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Lokalsport Celler verwandeln Stadt in Partymeile (mit Videos und Bildergalerie)
Sport Sport regional Lokalsport Celler verwandeln Stadt in Partymeile (mit Videos und Bildergalerie)
15:26 14.07.2014
Public Viewing in der CD-Kaserne Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Die Vorfreude auf das WM-Finale war riesig. Bereits eine gute halbe Stunde vor dem Anstoß war der Parkplatz der CD-Kaserne komplett voll, vor dem Eingang bildeten sich lange Schlangen – 2000 Fans pilgerten zum größten Public Viewing in Celle. „Mehr als 400 Leute konnten wir leider nicht mehr rein lassen, mehr geben unsere Kapazitäten nicht her“, sagt Stefanie Fritzsche vom Team der CD-Kaserne. Die abgewiesenen Fans wichen spontan in den kleinen Biergarten vor den Hallen aus.

2000 Fans haben beim Public Viewing in der bis auf den letzten Platz gefüllten CD-Kaserne den WM-Sieg der deutschen Nationalmannschaft verfolgt. Nach dem Abpfiff feierten Hunderte Celler gemeinsam und verwandelten die Innenstadt in eine Partymeile.

Bereits vor dem Spiel herrschte – in Anlehnung an das Motto der Handball-Weltmeisterschaft 2007 – eine „Wenn nicht jetzt, wann dann“-Stimmung: „Die Mannschaft ist nach den letzten beiden Halbfinals jetzt einfach titelreif“, sagte Oguz Demir und prophezeite: „Das wird ein knappes und umkämpftes Spiel.“

Der 21 Jahre alte Celler sollte Recht behalten. Zu Beginn war die Stimmung verhalten. Das Spiel ging hin und her und so auch die Gemütslage der Fans. Als Higuain aus einer Abseitsposition das 1:0 erzielte, setzte für eine kurze Zeit eine Schockstarre im Publikum ein. Doch die deutsche Mannschaft kämpfte sich weiter ins Spiel und die Fans ließen sich besonders in der zweiten Halbzeit zu Sprechchören „Super Deutschland“ hinreißen. Egal ob eine Parade von Neuer, eine gelbe Karte für die Argentinier oder eine Torchance für Deutschland: Das Publikum feuerte Jogis Jungs leidenschaftlich an.

Die Spannung steigerte sich ins Unermessliche, das Finale ging in die Verlängerung. „Meine Nerven machen das nicht mit, ich halte es kaum noch aus“, sagte der 12 Jahre alte Luka und drückte die Daumen. Als Mario Götze mit einem Traumtor den 1:0-Siegtreffer erzielte, gab es in der CD-Kaserne kein Halten mehr – Bierbecher flogen durch die Luft, Konfetti regnete herab, der Boden bebte. Um 23.36 Uhr pfiff der Schiedsrichter die umkämpfte Partie ab, die Celler Fans jubelten ausgelassen und lagen sich gegenseitig in den Armen.

Auch nach dem Spiel gab es unter den Fans kein Halten mehr: Hunderte pilgerten in die Innenstadt und feierten den vierten deutschen WM-Sieg in der Geschichte. Ob Autokorso, kollektive Gesänge, Feuerwerk oder La-Ola-Wellen am Straßenrand: Die Fans ließen ihrer Freude freien Lauf und verwandelten den Schlossplatz in eine Partymeile. „Schweinsteiger und Co. haben soviel eingesteckt und sich als tolles Team präsentiert. Der Titel ist einfach verdient“, bilanzierte Margot Walter, als sie mit ihren Freundinnen auf den Titel mit einem Glas Sekt anstieß. Manch ein Fan ließ sich in der freudetrunkenen Euphorie zu Dingen hinreißen, die er im Nachhinein vielleicht bereut. Marco Schmidt malte sich mit einem Filzstift spontan einen vierten Stern auf die Burst seines Deutschland-Trikots: „Endlich haben wir den vierten Titel, die Mannschaft hat sich damit unsterblich gemacht.“

Von Kai Knoche