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Lokalsport Celler Wasa-Lauf: Glücklich und mit vereinten Kräften ins Ziel
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20:13 12.03.2017
CZ-Mitarbeiterin Amelie Thiemann beweist ihre Sportlichkeit beim Fünf-Kilometer-Lauf. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Mit leicht zittrigen Händen pinne ich meine Startnummer für den Celler Wasa-Lauf an mein Oberteil. 3354 prangt auf meinem Bauch – jetzt gibt es kein Zurück mehr. Zum Aufwärmen verfalle ich in den Hopserlauf und schlängele mich an unzähligen Läufern vorbei, bis ich an der Startlinie vor dem Alten Rathaus ankomme. Dort warten bereits rund 2500 Teilnehmer. „Noch fünf Minuten“, ertönt es aus dem Lautsprecher neben mir. „Wir starten pünktlich auf die Sekunde.“ Nun schallt wieder Musik durch die Straße.

Vor dem blauen Startbogen stehen Eltern mit ihren Kindern, Jugendliche, Senioren. Einige durchtrainierte Sportler gehen ebenfalls auf die fünf Kilometer lange Strecke, doch die meisten Teilnehmer um mich herum treten an, um eine schöne Zeit zu haben – nicht, um Bestzeiten aufzustellen. Die ausgelassene Stimmung ist ansteckend, und meine Nervosität legt sich etwas.

„Auf die Plätze“, erklingt es aus den Lautsprechern. Mit einem dumpfen Knall fällt der Startschuss. An Laufen ist in den ersten Sekunden gar nicht zu denken. Nur mit Trippelschritten bewegen sich die Läufer neben mir vorwärts, und ich lasse mich treiben. Nach und nach nehmen wir Fahrt auf. An den Streckenrändern jubeln die Zuschauer. Die meisten klatschen, andere rufen gezielt Namen von Läufern, um sie anzufeuern.

Schon geht es um die erste Kurve. Die Geschäfte an der Zöllnerstraße nehme ich gar nicht wahr. Vielmehr konzentriere ich mich auf meine Atmung, die sich dem Rhythmus der vor mir wogenden Läufermasse anpasst. Als farbenfroher Strom ziehen wir die Straße hinunter. Am Heiligen Kreuz trommelt die Band „Samba Orquestra Batucada“ und zaubert nicht nur mir ein Lächeln ins Gesicht.

Als wir die breite Kanzleistraße verlassen und in den Schlosspark abbiegen, wird es eng. Die Wege sind deutlich schmaler als die Innenstadtstraßen. Die Läufer verhalten sich fair und bremsen ab, keiner drängelt sich vorbei. Vor der Stadtbibliothek biegen wir auf die Magnusstraße ab. Entlang des Französischen Gartens entzerrt sich das Teilnehmerfeld etwas. Auch hier haben sich Zuschauer positioniert und feuern uns an.

Eine Läuferin hält am Streckenrand an und bindet ihre Schnürsenkel neu. Ihre Freundinnen warten selbstverständlich. „Super machst du das“, lobt neben mir ein Vater seinen Sohn im Grundschulalter. Beflügelt von diesem Lob legt der Junge noch einen Zahn zu. Ich nehme die vielen Eindrücke in mir auf und genieße dieses Gemeinschaftserlebnis, bei dem das Miteinander klar im Vordergrund steht.

Am Neuen Rathaus stehen weniger Zuschauer. Dafür scheint die Sonne ungehindert auf uns nieder und beschert den Läufern beste Bedingungen. Über den Italienischen Garten und die Wehlstraße gelangen wir zurück in die Altstadt – und zu den Zuschauern. Als ich um die vorletzte Kurve laufe, jubelt mein Freund mir zu. Ich mobilisiere nochmal alle Kräfte und sprinte die Stechbahn hinunter. Glücklich überquere ich die Ziellinie. Das Ergebnis: eine wunderschöne Zeit mit Gleichgesinnten.

Von Amelie Thiemann