Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport Cellerin tanzt mit den Besten der Welt
Sport Sport regional Lokalsport Cellerin tanzt mit den Besten der Welt
13:15 15.11.2018
Von Christian Link
Kira-Luise Skibba trägt für ihre Choreografie "Last Hop" ein rückenfreies Kostüm, damit ihre Bewegungen besser zu erkennen sind.
Celle

Für Kira-Luise Skibba geht ein Traum in Erfüllung. Die Modern-Dance-Tänzerin vom VfL Westercelle hat sich über den Vizetitel beim Deutschlandpokal für die Weltmeisterschaft in Polen qualifiziert. "Es ist ein Hammer, dass es jetzt zur WM reicht", freut sich die 20-Jährige. "Ich tanze schon seitdem ich viereinhalb bin."

Die gebürtige Cellerin erinnert sich noch genau an den Beginn ihrer Tanzkarriere. Schon im Kindergartenalter suchten ihre Eltern für sie die richtige Sportart. "Ich habe Kinderturnen, Tischtennis oder Fußball ausprobiert. Aber das Tanzen hat mich dann gepackt", sagt Skibba. Bei den Minis des VfL Westercelle lernte sie ihre ersten Tanzschritte und erlebte in der Formation "Vidi Vici" auch ihren ersten Wettkampf bei einem Spaßturnier. "Wir hatten uns ganz verrückt als Außerirdische verkleidet", berichtet die 20-Jährige und fügt hinzu: "Da waren wir auch sehr erfolgreich und haben den ersten Platz getanzt."

Übers Dreamteam in die 3. Liga

Später wechselte Skibba dann zum "Dreamteam" eine Altersklasse höher und schließlich zur Jazzdance-Formation "Vitesse". Zwischenzeitlich tanzte die Neuenhäuserin hier sogar in der zweiten Bundesliga. Derzeit liegen die Sportlerinnen auf dem zweiten Platz der Regionalliga Nord/Ost. Skibba ist nicht nur die einzige Solotänzerin aus der 3. Liga, die sich für die Weltmeisterschaft Anfang Dezember qualifiziert hat. Sie ist neben Carly Crane aus Egelsbach auch die einzige deutsche Teilnehmerin unter den Solo-Tänzerinnen.

Die Cellerin wird bei der WM ihre Choreografie "Last Hope" (deutsch: Letzte Hoffnung) aufführen, mit der sie auch beim Deutschlandpokal die Jury überzeugte. "Kira thematisiert in ihrer Choreografie Situationen, die ausweglos erscheinen und klammert sich dabei tänzerisch an das letzte Fünkchen Hoffnung", beschreibt Juliane Wolf vom VfL Westercelle den Tanz, den Skibba zusammen mit Kristina Krieger aus Hamburg ausgearbeitet hat. "Es ist ein schweres Stück, welches ihr sowohl technisch als auch emotional einiges abverlangt." Die Musik dazu stammt vom französischen Pianisten Riopy.

Zur WM wird sich Skibba allerdings etwas umstellen müssen. Beim Deutschlandpokal durfte sie auf einer Fläche von 15 mal 18 Metern tanzen, in Polen stehen ihr nur 12 mal 14 Meter für ihre Choreografie zur Verfügung. "Da fehlen schon einige Meter", sagt sie und nimmt die Einschränkung gelassen: "Die Quali-Turniere waren eine gute Vorbereitung und jetzt heißt es: Weitertrainieren und fleißig bleiben."

Viele Teilnehmer aus Osteuropa

Ein Turnier auf diesem Niveau ist für die 20-Jährige Neuland, die meisten ihrer 47 Konkurrentinnen aus aller Welt kennt sie noch nicht. Viele Tänzerinnen stammen aus Osteuropa und Skandinavien, aber auch Südafrika, die USA, Mexiko und Kanada sind vertreten. "Ich werde mir die anderen Teilnehmer genau anschauen, da bin ich sehr gespannt", sagt Skibba, die demnächst Grundschulehramt studieren will.

Für die WM-Teilnahme hat Skibba schwer geschuftet. Während die meisten VfL-Tänzerinnen eine Sommerpause einlegten, stand bei ihr hartes Training auf dem Programm. „Es ist unglaublich, was Kira diese Saison geleistet hat", lobt Trainerin Sonja Seidler die Vizemeisterin. "Sie hat hart an sich gearbeitet und eine wirklich einzigartige Choreografie gezeigt. Ich freue mich riesig, dass sie das WM-Ticket lösen konnte.“

Bei Tanzgala des VfL Westercelle dabei

Wer Skibbas mitreißenden Tanz sehen will, muss allerdings entweder vom 5. bis 9. Dezember zu den World Modern & Contemporary Championships 2018 nach Rawa Mazowiecka bei Warschau fahren – oder sich bis Februar 2019 gedulden. Dann zeigt WM-Teilnehmerin ihre Choreografie bei der großen Tanzgala, die die VfL-Jazzdance-Sparte jährlich in der HBG-Halle veranstaltet. Bei Youtube gibt es "Last Hope" nicht zu sehen, denn die emotionale Choreografie ist für Skibba eine persönliche Angelegenheit, die – wie sie meint – nicht ins Internet gehört, sondern live erlebt werden muss.

Kampf den Grasfressern: Um der Käferlarven-Invasion auf dem Sportplatz des TuS Hermannsburg Herr zu werden, wurde eine der Maden zur Untersuchung ans Pflanzenschutzamt Oldenburg geschickt.

Heiko Hartung 14.11.2018

Vier Jahre lang hat sie ihren Profi-Traum gelebt. Jetzt hat das Celler Tennis-Ass Jennifer Wacker das Abenteuer beendet. Doch als gescheitert betrachtet die 22-Jährige ihr Projekt nicht.

Heiko Hartung 14.11.2018

Mit dem Aller-Cup hat das größte Rock'n'Roll-Turnier der Region seine 18. Auflage erlebt. In Winsen wirbelten 88 Tanzpaare und sieben Formationen übers Tanzparkett.

Christian Link 14.11.2018