzungen im Sport werden in Zukunft zum Eigentor.“

Udo Hörstmann (Unabhängige) und Joachim Ehlers (CDU) spielten den Ball in die Hälfte der Sozialdemokraten zurück: Man müsse die hohe Verschuldung der Stadt in den Griff bekommen, „und da müssen auch die Sportvereine schauen, wie sie ihren Beitrag leisten können“, so Hörstmann. Ehlers ergänzte: „Die SPD muss bei solchen Forderungen konkret sagen, wie sie den städtischen Haushalt in Ordnung bringen will. Wir reden im Sport doch über moderate Einsparungen.“ Die Änderungen im Sporthaushalt seien „nicht dramatisch“.

Wie seit Jahren üblich, stimmten die Mitglieder des Sportausschusses nicht über den Teilhaushalt ab, sondern nahmen ihn lediglich „zur Kenntnis“, da die Haushaltsklausuren der Fraktionen noch bevorstehen.