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Lokalsport „Ally Pally“ am Nordwall
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15:39 21.12.2018
Von Uwe Meier
Hell beleuchtet Dartsscheiben in frisch renovierter Umgebung. Die Dartsspieler des MTV Eintracht Celle haben es sich in ihrer neuer Spielstätte richtig gemütlich gemacht. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Den drei Treffern in das Triple-20-Feld folgt ein lautstarkes und in die Länge gezogenes „One hundred and eighty“ des Kommentators. Die zum Teil kostümierte Fans feiern ausgelassen und recken freudetrunken Schilder mit einer darauf gedruckten oder geschriebenen 180 in die Höhe. Ein bisschen verrückt mutet das schon an. Doch was da über den Fernsehschirm flimmert und jährlich mehr und mehr Anhänger findet, ist hoch konzentrierter Sport. Traditionell wird zur Jahreswende im Londoner Alexandra Palace, dem liebevoll genannten „Ally Pally“, der beste Dartsspieler der Welt gesucht. Dort sind die Könige der Pfeile am Werk. Doch auch in Celle hat sich inzwischen eine kleine Gemeinschaft gebildet, die wöchentlich ihrer Leidenschaft nachgeht. Sie können nur den Kopf über die Leute schütteln, die sagen, Darts wäre einfach.

Ist Darts eigentlich Sport?

Tatsächlich belächeln Kritiker die bewegungsarme Pfeilekunst noch immer. Nicht selten kommt die Frage: Darts, ist das überhaupt Sport oder gehört das weiterhin in die Kneipe? Genau diese Frage hat auch den Celler Horst Ziegler vor gut vier Jahren beschäftigt. Die Antwort hat er im Selbstversuch herausgefunden. Er hat einfach mal bei Dartsspielern in Wathlingen vorbeigeschaut – hat mit dieser Frage im Kopf ausprobiert, was Darts denn so besonders macht. Die Antwort war schnell gefunden. „Ich war sofort Feuer und Flamme“, erzählt er und bezeichnet sich fortan als vom Darts Infizierter. Eine ruhige und zielsichere Hand, viel Technik, mentale Anstrengung und Immunität gegen Ablenkung – das ist, worauf es beim Darts ankommt.

Ein Dartsklub in Celle muss einfach her

Was es in Wathlingen und auch in Oldau, Bergen sowie Unterlüß gibt, suchte Ziegler auch in Celle – einen Dartsklub. Doch die Residenzstadt hatte so etwas nicht zu bieten. Noch nicht. Denn für Ziegler war klar, dass er daran etwas ändern will. „Das machen wir, das wird angepackt und umgesetzt“, sagte er sich damals.

Über die sozialen Medien suchte er 2017 Mit-Darter. Die Resonanz auf seinen Aufruf war gut. Erst waren es fünf Spieler, weitere zwei Monate später hatte sich die Zahl der Mitglieder verdreifacht. Eine Spielstätte wurde vorerst im Tennisheim des PSV Celle gefunden. Doch die dortigen Räumlichkeiten erwiesen sich bald als zu klein. Dort war eben nur Platz für zwei Boards (Dartscheiben). Staus vor den Scheiben waren an den Trainingstagen mehr oder weniger an der Tagesordnung und sorgten für Unzufriedenheit.

Neue Spielstätte entsteht am Nordwall

Abhilfe musste her. Auf der Suche nach einer neuen Lokalität fand Horst Ziegler den Weg zum MTV Eintracht Celle. Nach Gesprächen mit MTVE-Geschäftsführer Torben Schiewe war schnell klar, wo die Celler Dartsgemeinde ihre neue Heimat finden würde. Dort, wo in früheren Zeiten beim MTVE am Nordwall an entsprechenden Geräten an der Fitness gearbeitet wurde, entstand ein Treffpunkt für Vereinsdarter. Sozusagen Celles ganz eigenes und kleines „Ally Pally“.

Platz für sechs Dartscheiben

Alle packten mit an, als im Juni dieses Jahres damit begonnen wurde, den Raum entsprechend umzugestalten. Wände wurden gestrichen, zum Teil neuer Boden verlegt und Gerüste gebaut, an denen die Boards befestigt werden können. Es gab schon einiges zu tun. „Das hat aber auch Spaß gemacht“, erzählt Ziegler, der mit seinen Mitstreitern auch dafür gesorgt hat, dass eine entsprechende Möblierung vorhanden ist. Platz ist nun für sechs Dartsscheiben, die jeweils mit einer eigenen Beleuchtungseinheit (400 Lumen) versehen wurden. „Ganz fertig sind die Umbauarbeiten noch nicht“, sagt Ziegler. „Ein bisschen müssen wir noch tun.“ Doch schon jetzt haben die Celler Dartsbegeisterten am Nordwall einen Ort gefunden, an dem sie die Kombination aus Geselligkeit, Teamgeist und Leistungssport ausleben können. „Gastmannschaften sind auf unsere Räumlichkeiten schon manchmal ein bisschen neidisch“, erzählt Ziegler, der derzeit beim Fliegen der Pfeile nur zuschauen kann. „Meine Schulter ist kaputt“, erzählt er.

Das hält ihn allerdings nicht davon ab, drei Mal in der Woche dabei zu sein, wenn sich die neuen MTVE-Mitglieder zum Training treffen. Dienstag, Donnerstag und Freitag fliegen ab 19 Uhr im Gebäude am Nordwall 10 die Pfeile. Wer diesen Sport einmal ausprobieren möchte, kann das an diesen Trainingstagen tun. „Nur zu. Wir freuen uns über jeden“, sagt Ziegler und hofft, dass noch einige Personen hinzukommen, die vom Dartsvirus angesteckt werden. Frauen und Männer sind gleichermaßen willkommen.

Drei Mannschaft zum Spielbetrieb angemeldet

Am Wochenende sind die Dartsspieler oftmals im Punktspieleinsatz. Drei Teams sind für den Spielbetrieb beim Bezirk-Dartsverband Lüneburger Heide gemeldet. Dem gehören insgesamt 27 Vereine mit über 500 aktiven Mitgliedern in 63 Teams an. Die erste Celler Mannschaft ist in der acht Teams umfassenden Bezirksklasse aktiv. „Da sind wir Herbstmeister“, sagt Mario Groß, der seit den Anfängen in Celle dabei ist. Die beiden anderen Teams darten in der Kreisliga.

Die Kosten für einen Dartsspieler halten sich in Grenzen. Neben dem Mitgliedsbeitrag beim MTV Eintracht braucht ein Spieler rund 100 Euro im Jahr für sein Equipment. Die weiteren Kosten versucht Ziegler über Sponsoren zu decken. So wie für einheitliche Dartsshirts der MTVE-Spieler. Und da ist noch ein weiterer Wunsch: ein Beamer, mit dem TV-Bilder an eine weiße Wand projiziert werden können, um vielleicht auch die Stimmung vom großen Londoner „Ally Pally“ an den Nordwall zu bringen.

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