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Lokalsport Celler Tennisfrauen starten in Hallensaison
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19:07 20.12.2017
Von Heiko Hartung
Quelle: Holger Suhr
Celle Stadt

Während sich die Westercellerinnen um ihre langjährige Mannschaftsspielerin Stefanie Reimchen seit Jahren mit Bravour auf gehobenem Liganiveau behaupten, kommt die CTV seit einigen Monaten mit Volldampf hinterhergeprescht: Um die 21-jährige Jennifer Wacker aus Hambühren, die seit Jahren unter Profibedingungen trainiert und im Sommer vom Regionalligsten Wahlstedt (Schleswig-Holstein) zu ihrem Stammverein zurückkehrte, baute der Klub von der Dammaschwiese ein Team auf, das das Potenzial hat, das Feld von hinten aufzurollen. Das zeigte sich bereits im Sommer, als die CTV-Frauen das Maß aller Dinge in der Verbandsliga waren und verlustpunktfrei in die Landesliga aufstiegen. „Wir wussten, dass wir eine starke Truppe beisammen haben und hatten beim Verband beantragt, gleich in die höhere Liga aufgenommen zu werden. Aber das ist nicht genehmigt worden“, erzählt Oliver Wacker, der seine Tochter Jennifer trainiert und die Zusammenstellung der Mannschaft mitkoordiniert. Auch jetzt in der Wintersaison, die am 6. Januar mit der Partie in Nordhorn beginnt, soll die Landesliga nur eine Zwischenstation sein.

CTV-Vorsitzender Wolf Wallat bestätigt: „Wir rücken bei den Mannschaften den Fokus auf das Damentennis. Dieser Bereich soll professionalisiert werden, ohne die familiäre Atmosphäre im Verein zu zerstören.“ Dazu passt auch das geplante hochklassige Frauen-Turnier im Sommer auf der CTV-Anlage am Güldenen Winkel. Man lege Wert auf einen kontinuierlichen Aufbau auch aus dem Nachwuchsbereich, so Wallat: „Wir wollen künftig für die Spitzenpositionen nicht nur auswärtige Spielerinnen zukaufen.“

Derzeit sind die ersten Positionen aber mehrheitlich mit Leistungsträgerinnen ohne Celler Lokalkolorit besetzt. Nach Wacker als Nummer eins sind eine Engländerin und eine Türkin gelistet. An Nummer vier spielt die frühere Zweitligaspielerin Imke Schlünzen aus Lüneburg, gefolgt von den Niederländerinnen Diana Chehoudi und Danique Baart und Ann-Christin Nilsson, die in Hambühren lebt und schwedische Wurzeln hat. „Wir sind ein internationaler Haufen“, erzählt Wacker lachend. „Und wir wollen angreifen. Die meisten Mädels trainieren wie Profis. Mittelfristig ist die Regionalliga das Ziel“, sagt der 48-Jährige.

Auf dem Weg dorthin müsste die CTV aber erstmal die Frauen aus Westercelle überholen. Im Sommer auf Sand spielt der VfL seit zwei Jahren erfolgreich in der Nordliga, der vierthöchsten Spielklasse. Auch in der Halle will die Mannschaft um den Sportlichen Leiter und Cheftrainer Stephen Williams eine gute Rolle in der Oberliga spielen, wo sie seit vielen Jahren aufschlägt. Los geht es mit der Partie beim TSV Havelse am 6. Januar.

Dabei sind die Westerceller im Umsetzen ihrer Klubphilosophie schon einen Schritt weiter als die Konkurrenz bei der CTV. „Wir hatten früher zwei Tschechinnen fest im Team“, erzählt Thomas Masur (50), der die VfL-Damen bis 2016 trainiert hat. „Inzwischen haben wir so viele Talente aus den eigenen Reihen, das wir eine in Celle verankerte Mannschaft stellen können.“ Einzig die Nummer eins, Marleen Tilgner aus Stelle (Kreis Harburg), hat eine etwas längere Anfahrt. Dahinter kommen mit Mannschaftsführerin Ann-Sophie Funke aus Sülze, der Winserin Greta Ehlers, Chelsea Seidewitz aus Faßberg sowie der Cellerin Reimchen nur Spielerinnen aus der Gegend. „Wir sind ein echtes Regionalprodukt und haben eine tolle Klubmentalität“, sagt Williams (48), der seit drei Jahren in Westercelle ist und als in Spanien aufgewachsener Sohn einer Irin und eines Australiers selbst für das Versprühen internationalen Flairs zuständig ist. Die frühere Regionalligaspielerin und Doppel-Spezialistin Reimchen bestätigt: „Es kommen viele junge Spielerinnen nach. Es ist toll, im Training zu sehen, wie sich die Jüngeren entwickeln.“

Den Weg, den die Celler TV einschlägt, wird natürlich auch in Westercelle wahrgenommen. „Trotz des Ligenunterschieds spielen die CTV-Damen in dieser Konstellation sicherlich auf Augenhöhe mit unseren Mädels“, sagt Williams anerkennend. Masur ergänzt: „Wir müssen nicht um jeden Preis die Nummer eins vor Ort sein. Wichtig ist, dass sich die Spielerinnen wohlfühlen in ihrer Liga.“

Die Phase von vor drei Jahren, als der Wechsel langjähriger VfL-Trainer zur CTV inklusive einer regen Mitgliederabwanderung das Verhältnis zwischen den Klubs belastete, ist nach Aussage beider Vereine kein Thema mehr. Masur: „Wir blicken nur auf die sportliche Konkurrenzsituation.“ Und die schenkt Tennisfreunden künftig vielleicht sogar echte Lokalderbys auf hohem Niveau. In dieser Hallensaison gibt es schon einen Vorgeschmack: Am letzten Spieltag (4. März) treffen die ambitionierten CTV-Frauen auf die Westerceller Reserve.