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Lokalsport „Die letzte Chance nutzen“
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14:43 27.03.2012
Von Christopher Menge
Wollen sich in hochkar‰tigen Wettbewerben durchboxen: Maik Schmitz und Janina Bonorden. Quelle: Christopher Menge
Celle Stadt

Für zwei Celler Boxer geht im Mai ein Traum in Erfüllung. Janina Bonorden will bei der Weltmeisterschaft in China glänzen. Der zwölfjährige Maik Schmitz hat seine erste Deutsche Meisterschaft in Berlin vor der Brust. Schweißtreibende Wochen stehen für die beiden VfK-Boxer bevor, ehe beide bei ihrem bisherigen Karriere-Höhepunkt in den Ring steigen.

„Es ist mein erstes richtig großes Turnier“, blickt Bonorden auf die WM in China, „Wenn man solange boxt, will man einmal dabei sein.“ Dabei hatte Bonorden das Boxen aus beruflichen und privaten Gründen schon etwas auf Eis gelegt. Im letzten Jahr nahm sie nicht an den Deutschen Meisterschaften teil und verpasste somit auch die Qualifikation für die Europameisterschaft. „Die Mädels aus dem Bundeskader haben mich vorgeschlagen, sodass ich zu einem Lehrgang eingeladen wurde“, berichtet Bonorden, „Dort habe ich meine Chance genutzt.“

Die letzte Chance, wie sie meint. Und so überracht es nicht, dass die ehrgeizige Boxerin „richtig Gas geben will, um einen möglichst guten Platz zu erreichen.“ Für die Vorbereitung musste sie ihren Job als Friseurin an den Nagel hägen. „Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mich sponsorn und mir meinen Traum ermöglichen“, sagt Bonorden, die in den nächsten Wochen kaum zu Hause sein wird. Seit Montag bolzt sie für zwei Wochen Ausdauer, Kraft und Kondition in Italien, anschließend will sie sich bei einem internationalen Turnier auf Kreta Kampfpraxis holen, um dann in der Sportschule Hennef, wo sie bereits im Februar die Vorbereitung begonnen hat, den letzten Schliff zu holen.

Mit einer guten Platzierung hofft Bonorden auf sich aufmerksam machen zu können, um dann in die Sportfördergruppe aufgenommen zu werden und Sponsoren zu finden. „Mein Traum bleibt es, Profi- Boxerin zu werden“, so Bonorden, die sich in der Gewichtsklasse bis 64 Kilogramm wohl fühlt, „Ich hoffe, dass sie 2016 auch olympisch wird.“ Aber soweit denkt die Boxerin derzeit noch nicht, denn erst einmal geht bei der Weltmeisterschaft in China ein Traum in Erfüllung.

Währenddessen bereitet sich Maik Schmitz auf seinen ersten Höhepunkt in seiner noch jungen Box-Karriere vor. Durch den zweiten Platz bei der Niedersachsen-Meisterschaft hat er sich für die Deutsche Meisterschaft in Berlin qualifiziert. „Ich habe vor drei Jahren angefangen, nachdem ich Boxen im Fernsehen geschaut habe“, erinnert sich der Zwölfjährige, der Mike Tyson zum Vorbild hat.

Im Hinblick auf die Meisterschaften arbeitet Maik im Training vier Mal pro Woche besonders an seiner Ausdauer. „Außerdem trainieren wir mehr mit der Pratze“, berichtet Maik, der noch schneller und härter schlagen möchte, „Mein Trainer hat mir außerdem gesagt, dass ich ruhiger werden soll, um den Gegner auszuboxen.“

Sein Trainer weiß genau, wovon er spricht. Sebastian Foeste war selbst fünffacher Deutscher Meister und einmal internationaler Deutscher Meister. „Maik ist ein sehr ehrgeiziger Sportler“, lobt Foeste, „Er wurde gerade vom Vorstand als fleißigstes Trainingsmitglied geehrt.“ Zudem setze er die Tipps gut um. „Er lernt Techniken in einem halben Jahr, die andere Boxer in fünf Jahren nicht drauf haben“, sagt Foeste, „Er hat großes Potenzial und noch viel Zeit.“

„Ich will einen besonders guten Kampf machen“, freut sich Maik, der in der Gewichtsklasse bis 32 Kilogramm antritt, auf seinen ersten sportlichen Höhepunkt.