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Lokalsport Eigene Erwartungen nicht erfüllt
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17:50 01.09.2013
Kämpfen um jede Hundertstelkunde: Beim - 80-Meter-Hürdenlauf lieferte sich Leon Zauske (links) vom LAZ Celle ein Kopf-an-Kopf-Rennen - mit Moritz Voß. Teamkollegin Merle Hansel musste - beim Dreisprung eine Enttäuschung hinnehmen. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

„Der Start ist sehr gut“, sagt Reiner Hauke und blickt auf die Laufbahn des Otto-Schade-Sportanlage. Dort läuft sein Schützling Leon Zauske. Das Ziel im Visier, rennt der 15-Jährige gegen Wind und Regen an. 100 Meter hat er vor sich, in 11,34 Sekunden will er sie schaffen. Diese Zeit lief der Hambührener jüngst bei den Norddeutschen Meisterschaften und sicherte sich so den Vizemeistertitel. Doch beim Vergleichswettkampf der Jahrgänge U16 der sechs norddeutschen Leichtathletikverbände am Sonnabend läuft es für Zauske nicht ganz so gut.

„Er schafft es nicht. So nach 70 Metern beginnt er oft zu verkrampfen“, sagt Trainer Hauke vom Celler Leichtathletikzentrum. Zauske kämpft und beißt die Zähne zusammen, doch am Ende ist Joshua Maschke mit 11,41 Minuten vom TuS Altwarmbüchen schneller und gewinnt das Rennen. Zauske schafft es mit 11,71 Minuten auf den dritten Platz. „Ich bin schon etwas enttäuscht und hatte mir mehr erhofft, aber die Zeit ist trotzdem okay“, sagt er nach dem Rennen. Wichtig sei jetzt vor allem die Teilnahme an der Deutschen U16-Blockwettkampfmeisterschaft am kommenden Sonntag in München. „Da werde ich hoffentlich in Topform sein, um alles zu geben.“ Eine weitere Enttäuschung muss Zauske beim Hürdenlauf über 80 Meter hinnehmen. Hier reicht es mit 11,69 Minuten am Ende für den vierten Platz. Doch sein Trainer relativiert das Ergebnis: „Ich hatte gehofft, dass er es unter 11,80 Minuten schafft. Insofern können wir zufrieden sein“, so Hauke.

Der Erfolg von Maschke und der verpasste Sieg von Zauske waren am Sonnabend jedoch nur halb so schlimm, denn beim Vergleichswettkampf traten die Sportler für ihren Landesverband an und nicht für ihren Heimatverein. Somit sorgte der Altwarmbüchener Maschke mit seinem Sieg auch mit dafür, dass Niedersachsen am Ende als glorreicher Sieger aus dem Vergleich hervorging. Mit 166 Punkten setzten sich die niedersächsischen Sportler nach Disziplinen wie 800-Meter-Hürden, Hammerwurf, Speerwurf, Kugelstoßen, Diskuswerfen und Weitsprung deutlich gegen die Berliner durch, die mit 130 auf dem zweiten Platz landeten. Die Athleten aus Schleswig-Holstein sicherten sich mit 127 Punkten den dritten Platz. Insgesamt waren 250 junge Sportler nach Celle gekommen.

Besonders bitter verlief der Wettkampf für Merle Hansel vom LAZ. „Ich möchte meine Bestleistung im Dreisprung verbessern“, sagte sie im Vorfeld. Dafür hätte sie ihre bisherige Bestmarke von 10,29 Meter knacken müssen, die sie bei den Norddeutschen Meisterschaften in Hannover am 11. August aufgestellt hat. 10,50 Meter hatte sie sich vorgenommen, doch am Ende musste sie sich mit 10,04 Metern zufrieden geben. Zwei Sprünge, jeweils über elf Meter, gingen nicht in die Wertung ein, denn Hansel war über die Linie getreten. Sichtlich bedrückt fand sie nach drei Durchgängen nur wenige Worte: „Es ist enttäuschend. Ich war nah dran und habe es dann doch vermasselt“, sagte die 15-jährige Cellerin. Derzeit ist sie auf Platz drei der Bestenliste des Niedersächsischen Leichtathletikverbandes. Beim Vergleichswettkampf reichte es am Ende zum fünften Platz.

Speerwerferin Siri Lübbers vom TuS Lachendorf hatte die eigenen Erwartungen bereits vor dem Wettkampf niedrig angesetzt. Nach einer dreiwöchigen Urlaubspause sei die Kraft in den Armen nicht so stark, verriet sie. Das erklärte Ziel war trotzdem die Bestleistung von 35,89 Metern zu übertreffen. „Sie hat das Potential über 40 Meter zu werfen, doch durch den Regen wird das heute schwierig“, meinte ihr Trainer Heinz Kroczek. Nach drei Durchgängen fand sie sich mit 32,78 Metern auf dem fünften Platz wieder. „Ich bin zufrieden, besonders weil die Bedingungen heute schwierig waren“, sagte die durchnässte Sportlerin.

Von David Sarkar