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Lokalsport Celles "Mister Eishockey" glaubt nicht an Boom
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16:59 02.03.2018
Von Oliver Schreiber
Bernd Bombis Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Das verloren gegangene Olympia-Finale der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen die russische Auswahl beschäftigt Bernd Bombis noch immer. „Ich denke da ständig dran. Wir hätten Gold holen müssen. Daher kann ich irgendwie mit der ganzen Jubelstimmung nichts anfangen. Wir haben da eine große Chance verpasst, die wohl nie wieder kommen wird“, ärgert sich der Kulttrainer der Celler Oilers.

Der 65-Jährige hat die entscheidenden, dramatischen letzten Minuten noch vor Augen. „Wir haben 2:11 Minuten vor Schluss 3:2 geführt – und dann haben die Russen eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe bekommen. Da musst du das Ding einfach über die Bühne bringen. Da haben wir uns alles andere als clever angestellt“, zürnt Bombis. „Marco Sturm hat als Bundestrainer einen Riesenjob gemacht, da verneige ich mich vor ihm. Aber da musst du als Trainer sofort eine Auszeit nehmen und die Jungs neu einstellen. Die hätten sich doch bloß nur noch die Scheibe zuspielen müssen. Angriff antäuschen und dann immer wieder zurückspielen, immer wieder Zeit von der Uhr nehmen. Wir haben da unsere Linie verloren, gerade auch, als die Russen dann ihren Torwart rausgenommen haben“, blickt Bombis immer noch wehmütig zurück.

Nichtsdestotrotz haben ihn die Auftritte der deutschen Kufencracks begeistert. „Das war Werbung fürs Eishockey“, meint Bombis. An einen Boom glaubt er indes nicht. „Das ist eine Seifenblase, die schnell wieder zerplatzen wird. Für einen Boom fehlen die Voraussetzungen. Es gibt einfach zu wenig Hallenkapazitäten. Und die meisten Jugendtrainer werden viel zu schlecht bezahlt“, spricht Bombis wie gewohnt Klartext. Und teilt auch gegen die Medien aus: „Plötzlich entdecken auch die öffentlich-rechtlichen Sender wieder Eishockey. Aber nur dann, wenn es plötzlich läuft. Ansonsten siehst du da nix und das wird auch in Zukunft wieder so sein. Dabei wären Eishockey-Übertragungen bei ARD und ZDF so wichtig, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen.“

Er selbst tut alles für einen Aufschwung und kümmert sich in der Mellendorfer Eishalle auch um den Nachwuchs. „Meine Laufschule ist ganz gut besucht. Da könnte es einen Zulauf geben. Aber um langfristig Nachwuchs für Eishockey zu rekrutieren, musst du erst einmal in die Infrastruktur investieren“, erklärt Celles „Mister Eishockey“.

Der gebürtige Ostberliner weiß, wovon er spricht. Er versucht weiter, „seine“ Celler Oilers am Leben zu halten. Die Mannschaft, die mangels Spielermaterials in dieser Saison keine Punktspiele bestreitet, kann gerade mal einmal die Woche trainieren – und das auch erst ab 22 Uhr. Mehr Eiszeiten stehen den Oilers nicht zur Verfügung. „Das bedeutet, dass du dann mitten in der Woche erst gegen 1 Uhr nachts wieder zu Hause bist. Und ein paar Stunden später geht‘s dann zur Arbeit. Das erklär‘ dann mal deiner Familie“, schildert Bombis die Probleme.

Dennoch bekommt er jeden Mittwoch immer zwischen 10 und 15 Spieler zusammen. Vermutlich wären es mehr, wenn die Trainingseinheit früher beginnen könnte. „Daher hoffe ich, dass die Eishalle in Langenhagen saniert und weiter betrieben wird. Das würde uns und dem gesamten Eishockey hier in der Region unglaublich weiterhelfen. Im April soll da eine Entscheidung fallen. Ich hoffe, sie fällt im Sinne des Eishockeys“, so Bombis.

Apropos Hoffnung: Die besteht auch weiterhin für die Oilers. Mit „40:60“ beziffert Bombis die Chance, dass er für die nächste Saison genügend Spieler zusammenbekommt. Bis Juli hat er dafür noch Zeit. „Ich habe schon Zusagen von zwei Torhütern und zwei weiteren guten Spielern. Du brauchst mindestens 15 feste Zusagen von Spielern, die dann auch immer dabei wären. Daran arbeite ich“, erläutert Bombis.

Schnee oder Kälte und eventuell sogar Glatteis beim Celler Wasa-Lauf – bei Europas größtem Altstadtlauf? Das könnte durchaus Probleme geben. Doch darüber kann Holger Pieper nur müde lächeln. „Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen“, sagt einer der Mitorganisatoren. „Das wird schon wieder. Da bin ich Optimist. Die Wettergötter sagen das ja auch“, so Pieper über die äußerlichen Bedingungen bei der traditionellen Volkslauf-Veranstaltung, die am Sonntag, 11. März, zum 36. Mal in der Celler Altstadt mit ihren vielen historischen Fachwerkhäusern ausgetragen wird.

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