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Lokalsport Celles "Altmeister" ist auf wildem Wasser zu Hause
Sport Sport regional Lokalsport Celles "Altmeister" ist auf wildem Wasser zu Hause
16:28 21.07.2017
Olaf von Hartz in seinem Element: In einem Kanu auf wildem Wasser fühlt er sich zu jeder Jahreszeit richtig wohl.
Celle

Mit zwei Weltmeistertiteln, zwei WM-Vizetiteln und mehr als 20 gewonnenen Deutschen Meisterschaften hat er bereits das erreicht, wovon viele Sportler nur träumen. Dennoch sucht von Hartz nach wie vor die Herausforderung. Das Gewinnen steht für den Altmeister dabei nicht unbedingt im Mittelpunkt. „Wenn andere besser sind als ich, gönne ich ihnen den Sieg. Natürlich habe ich noch heute den Ehrgeiz, vorne mitzufahren. Aber vor allem ist es mir wichtig, dass ich gut fahre“, sagt der Celler.

1977 ist von Hartz durch seine Eltern zum Kanusport gekommen. Schnell ist er in den Verein eingetreten. Vor allem die Vielseitigkeit des Sports hat den heute 54-Jährigen bereits damals gereizt. „Jede Strecke ist anders und die unterschiedlichen Wetterbedingungen mit Wind oder Regen machen das Ganze abwechslungsreich. Ich mag auch die vielseitige Beanspruchung: Man braucht beim Wildwasserrennsport eine Kombination aus Koordination, Ausdauer und Belastungsfähigkeit. Neben der physischen Komponente hat der Sport auch mit Taktik zu tun“, erzählt von Hartz.

Der 54-Jährige ist aufgrund des Wildwasserrennsports rund 25 Wochenenden im Jahr unterwegs. „Zusätzlich wird natürlich mein Urlaub auch für das Kanu fahren genutzt. Ich habe das Boot eigentlich immer auf dem Autodach dabei“, sagt von Hartz. Der Celler besitzt ein Fliesenunternehmen und ist beruflich sehr eingespannt. Aber für das tägliche Training schaufelt von Hartz sich abends etwas Zeit frei. In den Sommermonaten trainiert er gerne auf der Örtze oder Lachte. Die ganze Familie ist mit dem Sport verbunden und paddelt gerne mit. „Wir sind viel in wunderbaren Landschaften unterwegs und ständig draußen. Das ist toll“, schwärmt von Hartz.

Strecken auf der Soca in Slowenien oder der Loisach in Garmisch-Partenkirchen sind ihm besonders in Erinnerung geblieben. „Wir gehen manchmal die Strecken auch vom Ufer aus vorher ab, um uns ein Bild zu machen. Viele Strecken kennt man nach 40 Jahren nun natürlich schon. Es gibt welche, die ich zum Teil aus dem Gedächtnis aus aufmalen könnte“, sagt von Hartz. Vor Wettkämpfen ist er nach wie vor nervös. „Ich dachte immer, dass das Lampenfieber im Laufe der Jahre weniger und man ruhiger wird. Aber noch heute kribbelt es am Tag vorher und am Wettkampftag. Das muss auch so sein. Man braucht den Ehrgeiz, um dann Höchstleistung geben zu können.“

Der erfolgreiche Sportler engagiert sich auch ehrenamtlich und gibt seine sportliche Erfahrung an die nächste Kanu-Generation im Verein weiter. „Jugendarbeit ist wichtig. Die Jugend ist unsere Zukunft. Wir nehmen die Kinder beim Kanufahren stufenweise mit auf das Wasser und sorgen dafür, dass sie positive Erlebnisse sammeln“, sagt von Hartz. Für ihn steht jetzt weiterhin das Training auf dem Programm, „um an den Basics zu arbeiten“, bevor es im kommenden Jahr wieder bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz ernst wird.

Von Jessica Poszwa