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Lokalsport Ein Profitrainer für den Celler Hockey-Nachwuchs
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19:06 10.06.2016
Von Uwe Meier
Dem geschulten Blick von Trainer Jörg Wehrmeisterentgeht nichts. Das richtige Zusammenspielzwischen Spieler, Stock und Ball ist wichtig. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Der Himmel hat seine Schleusen geöffnet. Es schüttet wie aus Eimern. „Na“, sagt Jörg Wehrmeister. „Wenn das man was wird.“ Eigentlich soll kurze Zeit später das Training der Hockey-B-Mädchen beim MTV Eintracht Celle beginnen. Aber das Wetter lässt selbst Wehrmeister zweifeln. Doch der Blick über die Schulter belehrt ihn schnell eines Besseren. Wehrmeister muss grinsen. Die Mädels haben sich längst auf den Weg gemacht und drehen ihre Runden um den Hockeyplatz an der Nienburger Straße: Eigenständig haben sie mit dem Warmmach-Programm begonnen.

Seit April besetzt der 52-jährige A-Lizenzinhaber bei den Hockeyern des MTV Eintracht Celle die Stelle des sportlichen Leiters. Und das hauptberuflich. Im Dezember hatten sich die Abteilungsmitglieder auf einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung dafür ausgesprochen, mehr Geld in die Hand zu nehmen, um einen Profitrainer, insbesondere für den Jugendbereich, zu verpflichten. Durch einen Zusatzbeitrag wurden die nötigen wirtschaftlichen Voraussetzungen getroffen, um sich den Profi leisten zu können.

Das Ziel ist klar. Es gilt, mehr Verlässlichkeit in die Trainingsarbeit zu bekommen. „Wir wissen, dass es in einigen Bereichen hakt. Wir wollen konkurrenzfähig bleiben“, hatte Hockey-Abteilungsleiter Ronald Bahr damals erklärt.

Das Vorhaben wurde inzwischen in die Tat umgesetzt. Wehrmeister trainiert selbst im Mädchen- und Knabenbereich die A- und B-Teams und achtet gleichzeitig darauf, dass auch im unteren Bereich die technischen und taktischen Vorgaben richtig umgesetzt werden. Darüber hinaus wird noch ein separates Athletik- und Torwarttraining angeboten. „Wir sind dabei, in allen Bereichen alles ein bisschen mehr zu strukturieren“, so Jörg Wehrmeister, der auch Wert auf die Ausbildung von Nachwuchstrainern legt.

Neben den rein sportlichen Aspekten hat sich der Hockey-Coach noch ein weiteres Ziel gesetzt. „Ich möchte viele junge Leute für unseren Sport begeistern“, sagt Wehrmeister. „Celle bietet dafür ein gutes Potenzial. Ich denke auch, dass Celle eine Sportstadt ist, aus der auch hinsichtlich der Mitgliederzahlen in Niedersachsen eine Hockey-Hochburg werden kann.“

Wehrmeister weiß nur zu genau, von was er da spricht. Er verfügt in seinem Sport über einen riesigen Fundus aus Erfahrung und Wissen. Er hat schon einiges im Hockeysport als aktiver Spieler und Trainer erlebt. Seine Sportlerkarriere begann im Alter von vier Jahren bei Hannover 96. Später spielte er in der Jugend des HC Hannover. Im Erwachsenbereich war er unter anderem für den DTV Hannover und den Braunschweiger THC in der 1. und 2. Bundesliga aktiv. Ein schwerer Autounfall im Jahr 1997, bei dem er sich schwerste Kopfverletzungen zugezogen hatte, beendete seine Karriere als Spieler. Nach seiner Genesung intensivierte er fortan seine Trainerlaufbahn im Nachwuchs- und Erwachsenenbereich, die ihn über Hannover, Braunschweig und Lüneburg auch nach Hamburg führte. Daneben war er noch als Landestrainer in Niedersachsen und Hamburg im Einsatz. In dieser Zeit pflastern diverse Meisterschaften und Aufstiege seinen Weg.

Jetzt ist Wehrmeister in Celle gelandet. Und sein Erfolgshunger ist noch lange nicht gestillt. „Ich möchte die Hockeyer in Celle dahin führen, wo sie schon einmal waren und wo sie auch hingehören: an die Spitze in Niedersachsen“, sagte er und sieht für die Erfüllung seines Zieles gute Voraussetzungen.

Der Vater von zwei Kindern (9 und 12 Jahre) lebt in Hannover, ist aber nahezu täglich in Celle zu finden. „Ich fühle mich hier wohl“, sagt er. „Ich wurde sehr gut aufgenommen.“ Sein Ziel: In jedem Altersbereich eine spiel- und konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen. Dienstags und donnerstags trainiert er die Jungen, mittwochs und freitags sind die Mädchen jeweils von 16 bis 19.30 Uhr jahrgangsübergreifend an der Reihe.

Inzwischen haben die Mädchen ihr Warmmach-Programm abgeschlossen, da spricht Wehrmeister das aus, was die Hockeyer in Celle und auch er selbst noch nicht erreicht haben. „Ein Deutscher Meistertitel wäre doch nicht schlecht“, sagt er und steckt den Zeitrahmen ab, wann es so weit sein könnte: „2024 wäre doch ein gutes Jahr.“