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Lokalsport DHB-Pokal: SVG Celle unterliegt nach Schlusssirene
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19:59 09.11.2014
Von Uwe Meier
Spielszenen DHB-Pokal Handball Füchse Berlin gegen SVG Celle. Silvia Szücs (rechts) Quelle: Edgar Nemschik
Celle Stadt

„Na ja. Sicher war es ein schönes Gefühl, auf der SVG-Bank zurück zu sein. Insgesamt war alles sehr vertraut“, sagte Celles Trainer Martin Kahle nach dem ersten Spiel nach seiner Rückkehr. Enttäuscht fügte er an: „Es hätte nur mit einem Sieg enden dürfen.“

Insgesamt konnte er aber mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden sein. Der SVG Celle hatte den favorisierten Berlinerinnen einen großen Kampf geliefert, hatte nie aufgesteckt und musste sich erst nach dem Schlusspfiff geschlagen geben. „Die Mannschaft hat sich nach dem zwischenzeitlich deutlichen Rückstand gut zurückgekämpft und hat immer an sich geglaubt“, zeigte sich Kahle mit der Einstellung der Spielerinnen hochzufrieden. „Es gibt allerdings nach wie vor genug zu tun. Insbesondere, was das Angriffsspiel angeht.“

Dabei hielt der Auftakt der Partie nichts Gutes für das Celler Team bereit. Zwar führten die Gäste nach vier Minuten 3:2, doch dann wurde Berlin immer stärker. Während die Abwehr der Gastgeberinnen, die in ihrer Anfangsformation vier Nationalspielerinnen aufboten (Natalie Augsburg, Laura Steinbach, Christine Beier und die Schwedin Frida Tegstedt) in dieser Phase sehr sicher stand, fing die Defensive des SVG-Teams an zu wackeln. „Wir haben da einfach keinen Zugriff auf den Gegner bekommen“, so Kahle. In einer Auszeit stellte er die Abwehr von einer 6:0-Deckung auf eine 5:1-Formation um. Anschließend lief es zwar besser, doch der 4:10-Rückstand (13.), der in dieser Phase entstanden war, war zugleich eine hohe Hypothek. Zudem verließ nach 15 Minuten Celles Haupttorschützin Renee Verschuren verletzt das Feld. Sie konnte aufgrund von Rückenproblemen nicht mehr weiterspielen. Ob und wie lange sie ausfallen wird, werden Untersuchungen Anfang dieser Woche zeigen.

Lange Zeit lief Celle diesem Rückstand vergeblich hinterher. Berlin hielt den Vorsprung nahezu konstant bei fünf oder sechs Toren. Erst nach dem Seitenwechsel kam Celle stärker auf. Beim 16:18 (38.), und 17:19 (40.) war der SVG auf Schlagdistanz. Vor ernsthafte Probleme hatte man den Gegner aber nicht gestellt – noch nicht. Denn Berlin setzte sich noch einmal auf 23:18 (50.) ab. Dann aber folgte eine bärenstarke Aufholjagd der Gäste. Berlin hatte inzwischen Schwierigkeiten bekommen, sich gegen die SVG-Abwehr wirkungsvoll in Szene zu setzen. Füchse-Coach Lars Melzer wechselte in der Offensive deshalb für die Torhüterin eine siebte Feldspielerin ein. Ein taktischer Schachzug, der nach hinten losging. Denn der SVG kam auf 22:23 (54.) heran und nutzte dabei zweimal die Möglichkeit, den Ball ins verlassene Berliner Tor zu werfen. Die Füchse spielten anschließend zwar wieder mit einer festen Torhüterin, doch Celle hatte jetzt „Blut geleckt“ und ging sogar mit 24:23 (57.) in Führung. Es war der Auftakt zu einer dramatischen Schlussphase. Der Sekundenzeiger hatte sich bereits auf seine letzte Runde begeben, als Adriana Cardoso de Castro das 25:24 gelang. Die Führung hielt jedoch nur ganze elf Sekunden, dann hatte Berlin den Ausgleich geschafft. 24 Sekunden waren noch zu spielen, als Kahle in einer Auszeit den letzten Spielzug ansagte. Doch nur wenig später unterlief ein folgenschwerer leichter Ballverlust. Celle konnte den folgenden Tempogegenstoß nur mit einem Foulspiel am eigenen Neun-Meterkreis unterbinden. Zudem bekam Kathrin Schulz eine Zeitstrafe aufgebrummt. Inzwischen war die Spielzeit bereits abgelaufen. Doch der Freiwurf musste noch ausgeführt werden. Und den jagte Laura Steinbach an der SVG-Mauer vorbei zum 26:25 für Berlin ins Netz. Das Pokal-Aus für das SVG-Team war perfekt.

Kahle blickte nach der Niederlage sogleich nach vorn. Am kommenden Samstag geht es in Celle erneut gegen Berlin. Dann geht es allerdings um Punkte in der Meisterschaft. „Wir haben jetzt eine Trainingswoche Zeit, um an ein paar Schwächen zu arbeiten. Und vielleicht klappt es ja dann mit einem Heimsieg.“