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Lokalsport Celler Tischtennis-Talente holen EM-Gold
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17:00 19.07.2017
Quelle: Marco Steinbrenner/Montage: CZ
Celle

Jubelt so ein Spieler, der soeben bei seiner ersten Teilnahme an einer Jugend-Europameisterschaft die Goldmedaille mit der Jungen-Mannschaft des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) gewann? Cedric Meissner, Nachwuchstalent des Drittligisten TuS Celle, hatte gerade im Finale gegen Russland sein Einzel gegen Lev Katsman mit 8:11, 11:4, 11:5 sowie 11:5 gewonnen und für den 3:0-Gesamtsieg des DTTB-Quartetts gesorgt.

Was machte der 16-Jährige? Zunächst ging der Blick zu Jungen-Bundestrainer Zhu Xiao Yong und dann auf das Zählgerät. „Ich konnte es im ersten Moment noch gar nicht glauben“, verriet Meissner. Doch spätestens als sein TuS-Mannschaftskollege Tobias Hippler, Gerrit Engemann (TTC GW Bad Hamm) und Fanbo Meng (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell) die Box stürmten, schmiss Meissner seinen Schläger in Richtung Netz und hatte registriert: Nach elf Jahren gewann wieder eine deutsche Jungen-Auswahl Gold bei einer Europameisterschaft. „Das war eine sensationelle Teamleistung“, freute sich der Bundestrainer anschließend.

Auch einige Minuten nach dem Endspiel konnte Meissner seinen Triumph noch gar nicht richtig fassen. Erst als unzählige Glückwunsch-Nachrichten auf dem Handy eingingen, war auch ihm klar: „Wir sind Europameister! Ich habe das Ding erobert!“ Der Linkshänder hatte vier Tage zuvor in der Vorrunde des Team-Wettbewerbs gegen Katsman noch verloren. „Cedric hat sich in das Turnier hinein gespielt und eine deutliche Leistungssteigerung gezeigt“, beobachtete Zhu Xiao Yong. Ein Haken hat dieser EM-Titel für Meissner allerdings noch. „Wenn wir Gold gewinnen, lasse ich mir die Haare rasieren“, hatte er vor dem Turnier gesagt. Am Sonntagabend wird es soweit sein. Fest steht schon jetzt: Der Bundestrainer darf anfangen.

Nach dem Auftaktsieg von Engemann gegen Denis Ivonin deklassierte Hippler Abwehrspieler Artur Abusev, der zuletzt die Polish und Spanish Open gewonnen hatte und in der U18-Europarangliste auf Position sieben geführt wird, mit 11:4, 11:7 sowie 11:5. „Abusev hatte große Probleme mit meinem ersten Spinball. Danach wurde er hektisch. Das spielte mir natürlich in die Karten.“ Dem Russen war der große Druck, beim Stand von 0:1 in die Box gehen zu müssen, deutlich anzumerken. „Mir kam es natürlich entgegen, dass Gerrit die Partie trotz eines 1:5-Rückstandes im fünften Satz noch mit 11:7 gewonnen hatte.“

Doch damit sind die 60. Titelkämpfe in Guimaraes noch lange nicht beendet. Seit gestern Abend stehen die Individual-Konkurrenzen auf dem Programm. Meissner war an der Seite von Laura Tiefenbrunner (SV DJK Kolbermoor) in der ersten Runde des Mixed-Wettbewerbs gefordert. Diese Begegnung fand jedoch erst nach Redaktionsschluss statt. Am Donnerstag geht es für Meissner gegen einen Qualifikanten im Einzel los. Hippler ist an Position zwölf gesetzt und greift erst in der zweiten Runde am Freitag ein. Dafür muss er heute mit Gerrit Engemann im Doppel-Wettbewerb in die Box. Gleiches gilt für Cedric Meissner und seinen schwedischen Partner Simon Soderlund.

Von Marco Steinbrenner