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Lokalsport Ein Titel für die Ewigkeit
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18:30 29.08.2018
Jubel bei den Wieckenberger Sportschützinnen Claire-Luisa Ruschel, Melissa Ruschel und Isabell Ruschel (von links) gingen bei den Deutschen Meisterschaften erfolgreich auf Titeljagd. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Wieckenberg

Niedersachsens Landestrainer Norbert Poltermann hatte Tränen in den Augen, Wieckenbergs Bundesligatrainer Enrico Friedemann nickte lächelnd und rundum zufrieden, die Konkurrenz applaudierte anerkennend und Horst-Dieter Ruschel, Vorsitzender der SVW-Schützen, platzte fast vor Stolz. Seine Mädels hatten sich bei den nationalen Junioren-Meisterschaft der Sportschützen in München mit dem Luftgewehr mit Deutschem Rekord zum Meistertitel gezielt. Freudestrahlend streckte das Trio anschließend den Siegerpokal in die Höhe. „Das ist ein Weltklasse-Ergebnis“, jubelte Vater Ruschel über das Resultat seiner Töchter Melissa, Isabell und Claire-Luisa. Die erreichten 1243,8 Ring seien „ein Fabelrekord für die Ewigikeit“, wie der Wieckenberger Vorsitzende meint: „Schon allein deshalb, weil ihn drei Schwestern errungen haben.“ Und auch Coach Enrico Friedemann meinte im Hinblick auf die am 6./7. Oktober beginnende Bundesligasaison: „Wozu brauchen wir noch Verstärkungen? Wir sind stark genug.“

Ohnehin gerieten die SCW-Schützinnen bei den Titelkämpfen in einen wahren Medaillenrausch. „Wir sind mit dem Ziel nach München gefahren, einen Podestplatz zu holen“, erklärt Horst-Dieter Ruschel. Diese Vorgabe wurde deutlich übertroffen. Neben dem Titel mit der Mannschaft holten sich Isabell und Melissa Ruschel in der Luftgewehr-Einzelwertung bei den Juniorinnen II Gold und Silber. Dazu kam noch ein weiterer Podestplatz. In der Disziplin Kleinkaliber-Liegendkampf belegte das Wieckenberger Trio nach 3x20 Schuss den zweiten Rang. Der war letztlich auch ein Verdienst von Claire-Luisa Ruschel, die aufgrund einer Knieverletzung kniend gar nicht trainieren konnte, dann aber mit 192 (insgesamt 578) Ring „den Wettkampf ihres Lebens“ ablieferte. Und wäre dies nicht schon genug, sicherte sich Isabell Ruschel mit 592 Ring in diesem Wettbewerb auch noch den zweiten Platz bei den Juniorinnen II – Ringgleich mit der Siegerin Nina Vogel (SG Falkenhorst Forstenried 1904).

Bei den Damen holten sich die Wieckenbergerinnen Tina Lehrich und Anne Kowaslski zusammen mit Jolyn Beer (SB Freiheit) Platz fünf mit der Mannschaft.

Und die drei Wieckenbergerinnen hätten sogar noch einen draufsetzen können, wäre Melissa Ruschel in dieser Disziplin nicht ein Missgeschick passiert. Bei ihrem 39. Schuss war die 18-Jährige nach dem Laden der Waffe mit der rechten Hand zu früh an den Abzug gekommen, hatte dadurch den Schuss zu früh ausgelöst und somit eine Null auf der Scoretafel stehen. „Das war schon tragisch“, erzählt Horst-Dieter Ruschel. „Sie hat vor Enttäuschung bitterlich geweint.“ Nach einer Beruhigungsphase absolvierte Melissa den restlichen Wettkampf. Am Ende fehlten dem viertplatzierten SVW-Trio zum Titelgewinn drei Ringe.

Dass Papa Ruschel dennoch mit dem Gesamtergebnis rundum zufrieden war, versteht sich nahezu von selbst. „Das war alles perfekt. Wir haben mehr erreicht als erwartet“, sagte er. Immerhin war der SVW mit diesem Ergebnis erfolgreichster Verein aus Niedersachsen bei den Deutschen Meisterschaften. Dennoch blickte Ruschel auch mit etwas Wehmut auf die Wettkämpfe in München. „Schade, dass es für Isabell und Claire aus beruflichen Gründen der letzte Wettkampf im KK 3x20 war“, so Ruschel. Der Grund liegt darin, dass die beiden einfach nicht mehr genügend Zeit zum Training für diese Disziplin aufbringen können. „Um weiter in der Spitze mitmischen zu können wäre das nötig.“

Am Tag vor den Meisterschaften wurde in München in der Disziplin 4x40-Schuss die Rangliste zur Benennung der Nationalmannschaft ausgeschossen. Zwei Wieckenbergerinnen schafften dabei den Sprung. Tina Lehrich ist im Kader B swa Deutschen Schützenbundes dabei. Melissa Ruschel gewann die Qualifikation bei den Juniorinnen mit dem besten Durchschnitt aller Damen.

Melissa ist ab kommenden Dienstag bereits wieder ins Sachen Sportschießen mit dem Deutschen Nationalkader unterwegs. Im koreanischen Changwong geht sie bei den Weltmeisterschaften an den Start und wird bei der Reise von einem Teil ihrer Familie begleitet. Bis dahin wird sie auch ihr Missgeschick am Schießstand bei den Deutschen Meisterschaften vergessen haben. „Wir werden sie bestimmt nicht mehr daran erinnern“, verspricht Vater Horst-Dieter Ruschel. Mund abwischen und weiter. Es gibt Schlimmeres.

Von Uwe Meier

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