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Lokalsport Déjà-vu-Niederlage für SVG Celle (mit Video)
Sport Sport regional Lokalsport Déjà-vu-Niederlage für SVG Celle (mit Video)
07:33 09.02.2015
Kamen beide im Spiel gegen den VfL Oldenburg - nicht so recht zur Entfaltung: Nachwuchstalent - Mieke Düvel (unten links) erzielte keinen Treffer - für den SVG. Kreisläuferin Natasha Ahrens (oben, - im Flug) war zwei Mal erfolgreich. Quelle: Benjamin Westhoff (2)
Celle Stadt

„Mit Mut in die ,Mission Impossible‘“ – so lautete das Motto, mit dem die Handball-Frauen des SVG Celle in das Bundesliga-Duell gegen den VfL Oldenburg gegangen sind. Doch anders als in dem Action-Film mit Tom Cruise gab es für die Cellerinnen kein Happy End. Sie verloren trotz Halbzeitführung mit 22:23. Einen Thriller bekamen die Zuschauer in der HBG-Halle zur besten Sendezeit am Samstagabend trotzdem zu sehen.

Denn trotz anfänglicher Schwächephase führte der SVG zur Halbzeit mit 12:10 und bekam, wie in der vergangenen Woche gegen Bietigheim, erst wenige Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Gegentreffer.

Besonders in der Defensive lieferte die Kahle-Truppe eine hervorragende Leistung gegen die an Toren gemessen drittbeste Mannschaft der Liga ab. „Wir haben heute eine der angriffsstärksten Mannschaften der Bundesliga auf 23 Tore gehalten“, sagte SVG-Trainer Martin Kahle im Anschluss nicht ohne Stolz in seiner Stimme. Auch Rückraumspielerin Renee Verschuren pflichtete ihm bei: „Wenn uns das vorher einer gesagt hätte, dass wir gegen die nur 23 Tore bekommen, hätten wir sofort eingewilligt.“

Selbst Gästetrainer Leszek Krowicki huldigte auf der Pressekonferenz dem mutigen Auftritt der Cellerinnen. „Bei der Leistung, die ich heute gesehen habe, bin ich mir sicher, dass wir hier im nächsten Jahr wieder herkommen“, so der VfL-Coach.

Offensiv brillierte im SVG-Team vor allem eine: Rückraumspielerin Silvia Szücs. Nachdem sie in den vergangenen Partien gegen Blomberg-Lippe, Leverkusen und Bietigheim zusammengenommen nur vier Treffer erzielt hatte, warf sie beim Duell mit Oldenburg neun Mal ins gegnerische Netz. Drei Treffer davon waren Siebenmeter. Diese Aufgabe hatte sie von Renee Verschuren übernommen, nachdem die Niederländerin in der ersten Halbzeit vom Punkt an der Oldenburger Torhüterin gescheitert war. Szücs spielte an diesem Tag im linken Rückraum. „Aufgrund unserer Personalsituation hat sie zuletzt rechts gespielt“, erklärte Kahle nach der Niederlage. Offenbar liegt ihr das Spiel auf links besser. Die Rekordtorschützin dieses Spiels konnte sich in der Halle ein paar Tränen nicht verkneifen und saß noch lange nach Abpfiff geknickt am Spielfeldrand. „Diese Woche haben wir viel mehr mit Kopf gespielt und gezeigt, dass wir auch die Großen ärgern können“, sagte sie kämpferisch, als sie sich wieder gefasst hatte.

Tabellarisch ist der SVG mit der fünften Niederlage in Folge auf Platz 11 abgerutscht. Auch am Mittwoch (19.30 Uhr) gegen den Tabellenzweiten Thüringer HC scheint ein SVG-Sieg „impossible“ zu sein. Entscheidender im Abstiegskampf wird das Spiel am 21. Februar bei den Vulkan-Ladies aus Koblenz. Dort sollte auch ohne Hilfe von Tom Cruise ein Sieg möglich sein.

Von Alexander Hänjes