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Lokalsport Doppel sichern TuS 92 den Sieg
Sport Sport regional Lokalsport Doppel sichern TuS 92 den Sieg
16:48 09.09.2013
Von Heiko Hartung
Das Celler Doppel Niklas Matthias (rechts) und Björn Ungruhe - gewann sein Auftaktspiel und legte damit den Grundstein - für den Sieg gegen Bargteheide. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Mit gemischten Gefühlen waren die Tischtennisspieler des Tus Celle 92 nach Bargteheide gefahren. Es war klar, dass die Bargteheider auf Revanche für die beiden knappen Niederlagen des Vorjahres brannten und bei einer weiteren Niederlage die Erreichung des Saisonziels schon jetzt in weite Ferne rücken würde. Aber der Celler Trainer Frank Schönemeier ließ sich etwas einfallen und überraschte damit den Gegner: „Nachdem wir im Spiel gegen Bolzum mit 1:2 aus den Anfangsdoppeln immer einem Rückstand hinterher rennen mussten, war klar, dass ich besonders an der Doppelaufstellung etwas ändern musste. “ Der Plan ging auf. Nachdem das Celler Doppel 1 Niklas Matthias/ Björn Ungruhe recht deutlich ihr Spiel gewannen, unterstützen sie ihre Mannschaftskameraden Falko Turner/Nils Hohmeier, die gegen das Doppel mit den meisten Siegen in der Regionalliga antraten. Im fünften und entscheidenden Satz saß jeder Schmetterball und das Celler Duo spielte sich förmlich in einen Rausch und gaben in dem gesamten Satz nur zwei Punkte ab.

Weil am Nebentisch das dritte Doppel André Kamischke und Yannik Dohrmann ebenfalls erfolgreich war, stand es nach den Doppeln 3:0 für Celle. Aber allen Cellern war klar, dass man von einem Sieg noch weit entfernt war, da ein negativer Ausgang im oberen Paarkreuz zu erwarten war. So gestalteten denn auch beide Celler Spitzenspieler einige Sätze knapp, verloren aber trotzdem relativ deutlich beide mit 1:3, so dass Bargteheide auf 2:3 verkürzen konnte.

Sollte das mittlere Paarkreuz nicht erfolgreicher sein, wäre das Spiel zweifellos gekippt. Nils Hohmeier lag gegen Florian Keck im fünften Satz schon am Rande einer Niederlage, gewann dann aber doch durch zwei hervorragend platzierte Rückhandbälle mit 12:10. Im Entscheidungssatz bestimmte Nils wieder das Spiel und gewann sicher.

Weil Falko Turner sein Spiel gegen Torben Markscheffel verlor, geriet Celles Björn Ungruhe gegen die Nr. 6 des Gegners, Fabian Kutzner, jedoch wieder unter Druck. Nach teilweise nicht überzeugenden Leistungen ging es in den fünften Satz. Hier besann sich Ungruhe auf seine Fähigkeiten und schaffte es erstmals nach zwei Jahren wieder ein Spiel im fünften Satz zu gewinnen.

Am Nachbartisch schien Tobias Körnig zunächst überfordert zu sein, da er die ersten beiden Sätze klar zu 7 verlor. Dann wurde er doch vom Trainer hervorragend eingestellt und gewann die nächsten drei Sätze, so dass Celle mit 6:3 in Führung ging. Trotz des Sieges war Körnig mit seiner Leistung nicht zufrieden: „Ich habe besonders in den ersten beiden Sätzen schlecht gespielt. Aber ich kann noch deutlich besser spielen“ Die deutliche Führung schmolz in der Folge jedoch schnell dahin: Matthias und Dohrmann verloren ihre Spiele recht deutlich und es stand nur noch 6:5. Auch das mittlere Paarkreuz hatte keine Siegeschance und Bargteheide führte erstmalig in diesem Spiel mit 7:6.

Aber zum Glück war auf das untere Paarkreuz Verlass, denn Ungruhe und Körnig fuhren deutliche 3:0-Siege in den letzten Einzeln ein. Ein Punkt war also zumindest gerettet. Das Schlussdoppel musste jetzt entscheiden, ob aus dem einen schon gewonnen Punkt noch zwei würden. Um eine Center-Court-Atmosphäre wie in der 1. Bundesliga zu erzeugen, wurde das Doppel erst nach dem letzten Einzel gestartet und der Celler Fan-Block und die fünf Spieler, die nicht mehr im Einsatz waren, rückten mit ihren Stühlen in die zweite Spielhälfte um ihre Mannschaft lautstark anzufeuern.

Das Bargteheider Spitzendoppel Ole Markscheffel und Christian Velling hatte den deutlich besseren Start. Nach einem in der Verlängerung gewonnenen ersten Satz wollten sie im 2. Satz nach einer 7:1 Führung alles klar machen, aber sie hatten die Rechnung ohne den Kampfgeist und das taktische Verständnis der Celler gemacht. Björn Ungruhe und Niklas Matthias retournierten viele Bälle so kurz, dass die Gegner mit ihren gefürchteten harten Vorhandbällen nicht mehr zum Zuge kamen. So schafften die Celler noch das Kunststück den Rückstand von sechs Punkten aufzuholen und den Satz zu gewinnen. Die letzten beiden Sätze zeigten hochklassiges Tischtennis mit leichten Vorteilen für das Celler Doppel. Besonders spektakulär war ein Ballwechsel im letzten Satz, den die Celler gerne gefilmt und zur Wahl des Ballwechsels des Monats gezeigt hätten. Er hätte große Chancen dort zu gewinnen, da er erst nach acht spektakulären und harten Angriffschlägen auf beiden Seiten, da jeder Schmetterball mit einem Schmetterball beantwortet wurde, beendet war. – der 9:7-Sieg war unter Dach und Fach.Falko Turner jubelte: „Ich spiele jetzt in meinem neunten Jahr für den TuS Celle und es gab erst einmal einen 9:7-Sieg nach vier gewonnen Doppeln. Das war in der 2. Bundesliga bei Hertha BSC Berlin.“

Trainer Schönemeier zog trotz des Sieges eine gemischte Bilanz: „Natürlich freue ich mich über die gelungene Doppelumstellung. Auf der anderen Seite müssen wir aber sehen, dass wir von Position eins bis drei keinen Einzelpunkt gemacht haben.“