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Lokalsport Ein Leben für das Eishockey
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11:40 13.03.2012
Celle Stadt

„Es ist einfach einzigartig, dass er mit seinen 60 Jahren noch jede Woche in der Eishockey-Regionalliga spielt“, adelt Celler-Oilers-Teamkollege André Esser seinen Spielertrainer. Seit knapp zehn Jahren kennt er Bernd Bombis. Heute feiert „Bombe“, wie er von seinen Freunden genannt wird, seinen 60. Geburtstag. „Bernd ist der Mann der Oilers. Keiner engagiert sich so wie er. Daher hat er es verdient, gewürdigt zu werden.“

Doch nicht nur gegenwärtig bei den Oilers in Celle, sondern auch schon in der damaligen DDR schlug das Herz des gebürtigen Ostberliners für den Kufen-Sport. Seit 43 Jahren ist Bombis Leben vom Eishockey bestimmt.

Dabei startete er nicht direkt in der Eishalle: Bis zum 14. Lebensjahr spielte er nur Feld- Teich- und Wiesenhockey. Fasziniert vom Hockeysport dauerte es nicht lange, bis er den Weg zu den Eishockey-Klubs Berlins fand. Vor seinem Pflicht-Armeedienst im Alter von 17 Jahren erlernte er bei Dynamo Berlin und beim TSC Berlin die Grundzüge des Eishockeys.

Auch der Armeedienst konnte seine Leidenschaft für den harten Sport nicht austreiben. Er heuerte direkt danach beim BSG Monsator Berlin an, einem Verein, in dem die meisten Ex-Profis und Staatsamateure spielten. Nach dem „Leistungssportbeschluss“ von 1969, der Eishockey als „nicht förderungsbedürftig“ herunterstufte, gab es in der DDR mit der SG Dynamo Weißwasser und dem SC Dynamo Berlin (heute Eisbären Berlin) nur noch zwei „Profi“-Teams.

Schon damals entdeckte Bombis seine Lust zur Vereinsgründung. Anfang der 80-er Jahre war er Mitgründer des Freizeit-Vereins Spartakus Berlin. Dort lernte Clemens Siewert den „eishockeyverrückten“ Berliner kennen und erkannte sofort: „Seine Welt besteht aus Eishockey. Da wo andere ein Herz haben, hat er zusätzlich einen Puck“, erklärt sein Bombis‘ ehemaliger Weggefährte.

Zum Ende des DDR-Regimes lenkte sich sein Blick immer mehr vom Eishockey in Richtung der politischen Missstände ab. Nach persönlichem Widerstand gegen das DDR-Regime wurde 1989 sein Ausreiseantrag für ihn und seine Familie beantragt. Im Westen konnte er sich wieder voll und ganz auf seine Leidenschaft, die er auch auf seinem Sohn Björn, der später sogar unter anderem bei den Hannover Scorpions in der DEL spielte, übertrug, konzentrieren.

Er fand direkt seinen Platz beim Team Spielbank Hannover. Doch ein Verein war ihm nicht genug. Zeitgleich schwang er beim ESC Wedemark, Eintracht Braunschweig und dem ESC Schierke den Schläger. Und das zu Zeiten, als diese Teams oberklassig aktiv waren.

Mitte der 90-er Jahre konzentrierte sich Bombis immer stärker auf Spielbank Hannover. Aus diesem Verein gründete er mit Kai Sodeikat 1998 die Celler Oilers. Knapp über 200 Ligaspiele hat der heutige Spielertrainer bisher für seinen Klub absolviert – ein baldiges Ende ist nicht in Sicht. „Seine ganze Woche dreht sich nur um Hockey – ob auf dem Eis oder auf Inlinern. Das ist ein Zeichen dafür, dass Bernd für den Sport lebt“, so Esser.

Von Andre Batistic